M.A. Martin Palauneck

Doktorand
Professur Geschichte der Philosophie

E-Mail: martin.palauneck[at]gmx.de
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Promotionsprojekt zum Thema “Praktisches Selbstbewusstsein bei Aristoteles und Hegel”

In meiner Doktorarbeit untersuche ich Aristoteles‘ und Hegels Konzepte eines praktischen, sozialen Selbstbewusstseins. Beide Autoren gehen davon aus, dass sich in unseren Praktiken und Institutionen ein Wissen über die menschliche Lebensform manifestiert. Menschliches Handeln ist demnach wesentlich selbstbewusstes Handeln. In meiner Arbeit konzentriere ich mich auf die Frage, welche logische Form dieses Wissen über die menschliche Lebensform besitzt. Für Aristoteles lässt sich dieses Selbstbewusstsein in Tugendsätzen ausdrücken, das heißt in generischen Sätzen, wie sie beispielsweise von M. Thompson und Ph. Foot als „naturhistorische Urteile“ beschrieben werden („S sind F“). Hegel kritisiert die aristotelische Auffassung als unzureichend: Die Normativität von Tugendsätzen besteht in einer einseitigen Beziehung des Allgemeinen auf das Individuum. Entweder entspricht ein konkretes Individuum den jeweiligen Urteilen, oder es gilt als privativ. Tatsächlich verkennt dieses Modell die Tatsache, so Hegel, dass es stets Einzelne sind, die solche Urteile formen und anwenden. Dadurch zeigt sich aber, dass der Einzelne eine unhintergehbare Autorität über das Allgemeine besitzt. Als Konsequenz dieser Einsicht schlägt Hegel vor, dass das Wissen über die eigene Lebensform nicht nur in Tugendsätzen, sondern auch in der Form unbedingter Rechte formuliert werden muss. Meine Doktorarbeit hat erstens die exegetische Aufgabe, die Kritik an Aristoteles aus Hegels oftmals unzugänglichen Texten herauszuarbeiten. Zweitens versuche ich, Hegels Einsichten für die moderne analytische Handlungstheorie fruchtbar zu machen, indem ich die Gemeinsamkeiten zu den Ansätzen der einschlägigen zeitgenössischen (neoaristotelischen) Autoren suche.

Letzte Änderung: 24. August 2017