Michael Frey

Doktorand
Professur Praktische Philosophie

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Zur Person

Michael Frey wurde 1984 in Basel (Schweiz) geboren. Er studierte Philosophie und Soziologie an den Universitäten Basel und Kopenhagen. Seine Masterarbeit beschäftigte sich mit Aristoteles‘ Begriff des Lebewesens und insbesondere mit der Frage, wie sich belebte Materie, das heisst der Körper eines Lebewesens, von unbelebter Materie unterscheidet und welch fundamentale Rolle die Funktion des Stoffwechsels für das Zustandekommen dieser Differenz spielt.

Seit Herbst 2012 ist er an der Universität Leipzig als wissenschaftliche Hilfskraft tätig und arbeitet an seiner Dissertation.

 

Promotionsprojekt Materialität und Sozialität des selbstbewussten Subjekts

Das selbstbewusste Subjekt, der Mensch, ist als Lebewesen materiell respektive körperlich. Durch seine Materialität beziehungsweise Körperlichkeit ist dieses Lebewesen stets auf etwas bezogen, das von ihm verschieden ist. Seine Wirklichkeit hängt also davon ab, dass es etwas gibt, von dem es sich unterscheidet und mit dem es interagiert: seine Welt oder andere Subjekte. Das selbstbewusste Subjekt ist also etwas Einzelnes. Gleichzeitig besitzt das selbstbewusste Subjekt aber das Vermögen, vollkommen allgemeine Normen zu verwirklichen. Die Wirklichkeit dieser Normen scheint nun jedoch in keiner Weise an Materialität geknüpft zu sein; sie scheint durch nichts bedingt zu sein, was von ihnen verschieden ist. Denn durch ihren Charakter als vollständig allgemein schliessen sie jegliche Form von Alterität aus. Das selbstbewusste Subjekt ist also gleichzeitig die Wirklichkeit des Allgemeinen, das immateriell zu sein scheint, weil es jegliche Form von Alterität ausschliesst.
Es scheint folglich ein Dilemma vorzuliegen: Entweder das selbstbewusste Lebewesen tritt als materielles, körperliches Einzelnes auf, womit es sich notwendig durch etwas konstituiert, das von ihm verschieden ist oder es ist die Wirklichkeit vollständig allgemeiner Normen, wodurch es immateriell und fern von jeglicher Sphäre der Alterität zu sein scheint. Es stellt sich also die Schwierigkeit, wie ein und dasselbe Subjekt einerseits materiell und andererseits Urheber vollständig allgemeiner Normen sein kann.
In meiner Dissertation will ich zeigen, dass dieses Dilemma sich auflösen lässt, wenn wir das selbstbewusste Subjekt, den Menschen, in der richtigen Weise als soziales Lebewesen begreifen. Ich möchte verstehen, wie durch die richtige Auffassung davon, dass dieses Subjekt notwendig durch interpersonelle Verhältnisse zu anderen solchen Subjekten, sprich durch Sozialität respektive durch eine innere Pluralität, bestimmt ist, klar wird, dass die Wirklichkeit dieses sozialen Lebewesens die Verwirklichung einer normativen Ordnung darstellt, durch die die Begriffe „Einzelheit“, „Materialität“ und „Alterität“ einerseits mit den Begriffen „Allgemeinheit“, „Normativität“ und „Identität“ andererseits versöhnt werden.

Letzte Änderung: 2. April 2015