DFG-Projekt Generationenwandel als religiöser und weltanschaulicher Wandel

Einleitung

Die ostdeutsche Bevölkerung hat im letzten Jahrhundert zwei massive Transformationsprozesse erlebt: 1945 das Ende des Nationalsozialismus und den Aufbau der DDR sowie 1989/90 das Ende der DDR und die deutsche Wiedervereinigung.

Damit waren umfassende Veränderungen in verschiedenen Bereichen verbunden: im Bereich der Wirtschaft und des politischen Systems, im Bereich der Bildung, aber auch auf dem Gebiet der Weltanschauung und der Religion.

Diese massiven Veränderungen spielten sich aber nicht nur auf der Ebene der „großen Politik“ ab. Sie wurden nicht zuletzt „im Kleinen“ – in Familien, von Einzelnen und Gruppen – erfahren und verarbeitet, vorangetrieben oder durchlitten. Und sie bedeuteten Verschiedenes für die unterschiedlichen Generationen. Was die einen als Bruch erlebten, war für die anderen schon Selbstverständlichkeit, wo die einen Entscheidungen zu treffen hatten, fanden die anderen bereits Entschiedenes vor und mussten sich dazu ins Verhältnis setzen.

Das Forschungsprojekt setzt an den Erfahrungen der Familien und der verschiedenen Generationen an. Wir interessieren uns dafür, wie Familien und Einzelne die Geschichte dieser Umbrüche erlebt und gestaltet haben. Dabei interessiert uns besonders das Gebiet der Religion. Wie hat sich der Prozess vollzogen, der Ostdeutschland zu dem Landstrich in der Welt hat werden lassen, in dem die wenigsten Menschen sich noch als religiös verstehen? Und wie entwickelt sich dieser Bereich nach dem Systemwechsel von 1989/90? Wo gab es im Handeln und Erleben Gemeinsamkeiten zwischen den verschiedenen Generationen und wo gab es Konflikte oder Meinungsverschiedenheiten? Was hat sich im „Blick auf die Welt“ und in der eigenen Orientierung seit der Wiedervereinigung verändert und was hat sich durchgehalten?

Auf diesen Seiten finden Sie alle wichtigen Informationen zu diesem Forschungsprojekt. Fragen und Kommentare sind uns jederzeit herzlich willkommen.

Letzte Änderung: 7. Februar 2014