Elena Buck

Titel: „Britishness“ und „Deutschsein“: Politics of belonging zwischen Konstruktivismus und Essentialismus

Abstract:
Die Vorstellung von Nation als „imaginierte Gemeinschaft“ (Anderson) ist in den Sozialwissenschaften weit verbreitet. Im Vereinigten Königreich und der Bundesrepublik Deutschland wird derzeit über den Inhalt dieser imaginierten Gemeinschaft und die Kriterien von Zugehörigkeit zu ihr öffentlich debattiert. Eine vergleichende Analyse der aktuellen Diskurse um „Britishness“ und „Leitkultur“ soll zeigen, wie sich Konzeptionen von Nationalität, Staatlichkeit, Regierung und Bürgerrechten unter dem Eindruck der Globalisierung ändern und wie Staaten versuchen, „diversity“ innerhalb eines bestimmten Rahmens zu fassen und zu kontrollieren.

Ein Deutungskampf um Zugehörigkeit und gemeinsame Werte ist im Gange. In Diskursen und Policies entstehen neue Räume, Grenzen und Zwischen-Räume zwischen „Innen“ und „Außen“ der Gesellschaft. Mittels einer Diskursanalyse sollen diese neuen Raumbezüge und ihr Entstehen nachgezeichnet werden. Der Schwerpunkt liegt auf der Analyse staatlichen Identitätsmanagements.

Inwieweit kommt die bewusste Konstruktion eines „Gemeinsamen“ ohne essentialistische Zuschreibungen aus und inwieweit werden diese nur neu rationalisiert? Wie werden Individuen „gefährlichen“ und „ungefährlichen“ Räumen zugeordnet, kontrolliert, integriert oder ausgeschlossen?


Abstract:
The notion of nations as “imagined political communities” (Anderson) is widely accepted in the social sciences. Today, Germany and the United Kingdom are witnessing public debates on the content of this imagined community and the criteria of citizenship and belonging.

The endeavour to define “Britishness” and “Germanness” (or British values and German “Leitkultur”) is an attempt to deal with a diversity that is perceived as dangerous: threatened by “home-bred terrorism” in “parallel societies”, the state is in search of a new basis for civic loyalty.

This thesis project argues that by re-defining boundaries of belonging, the territorial state itself is subject to spatial reconfigurations. By analysing and comparing “Britishness” and “Leitkultur” discourse and drawing on the concept of “boundaries of Britishness” (Jacobson 1997), the project will trace the new boundaries and their discursive, legal and political enforcement.

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Letzte Änderung: 14. November 2017