Promotionen

Leitfaden: Promovieren Schritt für Schritt

Hier finden Sie einen grundsätzlichen Überblick und Hinweise zu Ablauf und benötigten Unterlagen/Vorlagen für das Promotionsverfahren an unserer Fakultät. Für ausführliche Informationen ist es empfehlenswert, die Paragraphen der Promotionsordnung nachzulesen (Link zur PO). Weitere Informationen finden Sie im Promotionsleitfaden des PromovierendenRates der Universität Leipzig.

Ablauf

Schritt 1: Beginn der Promotion - Aufnahme in die DoktorandInnenliste

Die Aufnahme in die Doktorandenliste (DL) verkörpert für Sie den ersten Teilschritt zu einer erfolgreichen Promotion und sollte genau bedacht sein. Es empfiehlt sich in jedem Fall vor den Antragstellung den Dekanatsrat/die Dekanatsrätin zu konsultieren. Neben den formalen Angelegenheiten die Sie beachten müssen (siehe unten) und den Überlegungen zur finanziellen Absicherung Ihres Promotionsprojektes sollten Sie mit einem wohldurchdachten durch ein Exposé untersetzten Themenvorschlag an eine/n mögliche/n Betreuerin/Betreuer herantreten. Das Gewinnen eines Betreuers/einer Betreuerin, der/die für die Thematik einschlägig und gewillt ist, Sie auf dem langen, oft steinigen Weg zu begleiten und zu unterstützen, ist für den Erfolg Ihres Vorhabens sehr wichtig. Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie Ihre Dissertation im Rahmen einer strukturierten Doktorandenausbildung (Graduiertenschule/Graduiertenstudiengang) oder eines individuellen Verfahrens erstellen. Sie können (keine Pflicht) Ihrem Aufnahmeantrag eine Betreuervereinbarung (link setzen) beilegen, in der detailliert die Pflichten und Rechte sowohl des Doktoranden als auch des Betreuers festgeschrieben sind.

Folgende formale Schritte sind von Ihnen zu beachten:

  • Antrag auf Aufnahme in die Doktorandenliste ausfüllen
  • Gegenzeichnung des Betreuers/der Betreuerin
  • Angabe des Promotionsgebietes
  • Vollständige Unterlagen beifügen
  • Antrag im Dekanat abgeben

Außerdem sind einzureichen:

  • Lebenslauf mit Foto
  • Nachweis über Hochschulabschluss (beglaubigte Urkunde und Zeugnis, falls nicht an der UL erworben)
  • Studierende eines Graduiertenstudiengangs der Fakultät oder des Graduiertenzentrums der RAL legen einen gültigen Nachweis über die Aufnahme in den Studiengang/Klasse bei und werden ohne zusätzliche Verfahren in die DoktorandInnenliste aufgenommen
  • ggf. Betreuererklärung

Der Antrag wird durch die Promotionskommission geprüft. Der Doktorand/die Doktorandin wird vom Dekanatsrat schriftlich über die Aufnahme/Nichtaufnahme in die DoktorandInnenliste in Kenntnis gesetzt. Die Aufnahme kann von der PK mit einem Vorbehalt versehen und dem Doktoranden/der Doktorandin so bestimmte Auflagen erteilt werden. Das erfolgt im Rahmen einer sogenannten Eignungsfeststellungsprüfung (siehe PO §§ 4, 5 und 6). Dieses Verfahren kommt dann zur Anwendung kommen, wenn die Promotionskommission feststellt, dass ein/e Doktorand/in mit Master-, Diplom- oder Magistergrad über keinen Hauptfachabschluss in einem der an der Fakultät vertretenen Fächer verfügt oder als Inhaber/in eines Bachelorgrades in einem der Fächer der Fakultät einen BA-Fast Track anstrebt.

Mit der Eintragung in die Doktorandenliste sind der offizielle Beginn der Promotion und der Status als Doktorand für zunächst 6 Jahre verbunden. Falls Sie es nicht schaffen sollten, in diesem Zeitraum einen Antrag auf Eröffnung Ihres Verfahrens zu stellen, werden Sie von Amtswegen von der DL gestrichen und darüber schriftlich informiert. Eine Verlängerung des Verbleibs auf der Liste kann nur in schwerwiegenden Fällen (eigene schwere Erkrankung, Geburt/Betreuung von Kindern) beantragt werden. Sie haben aber unabhängig davon jederzeit die Möglichkeit, nach Ablauf der 6-Jahresfrist einen Wiederaufnahmeantrag in der DL zu stellen. D.h. die Streichungsklausel dient vor allem dem Zweck, Ihnen die Möglichkeit zu geben, über die Fortführung Ihres Promotionsprojekts im Rahmen Ihres Lebensplanung nachzudenken.

Weitere Voraussetzungen und Besonderheiten für die Zulassung zum Promotionsverfahren”

Voraussetzungen

  • Master-, Magister- oder Diplom-Abschluss mit mindestens der Note „gut“
  • kein vorheriges Promotionsverfahren, das auf denselben Doktorgrad zielt und das endgültig nicht bestanden wurde bzw. ruhend ist

Besonderheiten

  • Eignungsfeststellungsverfahren (§ 6 PO)
    • bei InhaberInnen des Bachelorgrades mit überdurchschnittlichen Leistungen
    • wenn das Promotionsfach vom Hauptfach des Abschlusses abweicht, hier wird die
      Aufnahme mit ggf. Auflagen verbunden, also ergänzenden Studien oder Prüfungen
  • Grenzüberschreitendes Promotionsverfahren/Cotutelle (siehe unten Besonderheiten)
  • Kooperatives Promotionsverfahren (siehe unten Besonderheiten/ Kooperatives Promotionsverfahren oder PO § 4 Abs. 2)
    • gemeinsames Verfahren zwischen der Fakultät und einer deutschen Fachhochschule
  • Kumulative Dissertation (siehe unten Besonderheiten/ Kumulative Dissertation oder PO § 9 Abs. 2)
    • thematischen Zusammenhang der zusammengestellten Schriften durch einen Klammerteil deutlich machen

Schritt 2: Eröffnung des Promotionsverfahrens

Empfohlen wird im Vorfeld des Einreichens der Unterlagen ein Gespräch mit dem Dekanatsrat/der Dekanatsrätin.
Bitte beachten Sie, dass das Dekanat nur einen komplett vollständigen Antrag zur Bearbeitung annimmt und der Antrag spätestens 2 Wochen vor der nächsten Promotionskommissionssitzung einzureichen ist (Terminübersicht Sitzungen PK).
Für diesen Schritt ist § 7 der Promotionsordnung maßgebend.

Antragspaket:

  1. Formloser, schriftlicher Antrag auf Durchführung eines Promotionsverfahrens an den Dekan/die Dekanin:
    • mit Angabe des angestrebten Doktorgrades (Dr. phil. oder Dr. rer. pol.)
    • mit Angabe des Promotionsgebiets
    • mit einem Gutachtervorschlag (in der Regel fungiert der/die Betreuer/in als
      Erstgutachter/in) ohne Anspruch auf Berücksichtigung
  2. Anlagen zum formlosen Antrag
    • 3 gebundene Exemplare der Dissertation (geforderte Titelseite in der Anlage der PO)
    • 1 elektronische Fassung der Dissertation (Medien: DVD oder USB-Stick, als pdf-Dokument)
    • 4 Exemplare der Zusammenfassung mit Inhaltsverzeichnis in Papierform
      • Strukturierung der Zusammenfassung nach § 9 Abs. 5: Themenstellung, Methoden, Erkenntnisgewinn
    • 1 elektronische Zusammenfassung mit Inhaltsverzeichnis (Medien: DVD oder USB-Stick, als pdf-Dokument)
    • 1 tabellarischer Lebenslauf mit Darstellung des persönlichen und wissenschaftlichen
      Werdeganges
    • Verzeichnis der wissenschaftlichen Veröffentlichungen und Vorträge
    • bibliografische Beschreibung und Referat (siehe PO Anlage 8)
    • Vorschlag für die Auswahl des Fachgebiets des Rigorosums, Benennung von zwei Prüfungsthemen (dürfen sich nicht mit dem Dissertationsgegenstand überschneiden) und Vorschlag für den/die Prüfer/in
    • ggf. Antrag auf Anerkennung von Prüfungsleistungen in einem Graduiertenstudiengang der Fakultät oder am Graduiertenzentrum Geistes- und Sozialwissenschaften der Research Academy Leipzig unter Beifügung des Abschlusszertifikats
    • urkundliche Nachweise (Abschlusszeugnisse) über das Erfüllen der Zulassungsvoraus-setzungen gemäß § 4. Da diese bereits dem Dekanat seit der Aufnahme in die Doktorandenliste vorliegen, fügt das Dekanat die Zeugnisunterlagen dem Antrag bei.
    • Erklärung über die Anerkennung der Promotionsordnung vom 11. Mai 2010 in der Fassung vom 1. März 2016
    • Versicherung über die selbstständige Erstellung der Dissertation gemäß Anlage 9

Die Eröffnung des Verfahrens erfolgt innerhalb von zwei Monaten nach Antragseinreichung und der Kandidat/die Kandidatin wird innerhalb von 14 Tagen nach Beschlussfassung durch die Promotionskommission und den Fakultätsrat schriftlich informiert.
Mit der Eröffnung werden die Gutachter/Gutachterinnen und ggf. das Prüfungsfach/die Prüfungsthemen im Rigorosum sowie der Prüfer/die Prüferin festgelegt. Der FR kann beide vorgeschlagenen Themen bestätigen oder auch nur eines von beiden. Die Gutachter/Gutachterinnen erhalten drei Monate Zeit für die Begutachtung.

Schritt 3: Annahme der Dissertation

Sobald die Gutachten dem Dekan/der Dekanin vorliegen, werden diese zusammen mit der Dissertation im Dekanat 14 Tage zur Einsichtnahme und Stellungnahme für die Mitglieder des Fakultätsrats und der Promotionskommission ausgelegt.
Sind alle Gutachten positiv und erfolgt keine ablehnende Stellungnahme von Mitgliedern des Fakultätsrates, wird die Annahme der Dissertation durch die Promotionskommission vollzogen. Der/die Promovend/in wird über die Annahme der Dissertation informiert und ggf. zum Ablegen des Rigorosums aufgefordert.

Schritt 4: Ablegen des Rigorosums

Für das Rigorosum erhält der Promovend/die Promovendin spätestens 14 Tage vor dem festgelegten Termin eine schriftliche Einladung durch den Prüfer/die Prüferin. Das Rigorosum besteht aus einer einstündigen mündlichen Prüfung im Hauptfach. Der konkrete Termin des Rigorosums wird selbstständig vom/von der Promovend/in mit dem/der Prüfer/in abgesprochen und dem Dekanat mitgeteilt. Das Dekanat übersendet dem/der Prüfer/in zeitnah das Formular des Prüfungsprotokolls.

Das Rigorosum kann entfallen, wenn Prüfungsleistungen in einem Graduiertenstudiengang der Fakultät oder am Graduiertenzentrum Geistes- und Sozialwissenschaften der Research Academy Leipzig erfolgreich abgelegt wurden und der Antrag auf Gleichwertigkeit von der Promotionskommission anerkannt worden ist. Andere Leistungen (z.B. Lehrleistungen) während der Doktorandenzeit werden grundsätzlich nicht als rigorosumsadäquat anerkannt.

Nach erfolgreich abgelegtem Rigorosum bzw. dem Nachweis rigorosumsadäquater Leistungen im Rahmen eines Graduiertenstudiums erhält der/die Promovend/in die Gutachten in Kopie zur Vorbereitung der Verteidigung.

Schritt 5: Verteidigung

Für diesen Schritt ist der § 14 der PO maßgebend. In der Verteidigung sollen die mit der Disser-tation erzielten Ergebnisse in einem 30-minütigen Vortrag dargelegt und Bezug auf die in den Gutachten geäußerte Kritik genommen werden. Die Verteidigung findet in der Regel in deutscher Sprache statt. Die Verteidigung wird mit der Vorstellung des/der Kandidaten/in eröffnet, dann folgt das Verlesen der Gutachten und der Vortrag des/der Promoven-den/Promovendin. Daran schließt sich eine Diskussion zu Vortrag, Dissertation und Zusammenfassung der Dissertation an. Das Fragerecht steht hierbei zunächst den Gutachtern/Gutachterinnen zu. Nach der Diskussion entscheidet die Promotionskommission unter Einbeziehung der anwesenden Gutachter/Gutachterinnen und weiterer Hochschullehrer/innen der Fakultät über die Benotung der Verteidigung und das Gesamtprädikat des Promotionsverfahrens.

Die Verteidigung kann zum festgesetzten Termin stattfinden, wenn der Vorsitzende/die Vorsitzende der Promotionskommission, die Mehrheit der Mitglieder der Promotionskommission (mind. vier von sechs Mitgliedern)  und mindestens ein Gutachter/eine Gutachterin anwesend sind.

Schritt 6: Abschluss des Verfahrens und Verleihung des Doktorgrades

Der Verleihungsbeschluss wird in der Regel innerhalb von zwei Monaten nach dem Termin der Verteidigung durch den Fakultätsrat gefasst und dem/der Kandidaten/in schriftlich unter Übersendung von ausführlichen Hinweisen zum Procedere des formalen Abschlusses des Verfahrens mitgeteilt.
Die Übergabe der Promotionsurkunde erfolgt nach Abgabe der Pflichtexemplare innerhalb von 6 Monaten (Fristverlängerung siehe § 17 Abs. 2). Damit erhält der/die Kandidat/in das Recht zur Führung des Doktortitels.
Die Fakultät hat sich hierbei in der PO dazu entschieden, die Pflicht zur Abgabe von Pflichtexemplaren von der Veröffentlichungspflicht zu trennen.Der Doktorgrad darf bereits auch dann geführt werden, wenn die Erfüllung der Abgabe von Pflichtexemplaren im Dekanat erfolgte, ohne das bereits der Veröffentlichungspflicht durch die Vorlage der Kopie eines Verlagsvertrages Genüge getan worden ist.Dafür stehen zwei Optionen zur Verfügung.

Hinweise zu den Pflichtexemplaren

  • Option 1: Abgabe von 4 gebundenen Exemplaren der Dissertation (einschließlich des Bibliotheksscheins) und eine Kopie des Verlagsvertrages (LINK) an das       Dekanat, wenn ein gewerblicher Verleger die Verbreitung über den Buchhandel übernimmt.
  • Option 2: Abgabe von 4 gebundenen Exemplaren der Dissertation (einschließlich des Bibliotheksscheins) an die Universitätsbibliothek oder Hochladen einer elektronischen Version der Dissertation (pdf-Datei) auf den Dokumentenserver der UBL (LINK Bibliotheksschein).

Die Mehrheit der Promovenden entscheidet sich für Option 1. Beachten Sie, dass für die Pflichtexemplare die geforderte Titelseite verwendet wird (LINK zum Muster) (Anlage 4 bzw. 6). Der Druck kann ein- oder beidseitig erfolgen, untersagt ist eine Spiralbindung. Eine detaillierte Erläuterung dieses Procedere finden Sie in der Regelung zur Pflichtexemplarabgabe und der Veröffentlichungspflicht von Dissertationen an der Fakultät für Sozialwissenschaften und Philosophie (Link).

Verlängerung der Abgabefrist

Eine Verlängerung der Abgabefrist ist schriftlich beim Dekanat zu beantragen und mit einer kurzen Begründung zu versehen. (s. auch LINK zur Regelung zur Pflichtexemplarabgabe und der Veröffentlichungspflicht)

  • Variante (a): Verlängerung der Abgabefrist bei Durchführung einer Verlagsveröffentlichung:
    Hier beträgt die maximale Abgabefrist der Pflichtexemplare und des Verlagsvertrags 24 Monaten (6 Monate plus eine maximale Verlängerungsfrist von weiteren 18 Monaten). Für den Fall, dass auch nach 24 Monaten kein Verlagsvertrag zustande gekommen ist, übergibt das Dekanat die bereits vorliegenden 4 Pflichtexemplare an die UBL.
  • Variante (b): Verzicht auf Erstveröffentlichung der Dissertation über einen Verlag: Hier beträgt die maximale Abgabefrist der Pflichtexemplare bzw. das Hochladen auf den Dokumentenserver der UBL 12 Monate (6 Monate plus eine maximale Verlängerungsfrist von weiteren 6 Monaten)

Erfolgt nach Ablauf der Verlängerungsfristen keine Abgabe der Pflichtexemplare erlischt das Promotionsverfahren ohne Vollzug der Promotion.

Allgemeine Festlegungen zum Promotionsverfahren

1) Zu erbringende Promotionsleistungen

Die akademischen Grade Dr. phil. und Dr. rer. pol. werden auf der Grundlage jeweils erfolgreich abgeschlossener Promotionsleistungen vergeben, die in der nachfolgenden Reihenfolge abzulegen sind:

  1. Selbständig erstellte schriftliche wissenschaftliche Arbeit, die das Wissenschaftsgebiet weiterentwickelt (Dissertation)
  2. Rigorosum bzw. erbrachte Leistung aus einem Graduiertenstudiengang (s. § 13)
  3. Öffentliche Verteidigung gemäß § 14.

2) Bewertung

Das Gesamtprädikat der Promotionsleistung setzt sich zusammen aus:

  • den Einzelnoten für die Begutachtung der Dissertation (mit insgesamt 60 %),
  • der Note für die Prüfung des Rigorosums (mit 20 %) bzw. entsprechend den Noten der
    Prüfungsleistungen in einem Graduiertenstudiengang der Fakultät oder am Graduiertenzentrum Geistes und Sozialwissenschaften der
    Research Academy Leipzig gemäß § 13 (3),
  • der Note für die Verteidigungsleistung (mit 20 %).

Im Promotionsverfahren sind erbrachte Leistungen mit folgenden Noten zu bewerten:

  • summa cum laude – ausgezeichnet (0,00-0,49)
  • magna cum laude – sehr gut (0,5-1,49)
  • cum laude – gut (1,5-2,49)
  • rite – befriedigend (2,5- 3,49)
  • non sufficit – nicht bestanden (ab 3,5)

3) Zuständigkeiten

Das für das Promotionsverfahren abschließend zuständige Gremium ist der Fakultätsrat. Durchgeführt wird das Promotionsverfahren von einer alle drei Jahre zu berufenden Promotionskommission, der je ein/e Hochschullehrer/in jedes an der Fakultät vertretenen Instituts angehört.

Besonderheiten

1) Grenzüberschreitendes Promotionsvorhaben/Cotutelle

Für ein grenzüberschreitendes Promotionsvorhaben gelten weitgehend die gleichen Schritte und Voraussetzungen des Promotionsverfahrens. Zusätzlich muss eine Vereinbarung zwischen den beteiligten Hochschulen geschlossen werden (Muster). An der Fakultät für Sozialwissenschaften und Philosophie werden grundsätzlich nur gemeinsame Promotionsverfahren (joint supervision) durchgeführt. § 4 Abs. 6 und § 8 sind hierfür zentral.
Die Fakultät vertritt die allgemein praktizierte Position in der EU, dass ein Cotutelle-Verfahren nicht in der Vergabe von zwei getrennten Degrees münden darf. Im Cotutelle-Verfahren wird ein Doktortitel erworben, der aber in der jeweils landestypischen Bezeichnung getragen werden darf. Es kann darüber eine gemeinsame oder zwei separate Urkunden ausgestellt werden.

Die Dissertation muss zusätzlich eine Zusammenfassung in einer von der ausländischen Hochschule festgelegten Sprache enthalten. Das Einreichen der Dissertation erfolgt nach entsprechender Vereinbarung entweder an der Fakultät für Sozialwissenschaften und Philosophie bzw. an der ausländischen Universität oder an beiden.
Ist die Fakultät für Sozialwissenschaften und Philosophie der UL federführend, dann erweitert der Fakultätsrat im Einvernehmen mit der ausländischen Universität die Promo-tionskommission um einen oder zwei Hochschullehrer/Hochschullehrerinnen der Partneruniversität. Diese können Gutachter/innen im Verfahren sein. Insgesamt werden vier Gutachter/innen der beiden beteiligten Hochschulen bestellt. Der einzureichenden Dissertation muss zusätzlich eine Zusammenfassung in einer von der ausländischen Hochschule festgelegten Sprache beigelegt werden. Nach Annahme der Dissertation wird die Schrift der ausländischen Partneruniver-sität zusammen mit den Gutachten zur Zustimmung über den Fortgang des Verfahrens übermittelt. Nach erfolgter Zustimmung unterzieht sich der Promovend/die Promovendin ggf. dem Rigorosum. Wird die Dissertation durch eine der beiden Partneruniversitäten abgelehnt, wird das gemeinsame Promotionsverfahren beendet. Die Verteidigung findet an der Fakultät für Sozialwissen-schaften und Philosophie der UL statt. Die Partneruniversität wird über deren Verlauf und die Ergebnisse informiert, damit die Verleihung des gemein-samen Titels vollzogen werden kann. Ist die ausländische Partneruniversität federführend, findet das Verfahren auf der Basis der gemeinsamen Vereinbarung nach den Verfahrensgrundsätzen der ausländischen Universität statt. Die Fakultät für Sozialwissenschaften und Philosophie der UL ist angemessen an der ausländischen Promotionskommission zu beteiligen. Der/die Kandidat/in übergibt nach der Eröffnung des Verfahrens an der ausländischen Universität, den entsprechenden Bescheid an das Dekanat der Fakultät für Sozialwissenschaften und Philosophie, um die Positionierung des Fakultätsrates zum weiteren Fortgang zu erwirken. Nach der Verteidigung der Dissertation übersendet die ausländische Universität der Fakultät für Sozialwissenschaften und Philosophie der UL Kopien der Gutachten und eine Kopie der separaten Promotionsurkunde. Für den Fall das eine gemeinsame Urkunde (siehe Muster) vereinbart worden ist, lässt die Partneruniversität der Fakultät für Sozialwissenschaften und Philosophie der UL vier Exemplare  der Urkunde zur Unterschrift durch die UL zukommen.

2) Eignungsfeststellungsverfahren

Das Eignungsfeststellungsverfahren kommt in zwei Fällen zum Einsatz:

  • bei Inhabern des Bachelorgrades mit überdurchschnittlichen Leistungen im rahmen einensn BA-Fast Track
  • wenn das Promotionsfach vom Hauptfach des Abschlusses abweicht, hier wird die Aufnahme mit Auflagen verbunden, also ergänzenden Studien (Besuch zusätzlicher Module) und das Ablegen von Prüfungen.

Hierfür ist § 6 der PO maßgeblich..

3) Kooperatives Promotionsverfahren

Für ein kooperatives Promotionsverfahren sollten Sie vor dem ersten Schritt, der Antragstellung auf Aufnahme in die Doktorandenliste, das persönliche Beratungsgespräch mit der Dekanatsrätin/dem Dekanatsrat suchen. Mit Blick auf die Betreuerfrage kann die Dissertation von einem Hochschul-lehrer/einer Hochschullehrerin bzw. einem habilitierten, prüfungsberechtigten Mitglied der Fakultät und einem Hochschullehrer/einer Hochschullehrerin der Fachhochschule gemeinsam oder von einem Hochschullehrer/einer Hochschullehrerin bzw. einem habilitierten, prüfungsberechtigten Mitglied der Fakultät allein betreut werden. Das gemeinsame Verfahren zwischen der Fakultät für Sozialwissenschaften und Philosophie und der entsprechenden Fakultät einer deutschen Fachhochschule wird in einem Betreuungsvertrag/einer schriftlichen Vereinbarung festgeschrieben. In kooperativen Promotionsverfahren wird die Promotionskommission der Fakultät für Sozialwissenschaften und Philosophie um einen Hochschullehrer/eine Hochschullehrerin der entsprechenden Fachhochschule erweitert. Mindestens ein/e Hochschullehrerin der betreffenden Fachhochschule wird als Gutachter/in im Verfahren bestellt.

Das  Promotionsverfahren selbst verläuft in den gleichen Schritten, wie die Verfahren ohne Beteiligung von Fachhochschulen:

  • Eröffnungsantrag
  • Eröffnung des Verfahrens durch den FR
  • Annahmebeschluß der PK zur Arbeit und den eingegangenen Gutachten
  • Durchführung des Rigorosums,
  • Verteidigungsveranstaltung

4) Kumulative Dissertation

Eine kumulative Dissertation setzt sich aus mehreren wissenschaftlichen Arbeiten zu gleicher oder ähnlicher Thematik zusammen und wird von einem Klammerteil, der den thematischen Zusammenhang verdeutlicht, begleitet. Hierzu müssen eine Darstellung der theoretischen Grundlagen und ihre Einordnung in das Fachgebiet sowie eine verallgemeinernde Zusammenfassung aller Arbeitsergebnisse erfolgen.
Im Fall des kumulativen Verfahrens können auch wissenschaftliche Veröffentlichungen in die Dissertation Eingang finden, die in Ko-Autorenschaft entstanden sind. In diesem Fall ist durch die Kandidatin/den Kandidaten der Eigenanteil an den Veröffentlichungen und die Erstautorenschaft durch eine eigene, von den Ko-Autoren bestätigte, schriftliche Erklärung nachzuweisen. Der Anteil von Arbeiten in Ko-Autorenschaft darf nicht mehr als die Hälfte der zusammengestellten Arbeiten betragen. Siehe im Detail § 9 Abs. 2.

Letzte Änderung: 6. November 2019