Dr. Rebekka Gersbach



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Zur Person (ausführlicher Lebenslauf, PDF)

Rebekka Gersbach ist wissenschaftliche Assistentin am Lehrstuhl für Geschichte der Philosophie. Sie studierte Philosophie, Volkswirtschaftslehre und Nachhaltigkeitsstudien in Basel und London und schloss ihr Studium 2008 in Basel mit dem Lizentiat ab. Von 2009 bis 2012 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin im Graduiertenprogramm „Menschliches Leben“ des Schweizerischen Nationalfonds (SNF) an der Universität Bern. 2010 verbrachte sie ein Semester als Visiting Scholar an der University of Pittsburgh. Von 2012 bis 2013 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungsprojekt „Die anthropologische Differenz aus empirischer und begrifflicher Perspektive“ des SMWK an der Universität Leipzig. 2013 wurde sie an der Universität Leipzig mit der Arbeit zum Thema praktisches Schließen promoviert.Die Arbeit mit dem Titel „Practical Reasoning as the Combination of Ends“ befasst sich mit der Frage, welche Form praktisches Schließen haben muss, um sowohl praktisch als auch gültig zu sein. Die Schwierigkeit, die sich bei der Beantwortung dieser Frage stellt, liegt darin, dass die konventionelle Weise, den Begriff praktischer Gültigkeit zu bestimmen, in ein Dilemma führt. Dieses Dilemma soll überwunden werden, indem zunächst die Bedingungen untersucht werden, die praktisches Schließen erfüllen muss um in Handlungen resultieren zu können. Anhand dieser Bedingungen wird zum einen die Form der Elemente, die im praktischen Schließen kombiniert werden, anhand des Zweckbegriffs, der eine interne Gliederung in endliche und unendliche Zwecke aufweist, bestimmt. Zum anderen wird die Gültigkeit praktischen Schließens als notwendige Übereinstimmung von Zwecken entwickelt.Die Entwicklung des Zweckbegriffs und des Gültigkeitsbegriffs wird auf der Grundlage einer kritischen Auseinandersetzung mit der rationalen Entscheidungstheorie durchgeführt. Diese eignet sich insofern als Kontrastfolie, als sie beansprucht, das Dilemma gestützt auf einen konsequentialistischen Gültigkeitsbegriff, der praktisches Schließen auf den Vergleich von vollständig bestimmten Optionen reduziert, lösen zu können. Die Zurückweisung dieser Lösung erlaubt es einerseits zu zeigen, dass Zwecke wesentlich allgemein sind und keine vollständige Bestimmtheit aufweisen können und andererseits, dass praktische Gültigkeit wesentlich als Kombination und Übereinstimmung zu verstehen ist und nicht auf ein Vergleichen von Optionen reduziert werden kann.

Forschungsschwerpunkte:
Moralphilosophie, Handlungstheorie, politische Philosophie, Philosophie der Ökonomie, Umwelt- und Gerechtigkeitsphilosophie, Philosophie der Emotionen, Kant, Aristoteles

Jüngste Publikation:

Practical Reasoning: Its Elements, Practicality, and Validity (2016)

Practical reasoning answers the question »what should I do?« As reasoning it must be a valid combination of premises, as practical it must result in action. We can thus ask what form the premises must have and how they must be combined so as to be valid and practical, i.e. so as to result in rational action.The conventional approach to answering this question results in a dilemma. This book develops an alternative approach which resolves this dilemma. The key to this is to start by analysing the requirements that practical reasoning must meet in order to result in action. With these requirements, we can show that the form of the elements of practical reasoning is that of ends. The validity of practical reasoning will be shown to consist in necessary agreement among ends. The concept of ends and the validity of practical reasoning will be developed on the Basis of a critical assessment of rational choice theory. The resulting contrast is that between fully determined objects of preferences and general ends, between comparison and agreement.

(2016, 169 S., kart., Münster: mentis-Verlag)


Gersbach-mentis-2016
Letzte Änderung: 17. Oktober 2019