Dr. Michael Schramm

Lehrbeauftragter

E-Mail: michael[dot]schramm[at]uni-leipzig[dot]de
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Zur Person

Geboren am 28.10.1978 in Rodewisch im Vogtland.
Von 2001-2008 Studium der Kulturwissenschaften, der Philosophie sowie der Kommunikations- und Medienwissenschaft an der Universität Leipzig sowie ferner Cognitive Sciences und Cultural Anthropology an der New Bulgarian University, Sofia.
Von 2006-2010 studentische und wissenschaftliche Hilfskraft u.a. bei Prof. Dr. Klaus Christian Köhnke, Prof. Dr. Hannes Siegrist sowie des Dekanats der Fakultät für Sozialwissenschaften und Philosophie.
2008 Beginn der Arbeit an der Dissertation. 2010 bis 2013 Stipendiat der Hanns-Seidel-Stiftung e.V. mit dem Dissertationsprojekt “Symbolische Formung und die gesellschaftliche Konstruktion von Wirklichkeit”.
2008-2014 Arbeit an der Dissertation “Symbolische Formung und die gesellschaftliche Konstruktion von Wirklichkeit”. 2010 bis 2013 Stipendiat der Hanns-Seidel-Stiftung e.V.
2014 Promotion m.c.l. am Philosophischen Seminar der Universität Hamburg.
Seit 2014 Programmkoordinator bei der gemeinnützigen Common Purpose Deutschland GmbH am Standort Leipzig

Forschungsschwerpunkte

Kulturphilosophie, Wissenssoziologie, Methodologie der Geistes- und Sozialwissenschaften

Funktionen und Mitgliedschaften

  • Gründungsmitglied des Arbeitskreises Kultur- und Sozialphilosophie
  • Mitglied des erweiterten Vorstands des CdAS e.V., Club der Altstipendiaten der Hanns-Seidel-Stiftung
  • Sprecher des Fachforums Geisteswissenschaften der Hanns-Seidel-Stiftung e.V.
  • Mitglied der Internationalen-Ernst-Cassirer-Gesellschaft e.V.
  • Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Philosophie

Lehre

  • SS 2014 Seminar: Kulturphilosophie und Evolutionäre Anthropologie (in Kooperation mit Dr. Marie Schäfer, Max-Planck-Institut Leipzig)
  • SS 2013 Seminar: Cultural Turns
  • SS 2012 Seminar: Aktuelle Forschung der Kultur- und Sozialphilosophie
  • SS 10 Übung: Einführung in die Kulturphilosophie und Kulturkritik
  • WS 09/10 Hauptseminar: “Situation” als sozialwissenschaftliche Kategorie
  • SS 09 Übung: Kulturphilosophische Grundbegriffe
  • WS 08/09 Übung: Einführung in die Kulturwissenschaften
  • SS 08 Übung: Klassiker der Kulturphilosophie und philosophischen Kulturkritik:
  • Georg Simmel: Der Begriff und die Tragödie der Kultur

Publikationen

  • Kultur.Technik. Freiheit. Festschrift für Birgit Recki von ihren Schülern.Münster: Mentis Verl. (In Vorbereitung.)
  • Film als symbolische Form? Oder: „Toto, I’ve a feeling we’re not in Kansas anymore.“ In: Puls, Heiko; Stefan Waller u. Michael Schramm (Hg.): Kultur.Technik. Freiheit. Festschrift für Birgit Recki von ihren Schülern. Münster: Mentis Verl. (In Vorbereitung)
  • Symbolische Formung und die gesellschaftliche Konstruktion von Wirklichkeit. Konstanz: UVK 2014
  • Der Begriff der Kultur. Kulturphilosophie als Aufgabe. Bielefeld: transcript 2013.
    Leipzig – Heldenstadt oder das Detroit Mitteldeutschlands. In: HSS e.V. (Hg.):Banziana. Informations- u. für Stipendiaten und Altstipendiaten der HannsSeidel-Stiftung. München 2013.
  • Formung oder Konstruktion? Eine strukturelle Analogie der Kulturphilosophie Cassirers zur Wissenssoziologie Bergers und Luckmanns. In: Arbeitskreis Kultur- und Sozialphilosophie (Hg.): Der Begriff der Kultur. Kulturphilosophie als Aufgabe. Bielefeld: transcript 2013.
  • Nach der Wahl ist vor der Wahl. In: HSS e.V. (Hg.): Banziana. 2013.
  • Künstler als Visionäre. In: HSS e.V. (Hg.): Banziana. 2012.

Vorträge

  • Alltagswelt als symbolische Form? (Center for Knowledge Research (IZW) der TU Berlin, 9.7.2014, Berlin)
  • Cassirer und die Wissenssoziologie Berger/Luckmanns (Ernst-Cassirer-AG, 8.5.2014, Berlin)
  • Truth & Reality? (1. Dresdener Science Slam, 16.4.2014, Dresden)
  • Evolutionstheorie als Entlastungsstrategie (Oberseminar des Philosophischen Instituts der Universität Augsburg, 5.4.2014, Augsburg)
  • Kultur und Kulturen (Konrad-Adenauer-Stiftung e.V., 19.10.2013, Leipzig)
  • Symbolic Formation and the Social Contruction of Reality (23rd World Congress of Philosophy, 4.-10.08. 2013, Athen)
  • Construction of Social and Cultural Reality (4th European CommunicationConference, 24.-27.2012, Istanbul)
  • Die Kulturphilosophie Ernst Cassirers und die Wissenssoziologie Peter Bergers und Thomas Luckmanns. Vergleich und Integration (Tagung der Internationalen Ernst-Cassirer-Gesellschaft, 4.-6.10.2012, Hamburg)
  • Why do we need truth anyway? (Lange Nacht der Wissenschaften, 29.06.2012)
  • 2011 “WTF do you see?!” (3. Leipziger Science Slam)
  • 2011 “Formung oder Konstruktion?” (1. Arbeitstreffen des Arbeitskreises Kultur- und Sozialphilosophie)
  • 2010 “Formung und Konstitution. Begriffe der Sozialphilosophie bei Cassirer und Schütz im Vergleich” (Interdisziplinäres Kolloquium des Instituts für Kulturwissenschaften)

Abgeschlossenes Projektionsprojekt

Symbolische Formung und die gesellschaftliche Konstruktion von Wirklichkeit

In meiner Arbeit möchte ich Peter L. Bergers und Thomas Luckmanns soziologischen Klassiker Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit als kulturphilosophischen Text lesen. Ziel ist es darzustellen, dass die phänomenologische Soziologie der beiden Autoren in einem sinnvollen Ergänzungsverhältnis zur Philosophie der symbolischen Formen Ernst Cassirers steht. Ausgehend von der These, dass Berger/Luckmanns Buch Gewinn bringend als Kulturphilosophie interpretiert werden kann, möchte ich zeigen, dass die bei Berger/Luckmann und Cassirer verwendeten Terminologien auf Ähnliches abzielen, aber auf Grund der unterschiedlichen Wissenschaftsbereiche bzw. -traditionen von den Autoren verschiedene Begriffe und Kategorien verwendet werden.
Die Kombination beider Theorien bzw. das gegenseitige aufeinander Beziehen beseitigt Defizite, die jede Theorie für sich genommen aufweist. Sowohl die Kulturphilosophie Cassirers, als auch die phänomenologische Soziologie Berger/Luckmanns lassen große Bereiche des notwendigen Blicks auf Welt und Wirklichkeit aus. Bei Cassirer fehlt jedes Verständnis für das Soziale und bei Berger/Luckmann hat alles über die Alltagswelt hinausgehende lediglich legitimatorischen Charakter. Hier setze ich an und zeige, dass und wie bei Cassirer die egologische Perspektive verlassen werden kann und, dass bei Berger/Luckmann der “bloß” zur Legitimierung zuständige Bereich von Welt (Kultur usw.) auf der Ebene des Individuums weitaus mehr Funktionen erfüllt.
Hinsichtlich der Theoreme bzw. der theoretischen Konzepte besteht eine große Strukturähnlichkeit zwischen Cassirers Kulturphilosophie und Berger/Luckmanns phänomenologischer Soziologie. Dieses Ähnlichkeitsverhältnis lässt sich auch auf der Ebene der Grundbegriffe nachweisen, aber die verschiedenen und selbständigen Wege der unterschiedlichen Wissenschaftsdisziplinen führen zu einer Sprachverwirrung. In vielen Fällen meinen beide das Gleiche: Die Soziologen nennen es ‘symbolische Sinnwelten’, der Philosoph ‘symbolische Formen’; die Soziologen sprechen von ‘Alltagswelt’ und ‘Jedermannswissen’, der Philosoph von ‘Ethos’ und ‘Sitte’ usw. Ich möchte darstellen, zwischen welchen Begriffen und theoretischen Konzepten der beiden Wissenschaftsbereiche Ähnlichkeitsverhältnisse oder sogar Äquivalenz bestehen; aber auch welche Differenzen nicht überbrückt werden können.
Letztendlich ergänzt die Theorie Berger/Luckmanns als Kulturphilosophie Cassirers Philosophie der symbolischen Formen um zwei entscheidende Punkte: Die phänomenologische Soziologie bringt erstens eine Theorie des Sozialen in die Kulturphilosophie ein und fügt dem Prozess der Kulturalisierung eine ontogenetische Perspektive hinzu. Bei Cassirer ist der Mensch schon immer Kulturwesen, wie er eines wird bleibt unklar. Zweitens wird die egologische Perspektive der Kulturphilosophie verlassen, indem sie von Seiten der Soziologie um eine Theorie der Institutionalisierung von kulturellen bzw. sozialen Rollen, Objektivationen usw. erweitert wird.

Betreuer der Arbeit
Prof. Dr. Klaus Christan Köhnke (Universität Leipzig) und nach dessen Tod

Prof. Dr. Birgit Recki (Universität Hamburg)

Letzte Änderung: 8. August 2016