Prof. Dr. Sigrid Meuschel (1944 – 2016)

meuschel

Sigrid Meuschel studierte in Freiburg im Breisgau und in Frankfurt am Main Sozialwissenschaften. Von 1971 bis 1983 war sie als persönliche Referentin von Jürgen Habermas an den Max-Planck-Instituten für Sozialwissenschaften in München und zur Erforschung der Lebensbedingungen der wissenschaftlich-technischen Welt in Starnberg tätig. In dieser Zeit wurde sie 1981 an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main promoviert.

Meuschel ging an die Freie Universität Berlin, wo sie von 1983 bis 1986 Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Soziologie und anschließend bis 1989 am Zentralinstitut für Sozialwissenschaftliche Forschung am Arbeitsbereich DDR-Forschung und -Archiv war. 1991 habilitierte sie sich und nahm anschließend eine Gastprofessur an der University of Washington an. Ihre Habilitationsschrift Legitimation und Parteiherrschaft: zum Paradox von Stabilität und Revolution in der DDR 1945–1989 wurde als „Standardwerk zum SED-Staat“ gewürdigt. Von 1993 bis zu ihrer Emeritierung war sie Professorin für Politische Wissenschaften an der Universität Leipzig. Im Wintersemester 2003/04 hatte sie die Theodor-Heuss-Professur an der New School for Social Research in New York inne.

Sigrid Meuschels Schwerpunkte in Lehre und Forschung waren das politische System der Bundesrepublik und dessen historische Genese, hier insbesondere die politischen Systemwechsel in Deutschland seit der Nationalstaatsgründung. Die theoretischen Interessen konzentrierten sich auf den Demokratie- und Diktaturvergleich (verfassungs- und Institutionensysteme; politische und Zivilreligion).

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Letzte Änderung: 25. August 2017