Nadav Arviv

Doktorand
Professur Geschichte der Philosophie

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Promotionsprojekt

Zeitgenössischer Moralischer Konstitutivismus: Die Herausforderung des Rationalen Egoismus

Konstitutivistische Moraltheorien huldigen der intuitiven Idee, dass Moral autonom ist, ihre Forderungen also nicht aus irgendeiner normativen Tatsache entspringen können, die dem Handelnden äußerlich wäre (einem Gesellschaftsvertrag, dem Wort Gottes, etc.). Vielmehr entsprängen die Forderungen der Moral aus Prinzipien, die für absichtliches Handeln konstitutiv sind und diesem Handeln daher selbst innewohnen. Solche Theorien rühmen sich, spielend mit skeptischen Herausforderungen umgehen zu können. Konstitutivisten vertreten die Auffassung, das „Warum moralisch sein?“ des Skeptikers sei begrifflich verfehlt, weil es keinen Sinn ergebe zu fragen: „warum sollte ich das tun, worin was (auch immer) ich tue besteht?“. In dieser Hinsicht stehen konstitutivie Prinzipien des Handelns als letzte Gründe oder letzte Rechtfertigungen des Handelns da; in diesem Sinne sind sie rationale Prinzipien und die Forderungen, die sie vorbringen, rationale Forderungen.

Die Dissertation untersucht die Herausforderung des rationalen Egoismus, der sich zeitgenössische konstitutivistische Moraltheorien stellen. Ihr Zweck ist, (1.) die Herausforderung klar zu formulieren, so wie sie sich in vorherrschenden zeitgenössischen Versionen des moralischen Konstitutivismus, nämlich dem kantianischen und dem neo-aristotelischen Konstiutivismus, stellt, (2.) deren jeweilige Antwort auf diese Herausforderung kritisch zu diskutieren, (3.) dafür zu argumentieren, dass der neo-aristotelische Konstitutivismus eine vollständigere, befriedigendere Antwort liefert und (4.) zu schließen, dass der kantiansche Konstitutivismus und der rationale Egoismus letztlich in einem skeptischen Bild der Natur praktischer Vernunft übereinstimmen, einem Bild, das der neo-aristotelische Konstitutivismus vermeidet.

Letzte Änderung: 17. Oktober 2016