Dr. Christian Fröhlich

ehemaliger Doktorand

E-Mail: cfroehlich[at]hse[dot]ru
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Bereich: Kultursoziologie

Zur Person

1979 in Bad Saarow geboren
2000-2006 Studium der Kulturwissenschaften und der Soziologie an der Universität Leipzig und an der Staatlichen Universität St. Petersburg
2008/2009 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Soziologischen Institut der Universität Zürich (Prof. Dr. Jörg Rössel)
2008-2010 Promotionsstipendiat der Friedrich-Ebert-Stiftung mit dem Dissertationsprojekt “Die Kultur der Exklusion – die konfliktreiche Integration behinderter Menschen in Russland” 2009/2010 Forschungsaufenthalt an der Soziologischen Fakultät der Russischen Akademie der Wissenschaften in Moskau

Seit 2014 Associate Professor an der National Research University Higher School of Economics, Moskau (aktuelle Website).

Forschungsinteressen

Weltkultur und Weltgesellschaft; gesellschaftliche Transformation; Zivilgesellschaft; soziale Bewegungen; Behindertensoziologie; Osteuropa/Russland

Funktionen und Mitgliedschaften

  • Mitglied der Sektion Europasoziologie (ehem. Ost- und Ostmitteleuropasoziologie) der Deutschen Gesellschaft für Soziologie
  • Seit 2010 ordentlich gewähltes Mitglied des PromovierendenRates der Universität Leipzig; Funktion des Sprechers der Arbeitsgruppe Weiterbildung
  • Mitglied im Research Committee 47 “Social Classes and Social Movements”, International Sociological Association

Publikationen

1. Herausgeberschaften

2. Monographien

  • (2008): Behinderung im Kulturvergleich. Einstellungen zu Behinderung und Behinderten in Deutschland und Russland. Saarbrücken: VDM Verlag.

3. Aufsätze in Sammelbänden

  • (2009): Russische Behindertenpolitik im Spannungsfeld zwischen integrativer Weltkultur und exkludierendem Etatismus. S. 177-192 in: Balla, Bálint und Anton Sterbling (Hrsg.): Globalisierung, Europäisierung, Regionalisierung: unter besonderer Berücksichtigung ihrer Erscheinungsformen und Auswirkungen im östlichen Europa. Beiträge zur Osteuropaforschung, Bd. 16. Hamburg: Krämer.
  • (2009): (In russischer Sprache)
  • Russische Behinderten-NGOs und ihre Beziehungen zu internationalen Gebern und der russischen Regierung. S. 176-177 in: Empirische Forschung über Zivilgesellschaft. Konferenzband des Zivilgesellschaftsrates der Russischen Föderation.
  • (2010): Walking the Tightrope. Russian Disability NGOs’ Struggle with International and Domestic Demands. In: Sabine Fischer, Heiko Pleines (eds.): Civil Society in Central and Eastern Europe. Successes and Failures of Europeanisation in Politics and Society. Changing Europe Book Series Vol. 7. Stuttgart: Ibidem Publishers.
  • (2010): John W. Meyer: Die neo-institutionalistische Weltkulturtheorie. S. 355-372 in: Engel, Ulf und Matthias Middell (Hrsg.): Theoretiker der Globalisierung. Leipzig: Leipziger Universitätsverlag.

4. Aufsätze in Zeitschriften

  • (2009): Ausschluss vs. Integration? Der gesellschaftliche Umgang mit Behinderung in Russland und Deutschland. SWS-Rundschau 49, 3: 293-313.
  • (2010): (In russischer Sprache)
  • Balancieren auf dem Drahtseil: Russische Behinderten-NGOs zwischen internationaler Unterstützung und russischer Innenpolitik. Journal of Social Policy Research, Nr. 8, Issue 2: 165-184.

5. Rezensionen

  • (2008): Behindernde Gesellschaft – Gegenwärtige Entwicklungen in der deutschsprachigen Forschung über Behinderung. Sozialwissenschaftliche Literatur Rundschau 56: 71-81.
  • (2009): Rezension zu “Maschke, Michael. Behindertenpolitik in der Europäischen Union. Lebenssituation behinderter Menschen und nationale Behindertenpolitik in 15 Mitgliedstaaten.” Politische Vierteljahresschrift 50: 731-733.

6. Sonstiges 

  • (2009): Internationale Förderung und politische Kultur in der russischen Zivilgesellschaft. Das Beispiel der NGOs in der Behindertenhilfe. russland-analysen 188/09 (25.09.2009); http://www.laender-analysen.de/russland/

Promotionsprojekt

Die Kultur der Exklusion – die konfliktreiche Integration behinderter Menschen in Russland

Seit dem Systemwandel in Russland kommt es zu massiven Schwierigkeiten bei der Integration von Menschen mit Behinderungen. In meiner Dissertation geht es um Akteure der russischen Behindertenhilfe und ihre Einbettung in die Entwicklung von Zivilgesellschaft. Im Fokus stehen dabei die Orte, an denen das gesellschaftliche Phänomen Behinderung konstruiert, interpretiert und behandelt wird: russische und internationale NGOs, internationale Staatsagenturen und Stiftungen, russische Sozial- und Behindertenpolitik. Die Arbeit analysiert, inwieweit globale Paradigmen zivilgesellschaftlichen Handelns und der Integration von Behinderung auf den gesellschaftlichen Umgang mit Behinderten in Russland wirken.
Dabei liegt der Fokus auf gesellschaftlichen Konzepten, Definitionen und Wertvorstellungen gegenüber gesellschaftlichem Engagement und gegenüber Behinderung, die sich in den Deutungsmustern, Interpretation und Werthaltungen der sozialen Akteure ausdrücken. Diese sind an unterschiedliche organisationale Umwelteinflüsse und Entstehungszusammenhänge gebunden und verweisen auf der einen Seite auf das normative und institutionelle Erbe der früheren Sowjetunion sowie auf der anderen Seite auf den Einfluss weltkultureller Elemente einer “World Polity” (John Meyer et al.). Das Dissertationsprojekt fragt nach den Bedingungen und Möglichkeiten gesellschaftlichen Wandels durch globale Einflüsse auf die gesellschaftliche Integration marginalisierter Bevölkerungsgruppen.
Es wird demnach analysiert, unter welchen Umständen russische NGOs erfolgreich in der Initiierung von Einstellungswandel und in der Durchsetzung von Integrationsmaßnahmen sein können. Dabei soll mit Blick auf internationale Partnerschaften und Kooperationen untersucht werden, inwieweit globale, westlich induzierte Aktionsmodelle von Zivilgesellschaft auf der Mikroebene von nichtstaatlichem Organisationshandeln in Russland beobachtet werden können. Wie sehr tragen internationale Kooperationen zur Erweiterung der Handlungsspielräume bei? Mit welchen Schwierigkeiten und Beschränkungen haben diese Kooperationen zu kämpfen? Und in welchem Sinne kann man dabei von der Formierung einer globalen Zivilgesellschaft sprechen und inwiefern haben russische NGOs daran teil?

Betreuerin der Arbeit
Prof. Dr. Monika Wohlrab-Sahr (Universität Leipzig)

Letzte Änderung: 28. Februar 2017