M.A. Frederic Thomas

Doktorand
Professur Geschichte der Philosophie

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Promotionsprojekt

Kritik und Reflexion. Praxen begrifflicher Fähigkeiten

Wenn Horkheimer und Adorno recht haben, dann muss die Idee von der Normativität der Sprache um einen gesellschaftstheoretischen Anspruch ergänzt werden. An ihrer These, derzufolge die soziale Praxis Sprache notwendig auf die Idee eines „guten Allgemeinen“ verweist – oder präziser: eine Idee von Praxis unter dem normativen Ideal gesellschaftlicher Freiheit, orientiert sich die Dissertation. In einem ersten Schritt soll die besondere Gestalt von Adornos und Horkheimers These zugänglich gemacht werden. Es zeigt sich aber, dass deren Akzentsetzung bloß programmatisch angezeigt wird.Von dort aus geht der wesentliche Teil der Dissertation der Frage nach, inwiefern die relevante Idee guter Praxis als keine bloß akzidentielle, sondern notwendige Möglichkeit in unserem Sprechen zu rekonstruieren ist. Dass sich Hegels begriffliche Erläuterung intersubjektiver Praxis an der Freiheit orientiert, ist in der philosophischen Debatte unstrittig. So besteht mein systematischer Vorschlag darin, Hegel in großer Nähe zur Idee des guten Allgemeinen zu rücken. Hegels Perspektive ist aber nur dann aussichtsreich, wenn wir zwei Linien, die innerhalb der weitläufigen Debatten um Hegel traditionell unberührt nebeneinander diskutiert werden, zugleich aufnehmen: den praxisphilosophischen Zugriff auf Freiheit und aktuelle sprachphilosophische Modellierungen. Die thematischen Grundbegriffe wie „zweite Natur“, „Gewohnheit“, „Paradox der Autonomie“ und „In-Besitz-Nehmen der Sprache“ werden exemplarisch an der Fähigkeit zu sprachlich vermittelten Vollzügen der Reflexion und der Kritik durchgespielt.

Letzte Änderung: 29. September 2014