Arbeitsbereich Multilevel Governance

Profil des Arbeitsbereichs

Der Arbeitsbereich Multilevel Governance befasst sich in Lehre und Forschung mit Governance im Nationalstaat und im supranationalen Raum. In Ergänzung zur klassischen Analyse des Regierens nimmt er nicht nur die Interaktionen der institutionell verankerten Akteure des politischen Systems in den Blick, sondern auch die Strategien und Austauschbeziehungen von Nichtregierungsorganisationen, wirtschaftlichen Akteuren, Experten(gremien) etc. Im europäischen Mehrebenensystem und in föderalen Staaten wie Deutschland wirken die unterschiedlichen Arenen und Ebenen wechselseitig aufeinander ein; im Vergleich zu unitarischen Strukturen haben die Akteure je nach Politikfeld und untersuchtem Prozess andere, mehr oder weniger Handlungsoptionen zur Beeinflussung politischer Entscheidungen und ihrer Umsetzung.

Team

Professurinhaber/in
N.N.

Professurvertretung
PD Dr. Melanie Morisse

Wissenschaftliche Mitarbeiter/innen
Dr. Lisa Helene Anders
Wolfgang Günther

Wissenschaftliche Hilfskraft
Clara Heinrich

Ehemalige Mitarbeiter/innen
Prof. Dr. Miriam Hartlapp (Freie Universität Berlin)
Dr. Renate Reiter (Fernuniversität Hagen)

Aktuelle Veranstaltungen

27.06.2018, 10.30 – 12.00 Uhr, HSG HS 17
Kommunale Flüchtlingspolitik
Kommunen sind in der Flüchtlings- und Asylpolitik wichtige Akteure. Sie sind zuständig für die Aufnahme von Flüchtlingen (Unterbringung, Fürsorge, Grundversorgung mit Gesundheit, Bildung etc.) und legen das Asylbewerberleistungsgesetz aus, von ihnen hängt es ab, ob Integration vor Ort gelingt und sie sorgen dafür, dass Flüchtlinge und Asylbewerber ihre Rechte wahrgenommen werden können. Im Zuge der sog. ‚Flüchtlingskrise‘ in den Jahren 2015 und 2016 sind die Kommunen in diesen Aufgabenbereichen vor besondere Herausforderungen gestellt worden. Das Feld der lokalen Flüchtlingspolitik ist seither stärker in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Insbesondere am Beispiel der Stadt Leipzig spricht und diskutiert über dieses Feld M.A. Alexandra Neumann, Universität Leipzig.

18.06.2018, 13.15 – 14.45 Uhr, NSG S 420
Gesundheitspolitik in Deutschland – Über inkrementelle Reformen zu radikalem Wandel
In kaum einem anderen Teilfeld der deutschen Sozialpolitik lässt sich seit Anfang der 1990er Jahre eine ähnlich ausgeprägte Reformintensität beobachten wie im Feld der Gesundheitspolitik. Dabei gilt gerade dieses Feld aufgrund der korporatistischen Grundstruktur der Entscheidungsfindung und der Einbindung der Bundesländer in zahlreiche Entscheidungen als ‚schwerfällig‘ und ‚reformresistent‘. Indes lässt sich beobachten, dass die Abfolge zumeist inkrementeller Reformen, mit denen die Entscheidungsakteure jeweils an unterschiedlichen ‚Schräubchen‘ des Gesamtsystems (Finanzierung, Versorgung, etc.) ‚gedreht‘ haben, im Ergebnis zu einem recht radikalen Wandel im deutschen Gesundheitssystem beigetragen haben. Welche Merkmale kennzeichnen das deutsche Gesundheitswesen (Strukturen, Institutionen, Akteure) grundlegend? Wie werden politische Entscheidungen im sozialpolitischen Teilfeld Gesundheit getroffen? Welche wichtigen Reformen wurden seit Anfang der 1990er Jahre durchgeführt? Was hat sich dadurch gewandelt und inwieweit lässt sich der Wandel als ‚radikal‘ einstufen? Womit lässt sich gesundheitspolitischer Wandel erklären? Darüber spricht und diskutiert Prof. Dr. Dr. Thomas Gerlinger, Universität Bielefeld, Fakultät für Gesundheitswissenschaften.

Forschung

Die Involvierung des Staates in den Arbeitsbeziehungen anhand der Allgemeinverbindlicherklärung von Tarifverträgen (Dissertationsvorhaben von Wolfgang Günther)
Im internationalen Vergleich sind zwei Wege zu einer hohen Tarifbindung feststellbar: Länder mit einem hohen gewerkschaftlichen Organisationsgrad und Ländern, in denen der Staat Tarifverträge durch eine Allgemeinverbindlicherklärung (AVE) ausweitet, verfügen über einen stabilen und hohen tariflichen Abdeckungsgrad (Traxler et al 2001). Anders als die Bedingungen starker Gewerkschaftsorganisation ist die Institution der AVE bis auf rechtliche Diskussionen und Überblicksdarstellungen noch gering erforscht. Dieses Projekt will über eine funktionalistische Erklärung der Bedeutung der AVE hinausgehen und aus einer historisch-institutionalistischen Perspektive die Interessenkonflikte von Staat, Gewerkschaften und Arbeitgebern bei der Entstehung und dem Wandel dieser Institution untersuchen. Die Annahmen sollen mit vergleichenden Fallstudien und Prozessanalyse überprüft werden. Damit knüpft das Projekt an Literatur um die Rolle des Staates in Kapitalismusmodellen, zu Forschungen zu Machtressourcen und Arbeitgeberinteressen sowie zu Entstehung und Wandel von Institutionen an.

Lehre

 

 

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Letzte Änderung: 12. April 2019