M.A. Laura-Elena Keck

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

E-Mail: laura[dot]keck[at]uni-leipzig[dot]de
Telefon: 0341 97 35687

Raum: H5 1.10
Sprechzeiten: ---


Zur Person

2005 bis 2015 Studium der Geschichtswissenschaft, der Deutschen Literatur sowie der Europäischen Kulturgeschichte in Berlin, Istanbul und Augsburg. 2015 Abschluss mit einem Master of Arts in Geschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin. Seit Oktober 2015 wissenschaftliche Mitarbeiterin im Drittmittelprojekt „Ernährung, Gesundheit und soziale Ordnung in der Moderne: USA und Deutschland“ unter der Leitung von Prof. Dr. Maren Möhring (finanziert durch die VW-Stiftung).

Forschungsinteressen

Kulturgeschichte des Essens und der Ernährung, Geschlechter- und Körpergeschichte, Wissenschaftsgeschichte, Medizin- und Psychiatriegeschichte, Stadtgeschichte

Promotionsprojekt

„Fleischkonsum und Leistungskörper in Deutschland, ca. 1850er – 1920er Jahre“

Abstract

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts formierte sich die – bald international führende – deutsche Ernährungswissenschaft, die neue Ernährungsnormen entwickelte. Eine zentrale Bedeutung kam in den Debatten um den menschlichen Stoffwechsel dem Verzehr von Fleisch zu: Mit seiner Theorie vom tierischen Eiweiß als Quelle der Muskelkraft hatte Justus von Liebig um 1850 den Grundstein für eine Ernährungslehre gelegt, die Fleisch als wichtigsten Energielieferanten propagierte und auch in den folgenden Jahrzehnten kaum an Relevanz verlor. Gleichzeitig wuchs die Kritik am Primat des Proteins – sowohl aus den Reihen der Ernährungswissenschaftler_innen, deren Forschungsinteresse zunehmend dem rein kalorischen Gehalt der Nahrungsmittel galt, als auch vonseiten der Lebensreform-Bewegung, deren Vertreter_innen meist eine vegetarische Ernährung favorisierten. Gemeinsam war den verschiedenen Ernährungslehren, dass sie vor allem ein Ziel im Blick hatten: die Steigerung der (körperlichen) Leistungsfähigkeit, die zum zentralen Gradmesser für Gesundheit und Fitness avancierte.

Das Dissertationsprojekt soll zum einen die neuen Wissensräume und Konfliktfelder erschließen, die sich im 19. Jahrhundert zwischen den Ernährungswissenschaftler_innen und ihren Kritiker_innen in Deutschland, aber auch auf transatlantischer Ebene entfalteten. Der Fokus liegt dabei auf der Bedeutung des Fleischkonsums in zeitgenössischen Diskursen zu Ernährung, Gesundheit und Leistungsfähigkeit. Darüber hinaus wird durch die Einbeziehung von Selbstdarstellungen und Ego-Dokumenten der Bogen zur Ebene individueller Akteur_innen geschlagen. Dabei wird unter anderem danach gefragt, welche Rolle der (Nicht-)Konsum von Fleisch für das alltägliche Ernährungsverhalten spielte und welche neuen Körper- und Subjektivierungspraktiken sich in diesem Kontext herausbildeten.

Publikationen

Aufsätze

  • Lebensreform und Ernährung in der Schweiz, in: Schweizer Zeitschrift für Ernährungsmedizin 15 (2017), Nr. 5, S. 6-9.
  • The Allure of All-Meat Diets, in: Food, Fatness and Fitness – Critical Perspectives, 8.8.2016, o. S.

Rezension

Tagungsbericht

Letzte Änderung: 7. Februar 2018