Forschungsschwerpunkte

Das Institut arbeitet derzeit vertieft an den folgenden Forschungsschwerpunkten:

 

Deutscher Idealismus

Forschungskolleg Anlaytic German Idealism (FAGI)

Das Forschungskolleg Analytic German Idealism (FAGI) ist ein international ausgerichtetes Forschungszentrum an der Universität Leipzig. Es initiiert, strukturiert und bündelt Aktivitäten in Forschung und Lehre zum Deutschen Idealismus von Kant bis Hegel in analytischer Perspektive.
Das Kolleg finanziert sich über Drittmittel. Weitere Informationen finden Sie auf der Website des Forschungskolleg (FAGI)

Kant-Workshops (Professur Geschichte der Philosophie)

Logik und Selbstbewusstsein
III. Kant-Workshop, 12.-14. Juli 2012 an der Universität Leipzig
Plakat / Flyer

Die Zwecklosigkeit des Schönen
II. Kant-Workshop, 27. Januar 2012 an der Universität Leipzig
Plakat / Flyer

Begriffe und Anschauungen bei Kant
I. Kant-Workshop, 4.-5. Februar 2011 an der Universität Leipzig
Flyer

Internationaler Arbeitskreis zu Hegels Naturphilosophie

Der Internationale Arbeitskreis zu Hegels Naturphilosophie besteht seit dreißig Jahren. Er arbeitet unter der Leitung von Prof. Wolfgang Neuser (Kaiserslautern) und Prof. Dieter Wandschneider (Aachen). Der Arbeitskreis trifft sich jährlich mit dem Ziel, die Forschungen seiner Mitglieder zu Hegels Naturphilosophie bzw. zur Naturphilosophie überhaupt zu präsentieren und so ins philosophische Bewusstsein zu bringen.
2011 war das Institut für Philosophie der Universität Leipzig Gastgeber des Arbeitskreises. Die Tagung wurde von den Mitgliedern des Arbeitskreises am Institut für Philosophie Prof. Pirmin Stekeler-Weithofer, Prof. Nikolaos Psarros und Dr. Peter Heuer organisiert und unterstützt. Die Beiträge der Leipziger Tagung werden in Kürze als Buch erscheinen:  Peter Heuer, Wolfgang Neuser, Pirmin Stekeler-Weithofer: Der Naturbegriff in der Klassischen Deutschen Philosophie, Würzburg: Königshausen & Neumann 2013.

Logik

Determinants for Acceptance of New Technologies (2011-2013, Arbeitspaket 3.6 Fachklasse Energie im Rahmen von GeoEn II)

An der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus (BTU) wurde unter der Leitung von Dr. Mario Harz die Fachklasse Energie im Projekt GeoEn II eingerichtet. Zu dieser Klasse gehören 7 Arbeitspakete. Im Arbeitspaket 3.6. “Determinanten der Akzeptanz moderner Technologien” werden über Kooperationsvereinbarungen mit Prof. Dr. Ingolf Max die Promotionsprojekte von Herrn Anton Vesper (Master in Philosophy, Amsterdam) zu “Pragma-Dialectics and Acceptance Research” seit Dezember 2011 und Herrn Daniel Skurt (Master of Arts Logik, Leipzig) zu “Logik, Wahrscheinlichkeit und Risikobewertung von Technologien” (seit Januar 2013) betreut. Eingesetzt werden Methoden der pragmadialektischen Argumentationstheorie und mehrwertiger Logiksysteme.
Mitarbeiter: Anton Vesper (anton.vesper[at]gmx.de) und Daniel Skurt (daniel.skurt[at]@gmx.de)
Ab 01.09.2013 wird das Projekt durch die Brandenburgische Technische Universität Cottbus, Internationale Graduiertenschule fortgesetzt werden.

Philosophie und Literatur

Workshop (Professur Geschichte der Philosophie)

Der Sinn der Kunst
06.-07. Juli 2012 an der Universität Leipzig
Plakat / Flyer

Graduiertenkolleg

Die Einrichtung eines Graduiertenkollegs ist geplant.

Philosophische Anthropologie

Die anthropologische Differenz aus empirischer und begrifflicher Perspektive

Die anthropologische Differenz aus empirischer und begrifflicher Perspektive (SMWK-Projekt 2012-2014, Projektleitung: Prof. Dr. Andrea Kern u. Prof. Dr. Henrike Moll)
Ziel des Projekts soll sein, eine neue Art der anthropologischen Forschung programmatisch zu initiieren, welche die Beschränkungen eines sich ausschließlich an kognitionswissenschaftlichen Befunden orientierenden Szientismus einerseits und rein geisteswissenschaftlicher Erörterungen der conditio humana andererseits überwindet. Es wird daher eine streng interdisziplinäre Arbeitsweise angestrebt, in der philosophische Analysen mit empirischen Untersuchungen verbunden werden, indem diese füreinander wechselseitig richtungsweisend sind. Ein solches, im engeren Sinn interdisziplinäres Vorgehen scheint uns aus heutiger Sicht allein dem Untersuchungsgegenstand angemessen zu sein, nachdem sich naturalisierende, den Unterschied zwischen Tier und Mensch nivellierende, Programme als ebenso unbefriedigend erwiesen haben wie eine empirieferne, rein auf sozialphilosophischen Erwägungen beruhende Anthropologie. Der Forderung nach einer integrativen Anthropologie, welche die Einzigartigkeit menschlichen Denkens und Handelns im Tierreich ebenso anerkennt wie die evolutionäre Kontinuität und Animalität des Menschen, möchten wir mit einem Zusammenschluss von philosophischer Analyse und entwicklungspsychologischer und komparativer Forschung begegnen.

Der Sprung in die Sprache

Der Sprung in die Sprache – Die Konstitution des Selbst in einer sozialontologischen Analyse zwischen kulturellem Hintergrund und selbstreflexivem Cogito (Dr. Beatrice Kobow, Dilthey-Fellowship der Volkswagenstiftung)
Das Habilitationsprojekt untersucht, wie in der sozialontologischen Analyse von Gesellschaft ein relational verstandenes Konzept des Handlungsselbst verankert werden kann. Searle und Sartre nehmen beide den methodologischen Individualismus aus der kartesianischen Tradition als Ausgangspunkt, kommen aber zu verschiedenen Ergebnissen bei der Darstellung des Handlungsselbst. Die Ansätze werden aufeinander bezogen, und es wird gezeigt, wie sie sich durch wechselseitige Kritik befruchten und ergänzen. Wie können wir das Zusammenspiel von kulturell bedingtem, vorintentional disponiertem Selbst und dem selbstreflexiven Cogito eines sich als autonom begreifenden Handlungssubjektes theoretisch darstellen? Dies gelingt im Rekurs auf Sozialität in der Denkfigur des kollektiv konstituierten Als-Ob sozialer Tatsachen. Sie ist der gemeinsame Nenner der analytischen und existentialistischen Theorie des Selbst: Sie bildet die Grundstruktur der Handlungswelt des Selbst zwischen Selbsterleben und Selbsterzählen. In der Denkfigur des Als-Ob kann die soziale Ontologie des Individuums als Ermöglichungsstruktur begriffen werden.

Politische Philosophie und Friedensforschung

Arbeitskreis Historische Friedensforschung (Prof. Dr. Thomas Kater)

Der Arbeitskreis Historische Friedensforschung will dazu beitragen, das Problem des Friedens in all seinen historischen Dimensionen zu erforschen. Schwerpunkte seiner Arbeit sind die historische Analyse derBemühungen zur Verhinderung von Kriegen, zur Einschränkung innergesellschaftlicher Gewalt, zur friedlichen Austragung von Konflikten und zur Entwicklung eines dauerhaften Friedens. Dem liegt keine verbindliche Definition des Friedensbegriffs zugrunde. Der Arbeitskreis vereint daher vielfältige Positionen, Ansätze und Interessen.

Grenzen des Handeln

Grenzen des Handelns. Zum Ereignischarakter sozialer Entwicklungen (Dr. Christian Schmidt, Dilthey Fellowship der Volkswagen-Stiftung 2009-2013)
Das Projekt will einen Beitrag für einen modernen Begriff von Freiheit leisten. In Frage gestellt wird Freiheit u. a. durch die Gegenüberstellung von Freiheit und der Macht sozialer Strukturen, weshalb sozialwissenschaftliche Theorien häufig einen starken Aspekt der Handlungskompetenz verwerfen: die bewusste Transformation sozialer Strukturen. Damit entsteht schon innertheoretisch ein Konflikt zwischen dem Wissen um die Gewordenheit sozialer Strukturen durch menschliches Handeln und dem Erleben institutionellen Beharrungsvermögens.
Ziel des Projekts ist deshalb die Bewertung der Möglichkeit von absichtsvoll herbeigeführten institutionellen Veränderungen. Dazu sollen vier Problemkreise bearbeitet werden, die für ein Verständnis des Handlungs- und Ereignischarakters sozialer Entwicklungen wesentlich sind:

  • die Spannung zwischen dem modernen Verständnis von Subjektivität und ihrer Verwirklichung
  • die Besonderheit der Logik geschichtlicher Ereignisse
  • die Mehrstufigkeit der Subjektivität struktureller Transformationen
  • Möglichkeiten der Instantiierung struktureller Transformation

Das Projekt wird im Rahmen des Programms »Pro Geisteswissenschaften« durch die VolkswagenStiftung finanziert.

 

Praktisches Wissen

Praktisches Denken und gutes Handeln

Leiter des DFG-Netzwerks (2012-2015): Dr. Matthias Haase zusammen mit Dr. Thomas Hoffman (Otto-von-Guericke- Universität Magdeburg) und Dr. Tim Henning (Justus-Liebig-Universität Giessen) Praktisches Denken und Gutes Handeln.
DFG Netzwerk Praktisches Denken und gutes Handeln (Practical Thought and Good Action) brings together 35 young researchers from Germany, Canada, Norway, the United States and Great Britain. The network meets twice a year for a period of three years. The proceedings will be published in two edited volumes on practical reason. The workshops take place in rotation at the university of Magdeburg (Summer 2012 & Spring 2014), the University of Leipzig (Spring 2013 & Summer 2014) and the University of Giessen (Summer 2013 & Spring 2015).

The workshops focus on different topics united under the title »Practical Thought and Good Action«. The exact topic of each next meeting will be settled at the preceding session. At each meeting there will be two guests whose work is seminal on the topic. The aim is to facilitate exchange of thought. So rather than having a series of formal talks, the workshops are focused on discussion. The papers discussed at the workshop will be distributed in advance to all participants of the workshop. No papers will be presented at the workshop as talks. After a short introduction by the respective author, each session will be devoted entirely to the discussion of the paper.

For futher information see Website.

Thick Concepts and Reasons for Action (Prof. Dr. Sebastian Rödl, SNF-Projekt 2010-2013)

In den letzten Jahrzehnten ist das Projekt einer externen Rechtfertigung moralischer Normen zunehmend in Misskredit geraten. Die meisten einschlägigen Autoren reagieren auf diese Entwicklung, indem sie die Moralphilosophie von ihrem traditionellen Fundierungsanspruch entlasten und stattdessen die Rekonstruktion der spezifischen internen Logik des moralischen Diskurses als ihre eigentliche Aufgabe verstehen. Doch im Kontext der gegenwärtigen Lage dieses Diskurses, die durch eine fortschreitende Pluralisierung, Fragmentierung und Hybridisierung sittlicher Kulturen und Subkulturen gekennzeichnet ist, erscheint der Appell an basale moralische Intuitionen, auf den die internalistische Wende in der Moralphilosophie hinausläuft, in hohem Maße selbstgefällig und beliebig.
Das grundlegende metaethische Ziel des Forschungsprojektes ist es, diesen Defekt des gegenwärtigen moralphilosophischen Diskurses durch eine Theorie ethischen Urteilens zu überwinden, die sowohl das diskreditierte Projekt einer externen Fundierung moralischer Normen vermeidet als auch den zur Zeit modischen Internalismus und Traditionalismus. Wir vermeiden diese problematischen Alternativen, indem wir das Bild des ethischen Diskurses übernehmen, das die Anhänger des neoaristotelischen Trends in der analytischen Moralphilosophie in den letzten vier Jahrzehnten entwickelt haben. Gemäß dieses Bildes stehen im Zentrum dieses Diskurses nicht die abstrakten Wertprädikate wie z.B. „ist moralisch richtig“ und „ist moralisch verpflichtet“, auf die die klassische moderne Moralphilosophie ihre Aufmerksamkeit konzentriert hat, sondern spezifische evaluative Terme wie „ist freundlich“, „ist mutig“, oder „ist grausam“ – sogenannte dichte Begriffe –, deren Funktion darin besteht, eine Sensibilität für das, was in einer konkreten Situation relevant ist, zu artikulieren, die man nur erwerben kann, indem man in eine bestimmte sittliche Tradition hineinwächst.
Die zentrale Funktion dichter Begriffe ist es, eine bestimmte Form praktischen Schließens sowie die entsprechenden Handlungsgründe explizit zu machen. Daher basiert die ins Auge gefasste Analyse ethischer Urteile auf einer Theorie von Handlungsgründen und praktischer Rationalität.

Rechtsphilosophie

Arbeitskreis Rechtsphilosophie

Zwischen dem Institut für Philosophie, Professur Theoretische Philosopie (Prof. Dr. Pirmin Stekeler-Weithofer), und dem Institut für Grundlagen des Rechts der Juristenfakultät Leipzig (Prof. Dr. Michael Kahlo, Dr. Benno Zabel) und der Juristischen Fakultät der Universität Basel (Prof. Dr. Kurt Seelmann) besteht seit längerem eine intensive Kooperation auf dem Gebiet der Rechts- und Sozialphilosophie. Im Gegensatz zu einer immer noch üblichen Leitorientierung, die Fragen der praktischen und Rechtsphilosophie separat in den einzelnen Wissenschaftsbereichen diskutiert, kommt es dem Arbeitskreis gerade darauf an, traditionelle Positionen und aktuelle Probleme, etwa Einsichten der hegelschen Philosophie des Geistes und Kontroversen bei demokratietheoretischen, bioethischen oder moralphilosophischen Fragestellungen, wechselbezüglich, interdisziplinär und nachhaltig anzugehen. Dem dienen gemeinsam durchgeführte Seminare, die Einladung renommierter Gastwissenschaftler und regelmäßig veranstaltete Tagungen bzw. Symposien.

So fand jüngst die interdisziplinäre Tagung zur Rolle der Philosophie im Dialog mit den Rechts- und Sozialwissenschaften in der Sächsischen Akademie der Wissenschaften statt. Sie stand unter dem Thema Normativität und Institution. Hegels Autonomiebegriff in den Herausforderungen der Life Sciences (Flyer, PDF). Sie wurde unter anderem durch die VW-Stiftung gefördert.

Sozialontologie

AG Sozialontologie (Leitung: Prof. Dr. Nikos Psarros)

Die Sozialontologie ist ein neues und rasch expandierendes Gebiet der modernen Philosophie. Sie untersucht die Frage, ob soziale Erscheinungen und Phänomene einen eigenständigen ontologischen Status aufweisen, wie dieser zustande kommt und ob man diese Phänomene und Erscheinungen in eine logisch-begriffliche Ordnung bringen kann.
Die AG Sozialontologie tagt während des Semesters einmal monatlich im Rahmen des Oberseminars von Prof. Dr. Nikos Psarros. Zu den Sitzungen werden in regelmäßigen Abständen externe Referenten eigeladen.

 

Letzte Änderung: 30. April 2014