Drittmittelprojekte

Der Sprung in die Sprache – Die Konstitution des Selbst in einer sozialontologischen Analyse zwischen kulturellem Hintergrund und selbstreflexivem Cogito (Dilthey-Fellowship VW-Stiftung 2011-2015)

Dilthey Fellow: Dr. Beatrice Kobow

Das Habilitationsprojekt untersucht, wie in der sozialontologischen Analyse von Gesellschaft ein relational verstandenes Konzept des Handlungsselbst verankert werden kann. Searle und Sartre nehmen beide den methodologischen Individualismus aus der kartesianischen Tradition als Ausgangspunkt, kommen aber zu verschiedenen Ergebnissen bei der Darstellung des Handlungsselbst. Die Ansätze werden aufeinander bezogen, und es wird gezeigt, wie sie sich durch wechselseitige Kritik befruchten und ergänzen.

Wie können wir das Zusammenspiel von kulturell bedingtem, vorintentional disponiertem Selbst und dem selbstreflexiven Cogito eines sich als autonom begreifenden Handlungssubjektes theoretisch darstellen? Dies gelingt im Rekurs auf Sozialität in der Denkfigur des kollektiv konstituierten Als-Ob sozialer Tatsachen. Sie ist der gemeinsame Nenner der analytischen und existentialistischen Theorie des Selbst: Sie bildet die Grundstruktur der Handlungswelt des Selbst zwischen Selbsterleben und Selbsterzählen. In der Denkfigur des Als-Ob kann die soziale Ontologie des Individuums als Ermöglichungsstruktur begriffen werden.

Das Projekt wird im Rahmen des Programms »Pro Geisteswissenschaften« durch die VolkswagenStiftung finanziert.

Letzte Änderung: 1. Oktober 2019