Alexandra Sitenko

Dissertationsprojekt

Titel: Geopolitische Implikationen als Motor der Etablierung neuer transatlantischer Interdependenzen. Die Beziehungen zwischen Russland und Lateinamerika im 21. Jahrhundert.

Dieses Dissertationsprojekt beschäftigt sich mit den aktuellen Entwicklungen und Perspektiven der russisch-lateinamerikanischen transatlantischen Beziehungen.
Seit dem Ausbruch der Ukraine-Krise 2013 kann man von einem zunehmenden Auseinanderdriften zwischen der Russischen Föderation und dem Westen sprechen. Dies führte zur Festigung neuer außen- und wirtschaftspolitischer Bündnisse Russlands mit seinen Nachbarländern innerhalb der GUS sowie den (weiteren) BRICS-Staaten. Im Oktober 2014 wurden Lateinamerika und die BRICS von Wladimir Putin als neue Prioritäten der Außenpolitik proklamiert.

Bereits in der Vergangenheit ist Lateinamerika für das Russische Reich und die Sowjetunion als handels- und außenpolitischer Partner in Betracht gezogen worden. Die lateinamerikanischen Partner stellten dennoch traditionell nur eine kurzfristige Alternative dar und behielten ihre Relevanz für Russland nur solange, bis die Beziehungen und Angelegenheiten auf dem europäischen Festland wieder die Oberhand gewannen bzw. sich normalisierten. Die Entwicklungen der vergangenen zehn Jahre verdeutlichen jedoch, dass Russland schon seit geraumer Zeit einen außenpolitischen Paradigmenwechsel anstrebt und an der Diversifizierung seiner außenpolitischen Partnerschaften arbeitet, wobei die lateinamerikanische Region eine bedeutende Rolle spielt.

Trotz der gegenwärtigen Relevanz der russisch-lateinamerikanischen außenpolitischen Verbindung fällt auch der Bestand der diesem Thema gewidmeten wissenschaftlichen Beiträge sehr dürftig aus. Nun gilt es, die wichtigsten Aspekte russisch-lateinamerikanischer Kooperationen detailierter zu untersuchen. Ausgehend von der These, dass die momentan stattfindende Intensivierung der Beziehungen zwischen Russland und Lateinamerika geopolitische Implikationen hat, welche zu neuen Interdependenzen außerhalb des eurasischen Kontinents führen, wird in der Dissertation danach gefragt, welchen geopolitischen Stellenwert die lateinamerikanischen Länder auf der russischen außenpolitischen Agenda einnehmen und welche Relevanz Russland für lateinamerikanische Geopolitik hat.

Anhand des empirisch-analytischen theoretischen Ansatzes der Geopolitik und des analytischen Konzeptes der Meta-geopolitics werden in dieser Arbeit die für die russisch-lateinamerikanische Zusammenarbeit relevanten Kooperationssektoren wie Energiepolitik, Handels- und Finanzpolitik, technische Zusammenarbeit, Kulturpolitik sowie politische Kooperation in den internationalen Institutionen, zugespitzt auf die Kooperationsländer Brasilien, Venezuela, Argentinien, Kuba und Ekuador, untersucht.

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Letzte Änderung: 14. November 2017