Die Angst der Mittelschichten vor dem sozialen Abstieg – neues soziologisches Forschungsprojekt gestartet

Vor wenigen Tagen hat das Forschungsprojekt „Mittelschichten, institutioneller Wandel und Statusverunsicherung“ – ProMIS – die Arbeit am Institut für Soziologie aufgenommen.

Das Projekt untersucht die Befürchtungen von Angehörigen der gesellschaftlichen Mittelschichten, die derzeitige Wohlstandsposition nicht aufrechterhalten zu können. Die Annahme der Projektgruppe lautet, dass es seit Beginn der 2000er Jahre tiefgreifende Veränderungen im deutschen Modell des koordinierten Kapitalismus gegeben hat, die insbesondere in den Mittelschichten einen Anstieg an Statusverunsicherung und Abstiegsangst hervorgerufen haben. ProMIS geht den Ursachen dieser Statusverunsicherung nach und untersucht deren Folgen für die langfristige Lebensplanung der Betroffenen. Ein weiterer Schwerpunkt darin, Vorstellungen über die Wiederherstellung eines als subjektiv sicher erachteten Arrangements der Institutionen des Arbeitsmarkts und des Wohlfahrtsstaats zu ermitteln. Hierzu führt ProMIS eine stichprobenkontrollierte Umfrage unter 2000 abhängig Beschäftigten in Deutschland durch. Ergänzend werden Analysen mit längsschnittlichen Umfragedaten aus anderen Ländern durchgeführt.

ProMIS wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft am Lehrstuhl für Soziologie, Institutionen und Sozialer Wandel für drei Jahre gefördert. Das Projekt ist zugleich eingebettet in die Projektgruppe OIKON am „Centrum für Globalisierung und Governance“ der Universität Hamburg.

Letzte Änderung: 9. März 2015