M.A. Marvin Tritschler

Doktorand
Professur Praktische Philosophie

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Forschungsschwerpunkte:
Klassische deutsche Philosophie (Kant, Hegel); Logik, Erkenntnistheorie, Philosophie des Geistes


Zur Person

Marvin Tritschler studierte Philosophie und Soziologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München. In seiner Masterarbeit beschäftigte er sich mit der Frage nach dem Verhältnis von Denken und Zeit in Kants Kritik der reinen Vernunft und dessen Auswirkungen auf die Struktur der Transzendentalphilosophie. Seit Juli 2018 wird seine Promotion an der Universität Leipzig durch die Studienstiftung des deutschen Volkes gefördert.

Promotionsprojekt

Die Negation der Zeit. Eine Untersuchung der objektiven Form des Denkens

Thema der Arbeit ist das Verhältnis des Denkvollzugs zur Zeit. Es soll gezeigt werden, dass objektives Denken, das mit einem Anspruch auf wahre Aussagen verbunden ist, wesentlich ein negatives Verhältnis zur Zeit impliziert. Damit ist zum einen gemeint, dass bereits der inhaltliche Anspruch auf Gültigkeit im Vollzug eines Gedankens die Negation von zeitlicher Gebundenheit voraussetzt. Zum anderen zeichnet sich Denken dadurch aus, dass es in seinem Vollzug selbst nicht zeitlich bestimmbar ist, sondern vielmehr umgekehrt die Zeit als Form des Gegenstandsbezugs ermöglicht. Gleichzeitig ist aber nicht zu leugnen, dass menschliches Denken an unsere sinnliche Natur als konkrete Lebewesen gebunden bleibt, insofern es nur in der Verbindung mit unserer raumzeitlichen Existenz ausgeübt werden kann.

Dieses grundlegende Paradox – dass Denken zum einen auf seine Verkörperung in Raum und Zeit angewiesen ist, zum anderen aber wesentlich in einem negativen Verhältnis zur Zeit besteht – soll anhand der drei Autoren Frege, Kant und Hegel behandelt und einem Lösungsversuch angenähert werden. Während Frege in erster Linie die überzeitliche Gültigkeit von wahren Gedanken im Blick hat, legt Kant dar, inwiefern transzendentales Selbstbewusstsein selbst nicht mehr zeitlich begriffen werden kann, sondern vielmehr als der zeitlose Grund der Einheit jedes Denkakts verstanden werden muss. Hegel ist schließlich darum bemüht, die Schwierigkeit dadurch aufzulösen, dass er dem geistigen Voll-zug des Denkens eine gewisse dynamische „Eigenzeit“ zuschreibt, die allerdings nicht mit der empirischen Bestimmung zeitlicher Abläufe zusammenfällt. Das Projekt soll über die Verbindung der zentralen Einsichten dieser Autoren zu einem erweiterten Verständnis unserer selbst als sinnlich-vernünftigen Lebewesen beitragen.

 

Letzte Änderung: 24. April 2019