Veranstaltung am

Veranstaltungsort: Nikolaistr. 27-29, Raum 1.01

Buchvorstellung mit der Kommunikationswissenschaftlerin Mandy Tröger von der LMU München und Egbert Pietsch vom Leipziger Stadtmagazin "Kreuzer"

(Buchcover: Herbert von Halem Verlag)

In ihrer Doktorarbeit "Pressefrühling und Profit" (Halem-Verlag 2019) enthüllt die Kommunikationswissenschaftlerin und Historikerin Mandy Tröger, PhD, wie nach dem Mauerfall westdeutsche Wirtschaftsinteressen und das Eigeninteresse der Bundesregierung eine basisdemokratische Wende in der Presselandschaft der ehemaligen DDR verhinderten. Basierend auf umfangreicher Archivarbeit und Zeitzeugen-Interviews dokumentiert sie, wie westdeutsche Großverlage bereits Ende 1989 aktiv Lobbyarbeit betrieben, um Marktvorteile im Osten zu sichern. Über die Reform des DDR-Pressevertriebes strebten Springer, Gruner + Jahr, Bauer und Burda nach Monopolstellungen in Ostdeutschland. Mit einem eigenen Vertrieb, Dumpingpreis-Produkten und frühen Joint-Venture-Abkommen mit den großen ehemaligen SED-Bezirkszeitungen bauten die Verlage ihre Marktdominanz aus. Dem wirtschaftlichen Druck fielen vor allem neugegründete Lokal- und Bürgerrechtszeitungen zum Opfer. Die Bundesregierung griff nicht im Sinne der Pressevielfalt ein, sondern setzte auf den freien Markt und schützte bestehende Pressestrukturen der BRD.

In dieser Veranstaltung stellt Mandy Tröger, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung der Ludwig-Maximilians-Universität München, zentrale Ergebnisse ihrer Forschung zur Diskussion. Ergänzend wird Egbert Pietsch, Geschäftsführer des Leipziger Stadtmagazins "Kreuzer", von seinen Erfahrungen aus der Wende- und Nachwendezeit berichten. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, ihre Erlebnisse und Analysen beizutragen. Es moderiert Dr. Uwe Krüger vom Lehr- und Forschungsbereich Journalismus des IfKMW. Der Eintritt ist frei.

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