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Der Ergebnisbericht des Asia-Pacific Communication Monitor 2020/21 (APCM) wurde heute in einem Webinar vorgestellt, moderiert von Arun Sudhaman, Chefredakteur des globalen Branchenmagazins PRovoke (früher Holmes Report) Media. Der 2015/16 erstmals durchgeführte APCM ist die größte empirische Studie zu Kommunikationsmanagement und Public Relations in der Region. Er ist Teil der Studienserie Global Communication Monitor, die auch in Europa, Nordamerika und Lateinamerika durchgeführt und von Professor Ansgar Zerfaß koordiniert wird. Die Ergebnisse der aktuellen APCM-Studie basieren auf den Antworten von 1.155 Kommunikatoren, die in 15 Ländern und Territorien des asiatisch-pazifischen Raums arbeiten, von China über Korea, Indonesien, Malaysia und Singapur bis hin zu Australien und Neuseeland. Die Studie untersucht zentrale strategischen Themen für die Profession  ebenso wie präferierte Kommunikationskanäle und -methoden, Kompetenzlücken, Gender-Aspelte und ethische Herausforderungen automatisierter und in sozialen Medien abgewickelter Kommunikation von Organisationen.

Der vollständige Bericht (PDF, 102 Seiten) ist kostenlos verfügbar auf Slideshare unter https://bit.ly/APCM-REPORT-20-21 oder zusammen mit früheren Berichten auf der Projektwebsite http://www.communicationmonitor.asia.

Autoren der Studie sind die Professoren Jim Macnamara (University of Technology Sydney), May O. Lwin (Nanyang Technological University Singapore) und Ansgar Zerfaß (Universität Leipzig) zusammen mit Dr. Chun-ju Flora Hung-Baesecke von der University of Technology Sydney, die ein engagiertes Team von 13 regionalen Forschern und Unterstützern in den wichtigsten Ländern koordinierte. Der Asia-Pacific Communication Monitor wird unterstützt von der Asia-Pacific Association of Communication Directors (APACD) und dem Hauptsponsor Truescope, PRovoke (Medienpartner) und der Nanyang Technological University Singapore (Akademischer Partner).

Die wichtigsten Erkenntnisse der Studie

Während Kommunikationsmanagement- und PR-Fachleute im asiatisch-pazifischen Raum zunehmend mit sozialen Medien und alltäglichen digitalen Technologien wie Websites vertraut sind, werden "Nutzung von Big Data und/oder Algorithmen" und andere Tools der künstlichen Intelligenz (KI) als wichtige strategische Themen angesehen, die Aufmerksamkeit erfordern.

Kommunikatoren im asiatisch-pazifischen Raum berichten von mangelnder Kompetenz im Umgang mit einer Reihe von neuen Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT), wobei vier von fünf einräumen, dass sie ihre Kompetenz erhöhen müssen.

Die größte Lücke klafft bei der Datenkompetenz: 77,6 % der Praktiker sagen, dass Datenkompetenz wichtig ist, aber nur 45,1 % schätzen sich selbst als sehr kompetent ein. Sie berichten auch über einen Mangel an Kompetenz im Bereich Technologie im Allgemeinen. 75,0% sagen, dass Technologiekompetenz wichtig ist, aber weniger als die Hälfte (46,6%) stufen ihre Kompetenz als hoch ein.

Darüber hinaus haben viele Kommunikationsprofis ethische Bedenken hinsichtlich der Nutzung neuer Technologien. Mehr als drei Viertel der Kommunikationsprofis im asiatisch-pazifischen Raum sehen die "Verwendung von Bots zur Generierung von Feedback und Followern in sozialen Medien" (76,4 %) und die "Nutzung persönlicher Daten des Publikums durch Big-Data-Analysen" (76,8 %) als zumindest mäßig herausfordernd an, und mehr als die Hälfte sehen diese Aktivitäten als extrem oder sehr herausfordernd an. Fast 70 % haben ähnliche Bedenken in Bezug auf die "Bezahlung von Social-Media-Influencern für wohlwollende Kommunikation" und mehr als die Hälfte (52,0 %) sehen das "Profiling und Targeting von Zielgruppen" auf der Grundlage gesammelter Daten als extrem oder sehr herausfordernd an.

Ausbildung und Training in Technologie, Daten und Ethik erforderlich

Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass mangelnde Kompetenz im Umgang mit neuen Technologien wie Datenanalyse, Bots, Algorithmen und anderen KI-Tools sowie Bedenken hinsichtlich der Ethik bei der Nutzung einer Reihe dieser Technologien auf einen Bedarf an verstärkter Aus- und Weiterbildung in Bezug auf Kommunikationstechnologie und Ethik hinweisen.

Während fast neun von zehn (87,7 %) der Kommunikationsfachleute im asiatisch-pazifischen Raum die Kompetenzentwicklung als persönliche Verantwortung akzeptieren, glauben fast drei Viertel (74,5 %), dass Berufsverbände eine Schlüsselrolle spielen sollten.

Die "gläserne Decke" bleibt bestehen

Ein weiteres wichtiges Ergebnis ist die anhaltende Kluft zwischen den Geschlechtern im Kommunikationsmanagement und in der PR. Die APCM 2020-Studie berichtet, dass Frauen mehr als drei Viertel (75,9 %) der regionalen Belegschaft ausmachen. Allerdings sind nur 59% der leitenden Kommunikationsmanager in der Region Frauen, was auf anhaltende Barrieren beim Aufstieg in Führungspositionen hindeutet. Die Mehrheit der Befragten ist der Meinung, dass die Arbeitgeber die größte Verantwortung für die Förderung von Frauen tragen. Während einige der Meinung sind, dass Veränderungen hauptsächlich von den Frauen selbst ausgehen, sind die im Bereich Online-Kommunikation tätgen Befragten der Meinung, dass auch Berufsverbände eine Schlüsselrolle spielen können.

Erkennen und Erreichen von Spitzenleistungen

Basierend auf einer statistischen Analyse und einem Vergleich mit internationalen Definitionen von Exzellenz ergab die APCM-Studie, dass Exzellenz im asiatisch-pazifischen Kommunikationsmanagement und in der PR dann erreicht wird, wenn ein signifikant höheres Maß an Kompetenz in den Bereichen Technologie, Management, Daten, Wirtschaft und Kommunikation, Investitionen in Aus- und Weiterbildung sowie Gleichberechtigung der Geschlechter vorhanden sind, wobei Frauen weniger von der Sorge vor einer "gläsernen Decke" betroffen sind.