Nancy Nilgen

Doktorandin

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Zur Person

  • geb. 1982 in Naumburg
  • 2011 – 2015 B.A. Studium der Kulturwissenschaften an der Universität Leipzig
  • 2014 – 2017 M.A. Studium der Mittleren und Neueren Geschichte an der Universität Leipzig
  • Seit 2017 Doktorandin am kulturwissenschaftlichen Institut der Universität Leipzig.

Forschungsinteressen

Geschichte der Ernährung im deutschsprachigen Raum seit dem 19. Jahrhundert, Geschichte der Süßwarenindustrie in der DDR, Konsumgeschichte der DDR

Promotionsprojekt

Kulinarische Räume im Wandel. Welche Faktoren prägten die Ernährung der DDR-Bürger?

Abstract

Das Promotionsvorhaben befasst sich mit den prägenden Einflüssen auf die Ernährungsgewohnheiten in der DDR. Das Projekt schließt damit sowohl an kulturwissenschaftliche Theorien der Ernährungsgeschichte als auch an die bisherigen Untersuchungen zur ostdeutschen Konsumgeschichte an, in denen das Teilgebiet der Ernährungsgeschichte bislang nur peripher behandelt wurde. Meist wird dabei von einer vollumfänglichen Homogenisierung des Koch- und Essverhaltens in der DDR ausgegangen, Besonderheiten regionaler Küchentraditionen bleiben oft unbeachtet. Diese Ausgangslage hat allerdings zur Folge, dass die aktuelle Erinnerungskultur das Bild von „einer“ DDR-Küche konstruiert und damit das realhistorische Ernährungsverhalten verzerrt.

Ziel des Forschungsprojekts ist es daher, ausgesuchte Regionen innerhalb der DDR auf ihre kulinarischen Spezifika hin vergleichend zu untersuchen und Abweichungen hervorzuheben, die sich zum einen in verschiedenen Küchentraditionen wiederfinden und zum anderen unterschiedlichen Transfers von Essgewohnheiten ausgesetzt wurden. Letztgenanntes wird exemplarisch anhand der Prägung durch Migrationsbewegungen, aber auch die zunehmenden Urlaubsreisen der DDR-Bürger sowie die engen wirtschaftlichen Verflechtungen mit der Bundesrepublik dargestellt. In diesem Zusammenhang stehen die zu untersuchenden kulinarischen Räume nicht nur für die einzelnen Regionen in der DDR, sondern auch für den öffentlichen beziehungsweise den privaten Raum, in dem gekocht und gegessen wurde. Etwaige Überschneidungen, die im Laufe der Zeit in ihrer Intensität variierten, erlauben es, sowohl Rückschlüsse auf den Wandel der DDR-Esskulturen zu ziehen als auch die konsumpolitischen Aushandlungsprozesse zwischen Bevölkerung und SED-Regierung zu eruieren. Damit lässt sich ein weit differenzierteres Bild der Ernährungsgewohnheiten rekonstruieren als bisher.

Die Untersuchungen stützen sich auf eine breite Quellenbasis. Befragungen, die sich über mehrere Generationen von Zeitzeugen erstrecken, werden unterstützt durch umfangreiche archivalische Quellen, Analysen von Speisekarten und Kochbüchern sowie Experteninterviews ehemaliger Mitarbeiterinnen des Buchverlags für die Frau.

Betreuerin der Arbeit
Prof. Dr. Maren Möhring

Letzte Änderung: 4. Januar 2018