M.A. Lisa Neher

Wissenschaftliche Mitarbeiterin (Doktorandenförderplatz)

E-Mail: lisa[dot]neher[at]uni-leipzig[dot]de
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Sprechzeiten: nach Vereinbarung


Zur Person

Seit Oktober 2017: Wissenschaftliche Mitarbeiterin bei Prof. Dr. Dirk Quadflieg,  Lehrstuhl für Kulturphilosophie am Institut für Kulturwissenschaften der Universität Leipzig (Doktorandenförderplatz der Universität Leipzig)

Seit April 2017: Doktorandin bei Prof. Dr. Dirk Quadflieg an der Universität Leipzig

2016 Master of Arts in Philosophie (mit Auszeichnung) mit einer Abschlussarbeit zu der Kritik der Französischen Revolution bei G.W.F. Hegel und Hannah Arendt

Seit 2015 Lehrbeauftragte an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg im Fach Sozialphilosophie

2013-2016 Studium der Philosophie und Politischen Theorie (M.A.) an der Goethe-Universität Frankfurt

2009-2012 Studium der Philosophie und Kunstgeschichte (B.A.) an der Universität Stuttgart

Promotionsprojekt

Natur und Praxis: Grundbestimmungen materialistischer Gesellschaftskritik

Das Promotionsprojekt geht dem Verhältnis von Natur und Praxis in neuen materialistischen Theorien, bei Theodor W. Adorno und Karl Marx nach. Es wird dabei die Frage verfolgt, welches macht- und gesellschaftskritische Potential den Begriffen „Natur“ und „Praxis“ inhärent ist und inwiefern Gesellschaftskritik dementsprechend auf diese Begriffe angewiesen ist.

Das Promotionsprojekt nimmt dabei seinen Ausgangspunkt bei neuen materialistischen Theorien, denen unter der Bezeichnung material turn bereits die Bedeutung einer paradigmatischen Wende in den Sozial- und Kulturwissenschaften zugesprochen wird. Die Grundannahme dieser Theorien ist es, dass wir die Gesellschaft, in der wir leben, nicht ohne einen adäquaten Begriff von Materie begreifen können. Die neue, posthumanistische und postanthropozentrische Ontologie der Materie, die von Autorinnen wie Karen Barad, Jane Bennett oder Rosi Braidotti angesichts vielfältiger Krisendiagnosen (wie der Klima- und Umweltkrise), formuliert wird, bricht mit dem alten Vorurteil von der geschichtslosen und passiven Materie, stattdessen wird diese selbst als handlungs- und wirkmächtig und das heißt nicht zuletzt als Agens konzeptualisiert. Auf erkenntnis- und wissenschaftstheoretischer Ebene ist mit dieser neuen Ontologie eine Kritik am Subjekt-Objekt Dualismus verbunden.  Zugleich hängt mit diesen Theorien eine politische Theorie und Sozialphilosophie zusammen, die den Dualismus von Natur und Kultur (oder dem Sozialen) zu überwinden beabsichtigt. Damit rücken diejenigen Praktiken in den Fokus der Betrachtung, die Subjekt-Objekt und Natur-Kultur Differenzen allererst konstituieren. Natur und Praxis sind damit Schlüsselbegriffe in den neueren materialistischen Theorien. Trotz ihres gesellschaftskritischen Anspruchs versäumen sie allerdings, einen Begriff von Gesellschaft zu formulieren. Mit Rückgriff auf die ältere Kritische Theorie, insbesondere der beiden Schriften „Dialektik der Aufklärung“ (Horkheimer/Adorno) und „Negative Dialektik“ (Adorno), und die Kritikfiguren in Karl Marx´ Kritiken, soll auf dem Problemniveau der neuen materialistischen Theorien, diesem Defizit begegnet werden. Damit soll ein Beitrag zu einer politischen Philosophie und Sozialphilosophie formuliert werden, die die materiellen Bedingungen menschlicher Sozialität zu konzeptualisieren erlaubt und so den in der politischen Philosophie und Sozialphilosophie vorherrschenden Fokus auf intersubjektive Beziehungen zu verschieben vermag.

Betreuer der Arbeit

Prof. Dr. Dirk Quadflieg (Universität Leipzig)

 

Publikationen und Vorträge

Vorträge

  • „Feministischer Materialismus: Zur Identitäts und -Repräsentationskritik Karen Barads“ auf der Tagung: Geschlecht, Differenz und Identität. Über materialistischen Feminismus und Subjektkritik  am 26.08.2017.

Publikationen

  • Wider die religiöse Mathematik. In: „Der Schein des Lichts, der ins Gefängnis scheint“.  Religion, Metaphysik, Kritische Theorie, hrsg. v. Dirk Braunstein; Grazyna Jurewiz; Ansgar Martins, Neofelis, Berlin 2017 (im Erscheinen)
  • Antagonismus und Agon: Chantal Mouffes kritische Aneignung Carl Schmitts. In: Philosophie der Praxis und die Praxis der Philosophie, hrsg. v. Claus Baumann; Jan Müller; Ruwen Stricker, Verlag Westfälisches Dampfboot, Münster, 2014 S.233-247
Letzte Änderung: 16. März 2018