M.A. Sophia Wagemann

Doktorandin

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Bereich: Vergleichende Kultur- und Gesellschaftsgeschichte des modernen Europa

Zur Person

seit November 2019 Supervisionsbeauftragte an der LernKlinik Leipzig
seit April 2020 Doktorandin am Lehrstuhl für Kulturgeschichte (Prof. Maren Möhring), Institut für Kulturwissenschaften, Universität Leipzig
Seit April 2020 Mitglied der Graduate School Global and Area Studies der Universität Leipzig
Mai 2019 bis Dezember 2019 Pre-Doc Stipendiatin am Sonderforschungsbereich 1199 Verräumlichungsprozesse unter Globalisierungsbedingungen, Universität Leipzig
Februar 2019 – März 2019 Direktionspraktikum am Deutschen Institut für Japanstudien (DIJ), Tokyo (Institut der Max Weber Stiftung) und DAAD- Stipendiatin
2018 – 2019 Studentische Hilfskraft und Tutorin am Institut für Ethnologie der Universität Leipzig
2014 – 2019 B.A. und M.A. Studium der Ethnologie in Leipzig

Forschungsinteressen

Körpergeschichte, Wissenschafts- und Technikforschung, Globale Wissenszirkulation, Medizingeschichte, Emotionsgeschichte, Objekte des Wissens

Promotionsprojekt

Die Pille und die Bestimmung von Nebenwirkungen: wie Hormone erlebt, beforscht und verändert werden, 1970-heute

Das Dissertationsprojekt fragt nach der Geschichte der feministischen Kritik und der wissenschaftlichen Erforschung der Nebenwirkungen der Pille von den 1970er Jahren bis heute. Es ist an der Schnittstelle der Körpergeschichte, Wissenschafts- und Technikforschung, Medizingeschichte und der Emotionsgeschichte angesiedelt. Der Fokus liegt auf den differierenden Körperbildern, die durch die hormonelle Bestimmung des Körpers seit den 1970er Jahren in der Beschreibung von Emotionen prominent sind. Hierbei nehme ich die Neubestimmungen des Verhältnisses von Körper und Präparat in den Blick, ebenso wie Veränderungen der chemischen Zusammensetzung des Präparats selbst. Hinter der Kritik an der Einnahme künstlicher Hormone stehen feministische Kämpfe und deren kritische Reflexion der unzureichenden Informationslage zu den Nebenwirkungen der Pille. Diese Aushandlungen von natürlichen und künstlichen Hormonen sowie natürlichen und künstlichen Emotionen verflechten historisch hervorgebrachte und medizinisch geprägte Körpervorstellungen und erfordern analytische Überlegungen. In der Diskussion um die Nebenwirkungen hormoneller Verhütungsmittel entsteht der Eindruck, die Kritik an und Erforschung von der Wirkung von Hormonen auf den Körper sei neu. Die Kritik ist jedoch so alt wie die Pille selbst. Es gilt vielmehr aufzuzeigen, wie medizinische Objekte, einmal auf dem Markt, weiterhin als Objekte des Wissens Zentrum und Auslöser von Aushandlungsprozessen bleiben. Seit den 1950er Jahren nimmt die Kritik an den Risiken der Einnahmen von Hormonen zu. Seitdem sind physische Nebenwirkungen wie Thrombose- und Krebsrisiko in den Beipackzetteln der Pillen hinzugefügt worden. Nun gilt es die aktuellen feministischen Aushandlungen und die wissenschaftliche Erforschung psychosomatischer Nebenwirkungen (Depressionen, Stimmungsschwankungen) nachzuvollziehen. Das Projekt strebt an, geschichtlich nachvollziehbar zu machen, welche Akteur:innen maßgeblich an der Kritik an der Pille beteiligt waren und sind.

Betreuerin: Prof. Dr. Maren Möhring

Lehre

  • SS 2018 & SS 2019 Tutorin “Regionale Ethnologie: Asien (Südasien)“, Institut für Ethnologie, Universität Leipzig
  • WS 2019/20 & SS 2020 Supervisionsbeauftragte für die LernKlinik, Medizinische Fakultät, Universität Leipzig
Letzte Änderung: 6. Mai 2020