Neues Forschungsprojekt am Institut

Gesellschaftliche Identitäten in Zeiten kultureller Wandlungsprozesse

BMBF-Forschungsprojekt „PoliLab“ startet am Institut für Politikwissenschaft

Am 01. März startete das auf drei Jahre angelegte Forschungsprojekt „Fremde im eigenen Land? Veränderbarkeit nationaler Narrative mithilfe Politischer Laboratorien“ am Institut für Politikwissenschaft der Universität Leipzig. Die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Studie unter der Leitung von Prof. Rebecca Pates PhD untersucht die Auswirkungen gesellschaftlicher Wandlungsprozesse auf kollektive Identitäten. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, inwieweit sich die Vorstellungen gemeinschaftlicher Identität in Zeiten des Zuzugs von Migrationsgruppen verändern und neu formen.

Das mehrstufige Forschungsvorhaben startet zunächst mit einer Analyse von Vorstellungen über kollektive Identität in unterschiedlichsten sozialen Gruppen. Darauf aufbauend werden mit Bürgern in ganz Deutschland politische Laboratorien (kurz auch: PoliLab) durchgeführt, um mit ihnen in eine Verhandlung von Narrativen und Aspekten einer gemeinsamen gesellschaftlichen Identität zu treten.

Projektleiterin Prof. Pates: „In der Öffentlichkeit findet heute wieder eine verstärkte Auseinandersetzung darüber statt, wie sich verschiedene gesellschaftliche Gruppen formieren und miteinander koexistieren. Mit unserem Forschungsprojekt wollen wir der Problematik nachgehen, wie gesellschaftlicher Zusammenhalt im Zeichen der Zuwanderung und des Aufeinandertreffens unterschiedlicher kultureller Codes möglich ist.“

Julia Leser, wissenschaftliche Mitarbeiterin bei „PoliLab“, betont die Relevanz des Forschungsinteresses für die aktuelle Migrationsdebatte: „Das Projekt zielt darauf ab, den kulturellen Wandel vor dem Hintergrund von Migrationsprozessen zu analysieren und die Forschungstraditionen im Bereich Migration und Integration unter dem Vorzeichen gesellschaftlicher Pluralität zu überdenken.“ Der Untersuchungsrahmen konzentriert sich dabei auf die vier Bundesländer: Sachsen, Thüringen, Schleswig-Holstein und Berlin.

Das praxisorientierte Format der politischen Laboratorien stellt eine neue Forschungsmethode mit aktivierenden Implikationen dar. Das Modell soll Integrationsprozesse nachhaltig unterstützen, indem es Räume für Diskussionen schaffen und zwischen verschiedenen Positionen im politischen Diskurs vermittelt. interessierten wird somit eine Beteiligungs- und Reflektionsmöglichkeit geboten.

 Rückfragen an philipp.lemmerich[at]uni-leipzig.de (Projektmitarbeiter PoliLab)

Letzte Änderung: 26. März 2018