Arbeitsbereiche

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Das Institut für Politikwissenschaft umfasst folgende Arbeitsbereiche:

Politische Theorie und Demokratieforschung

Die Professur am Arbeitsbereich wird derzeit neubesetzt. Der/die künftige Stelleninhaber/in lehrt und forscht zu theoretischen und praktischen Problemen moderner Demokratien. Er/Sie soll Erfahrung in der empirisch-vergleichenden Demokratieforschung haben, in der Lehre Demokratieforschung auch mit Perspektive auf politische Bildung vertreten und einen Beitrag zur weiteren Internationalisierung von Forschung und Lehre am Institut für Politikwissenschaft leisten. Erfahrungen in der Lehramtsausbildung und in der Organisation internationaler Studiengänge sowie das Interesse an der Mitwirkung an den institutsübergreifenden Forschungsprofilbereichen der Universität Leipzig sind sehr erwünscht.

Zum Arbeitsbereich Politische Theorie und Demokratieforschung

Internationale Beziehungen

Der Lehrstuhl für Internationale Beziehungen (IB) wurde 1992 eingerichtet. Programmatisch geht der Lehrstuhl davon aus, dass sich im Zeitalter heutiger Globalisierung nicht nur die Überlebensfähigkeit, sondern auch eine gesteigerte Bedeutung der IB als Teilbereich der Politikwissenschaft ergibt. Weil staatliche Grenzen durchlässig geworden sind, transformieren sich IB zu Internationaler Politik (IP). Dabei wird IP nicht nur im zwischenstaatlichen und transnationalen Raum, sondern auch in nationalen Kontexten verhandelt. Sie ist ohne Zugrundelegung der Internationalen Politischen Ökonomie nicht erklärbar. Globalisierung legt IP nahe, nach „großen Theorien“ zu streben. Diese sind in ihrem Erklärungsanspruch so umfassend dimensioniert, dass sie über traditionelle IB-Theorien hinausgehen und sie mit anderen Theorien, etwa mit Transformations-, Friedens-, Konflikt- und Entwicklungstheorien, zusammenbinden. Zwischen den Metatheorien der IP – Rationalismus und Konstruktivismus – sind Brückenschläge genauso möglich wie zwischen Mikro-, Meso- und Makroanalysen. IP in Leipzig baut auf hohe area-Kompetenz, gleichgewichtige Verbindung von Empirie und Theorie und rigoros angewandte qualitative Methodik.

Zum Arbeitsbereich für Internationale Beziehungen

Politisches System Deutschlands/Politik in Europa (Jean-Monnet-Lehrstuhl)

Der Arbeitsbereich Politisches System der Bundesrepublik Deutschland/Politik in Europa forscht und lehrt zur Entstehung und Entwicklung politischer Institutionen, zu Parteien und zu Systemen. Im Rahmen des Jean-Monnet-Lehrstuhls besteht ein besonderes Interesse an europabezogenen Fragestellungen. Unter der Leitfrage, in welcher kausalen Wechselbeziehung Institutionen, Akteuren und Kontext stehen, werden das strategische Verhalten kollektiver Akteure innerhalb bestimmter institutioneller Konfigurationen, die Transformation politischer Systeme sowie das Verhältnis zwischen der EU und nationalen Prozessen in den Mitgliedstaaten untersucht. Empirische Schwerpunkte sind das politische System Deutschlands und die Bundesländer – darunter Sachsen – unter Berücksichtigung der deutschen Einheit, Europa und speziell die ost- und ostmitteleuropäischen Staaten. Zudem vereint der Arbeitsbereich Expertise zu Parteien und zum Föderalismus. Methodisch werden Einzelfallstudien, monochroner und diachroner Vergleich sowie Prozessanalysen durchgeführt, die sich je nach Fragestellung auf Dokumentenanalysen, Einzel- und Gruppeninterviews, quantitative Analysen sowie teilnehmende Beobachtung stützen.

Zum Arbeitsbereich Politisches System Deutschlands/Politik in Europa

Vergleichende Politikfeldanalyse und Multilevel Governance

Der Arbeitsbereich befasst sich in Lehre und Forschung mit Governance im Nationalstaat und im supranationalen Raum. In Ergänzung zur klassischen Analyse des Regierens nimmt er nicht nur die Interaktionen der institutionell verankerten Akteure des politischen Systems in den Blick, sondern auch die Strategien und Austauschbeziehungen von Nichtregierungsorganisationen, wirtschaftlichen Akteuren, Experten(gremien) etc. Im europäischen Mehrebenensystem und in föderalen Staaten wie Deutschland wirken die unterschiedlichen Arenen und Ebenen wechselseitig aufeinander ein; im Vergleich zu unitarischen Strukturen haben die Akteure je nach Politikfeld und untersuchtem Prozess andere, mehr oder weniger Handlungsoptionen zur Beeinflussung politischer Entscheidungen und ihrer Umsetzung. Der Fakultätsrat hat 2017 einstimmig beschlossen, das Profil der Professur künftig auf die ländervergleichende Politikfeldanalyse mit dem regionalen Schwerpunkt Europa auszuweiten. Außerdem hat er die Beteiligung der Professur an der Methodenausbildung vorgesehen. Die Professur deckt damit künftig auch die in der Lehramtsprüfungsordnung vorgesehenen Themenfelder „weltwirtschaftliche Arbeitsteilung und Handelsverflechtungen, wichtige Handlungsfelder und Strategien deutscher Außen-, Europa-, Sicherheits-, Umwelt- und Entwicklungspolitik“ ab.

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Empirische Methoden und politische Soziologie

Der Arbeitsbereich Empirische Methoden und politische Soziologie ist in der Lehre für die Methodenmodule im B.A.- und M.A.-Studiengang Politikwissenschaft verantwortlich. Studierende erlernen darin anwendungsorientiert die Grundlagen und fortgeschrittenen Methoden der empirischen Sozialforschung in der Entwicklung von Forschungsdesigns und Durchführung von Datenerhebung und Datenanalyse. Neben passiver Methodenkompetenz ist das Hauptziel die Fähigkeit, das für die eigenen wissenschaftlichen Fragestellungen passende Forschungsdesign inklusive der dafür notwendigen Methoden eigenständig und kritisch reflektiert auswählen und umsetzen zu können. Dieser Zielsetzung entsprechend werden neben dem Schwerpunkt auf quantitativer Sozialforschung auch andere zentrale Forschungsansätze und Paradigmen der Politikwissenschaft, wie vergleichende oder qualitative Methoden, und ihre wechselseitigen Ergänzungsmöglichkeiten vermittelt. Die inhaltlichen Themen in der Lehre orientieren sich unter anderem an den Forschungsschwerpunkten der politischen Soziologie, wie Wahlverhalten und politische Einstellungen, Abgeordneten-, Parlaments- und Elitensoziologie, politische Repräsentation und europäische Integration.

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Didaktik der politischen Bildung

Die Lehramtsstudiengänge in ihrem fachwissenschaftlichen Teil liegen in der Verantwortung aller Teilbereiche des Instituts für Politikwissenschaft. Für den Arbeitsbereich Fachdidaktik gelten darüber hinaus spezifische Anforderungen, die sich aus der Schnittstelle zwischen Fachwissenschaft und Pädagogik ergeben. Hier werden den Studierenden zum einen Grundlagen der Didaktik der Gemeinschaftskunde vermittelt und sollen sie zum anderen dazu in die Lage versetzt werden, Inhalt und Funktion der Politischen Bildung und das Verhältnis von Schule und Gesellschaft (u.a. mit avancierten Ansätzen der zeitgenössischen Politischen Theorie) zu reflektieren.
Die fachdidaktische Ausbildung ist generell so konzipiert, dass die Studierenden solide fachwissenschaftliche Kenntnisse erwerben und die Verbindung von Theorie und Praxis durch die Einbeziehung studentischer Erfahrungen aus den schulpraktischen Übungen und Praktika zur Geltung kommt. Anknüpfend an Projekte aus den zurückliegenden Jahren (zur Antidiskriminierungspädagogik und Diskursanalyse zu Politikverdrossenheit) entstehen außerdem lehramtsbezogene Forschungskonzepte, die u.a. die Politikverständnisse von Lehrerinnen und Lehrern des Fachs Gemeinschaftskunde zum Gegenstand haben.

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Politische Kommunikation

Das Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft führt speziell für die am Institut für Politikwissenschaft angesiedelten Studiengänge jeweils im Sommersemester zwei Seminare zu Themen der politischen Kommunikation durch. Die Lehre umfasst auch die Betreuung von Abschlussarbeiten, die sich im Kontext der Lehrveranstaltungen ergeben. Politikwissenschaftsstudierende können darüber hinaus ein Wahlfach „Kommunikations- und Medienwissenschaft“ (30 LP) belegen, in dem Fragen der politischen Kommunikation unter verschiedenen Aspekten – z.B. aktuell in Vorlesungen „Politische Kommunikation“ und „Internationale Medienpolitik“ ‒ beleuchtet werden. Das Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft beteiligt sich außerdem an der Koordination der Lehre und der akademischen Selbstverwaltung am Institut für Politikwissenschaft. Als Schnittstelle wirkt die Professur Kommunikationsmanagement. Der Inhaber dieser Professur ist Ansprechpartner für Dozent/innen, Studierende, Studienbüro und Prüfungsausschuss des Instituts für Politikwissenschaft und soll gemeinsame Forschungsprojekte im Themenfeld zwischen beiden Instituten seitens des Instituts für Kommunikations- und Medienwissenschaft initiieren und koordinieren.

Zur Professur Kommunikationsmanagement

Letzte Änderung: 19. März 2018