„Erzählen Sie mehr!“ ist ein Format des Masterstudiengangs M.Sc. Journalismus an der Universität Leipzig. In unregelmäßigen Abständen laden wir Alumni und andere spannende Personen aus der Praxis ein, um ihnen zuzuhören und in ungezwungenem Rahmen zu diskutieren. Die Veranstaltungen sind offen für alle Studierenden und Mitarbeitenden des Instituts für Kommunikations- und Medienwissenschaft sowie für Alumni der Leipziger Journalismusausbildung.

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Elena Romanova (2. v. l.) mit den Journalismus-Studentinnen Nina Pogrebnaya (l.) und Laurie Stührenberg (2. v. r.) sowie Dolmetscherin Maryia Kirova (Foto: Uwe Krüger).
  • 23. Januar 2024, 9:15–10:45 Uhr
    Recherchieren über die Klimaschmutzlobby: Erfahrungen, Tipps und Fallstricke

    Dr. Susanne Götze ist Wissenschaftsredakteurin des Spiegel und schreibt über die Klimakrise, Klimadiplomatie, Energiewende & Transformation, unter anderem in Sachbüchern wie „Die Klimaschmutzlobby – Wie Politiker und Wirtschaftslenker die Zukunft unseres Planeten verkaufen“ und „Durstiges Land – Wie wir leben, wenn das Wasser knapp wird“. Im Vortrag berichtet sie von ihren Erfahrungen und gibt Tipps für gelingende kritische Klima-Recherchen.
  • 25. Januar 2023, 17:30–18:45 Uhr
    Konstruktiver Journalismus in Kriegszeiten – (Wie) kann das gelingen?

    Die Psychologin Prof. Dr. Katja Ehrenberg vom Bonn Institute für Journalismus und konstruktiven Dialog diskutiert auf Basis einer neuen Studie Potenzial und Grenzen konstruktiver Berichterstattung in Kriegszeiten. Wie erleben Mediennutzende die aktuelle Berichterstattung und welche Bedürfnisse haben sie? Welche Erfahrungen schildern Kriegsreporter:innen dazu, wie eine realitätsgerechte, aber weniger Angst und Ohnmacht schürende Berichterstattung aussehen kann? Konkrete Beispiele und Handlungsempfehlungen verdeutlichen, dass konstruktive Berichterstattung weit mehr ist als Lösungsjournalismus oder gar „Good News“ und zeigen Wege auf, Menschen auch in psychisch belastenden Lagen gut zu informieren, statt Nachrichtenvermeidung zu fördern.
  • 6. Dezember 2022, 18:00–19:30 Uhr
    MDRfragt: Wie der MDR über Online-Befragungen mit dem Publikum in den Dialog kommt
    Mit MDRfragt hat der Mitteldeutsche Rundfunk Anfang 2020 das Meinungsbarometer für Mitteldeutschland gestartet. Das Ziel: Stimmungslagen zu relevanten, aktuellen gesellschaftlichen Themen im MDR-Gebiet schneller erkennen, kontinuierlich begleiten, in den Programmen des Senders abbilden und mit den Menschen aus der Region ins Gespräch kommen. Claudia Reiser und Kristin Hansen vom MDRfragt-Team zeigen, wie das in der Redaktion umgesetzt wird – und wie Sie sich selbst mit Ihrer Meinung einbringen können.
  • 29. November 2022, 9:15–10:45 Uhr
    Bei Null anfangen – Investigative Recherche ohne exklusive Zugänge
    Anne Fromm ist Redakteurin im Ressort Reportage und Recherche der taz, außerdem Leiterin der taz-Podcasts und Vorständin der taz. Im Vortrag erläutert sie Möglichkeiten für Enthüllungen ganz ohne Leaks und Whistleblower.
  • 5. Juli 2022, 18:30–20:00 Uhr
    Erzählen Sie mehr... über die Leipziger Journalistik in den 80er Jahren

    Wie wurde das journalistische Handwerk zu DDR-Zeiten vermittelt? Wie groß war der politisch-ideologische Gehalt der Lehre und der diesbezügliche Konformitätsdruck? Welche Besonderheiten hatte der studentische Alltag? In Kooperation mit dem „Netzwerk Journalismus“ (Alumni-Verein unter dem Dach der Universitätsgesellschaft Leipzig) berichteten Kerstin Decker (LVZ), Karin Wenk (M – Menschen machen Medien) und Uwe Kraus (freier Journalist), die in den 1980er Jahren Diplom-Journalistik studierten.
  • 7. Juni 2022, 9:15–10:45 Uhr
    Wie berichten über rechtspopulistische bis rechtsextreme Bewegungen und Parteien? Erfahrungen aus der Nahperspektive
    Tobias Wolf, Landeskorrespondent für die Freie Presse (Chemnitz), war jahrelang Investigativ-Rechercheur und Reporter der Sächsischen Zeitung (Dresden) und hat dort viel zu Pegida, AfD & Co. geschrieben. Der mehrfach preisgekrönte Journalist berichtet von seinen Recherchen und seinen Umgang mit Menschen, die Medien und Politik fundamental misstrauen.
  • 10. Mai 2022, 18:00–19:30 Uhr
    Presse(un)freiheit in Russland: Erfahrungen einer Journalistin der „Novaya Gazeta“

    Die „Novaya Gazeta“ war bis zu ihrer vorläufigen Einstellung kurz nach Beginn des Ukraine-Kriegs eine der letzten Kreml-kritischen Medien in Russland. Elena Romanova, nach Deutschland emigrierte Regional-Reporterin der Zeitung, erzählt von den Arbeitsbedingungen der letzten Jahre, von Konflikten mit Behörden und Konzernen und von ihrer Zusammenarbeit mit westlichen Korrespondent:innen, die sie als sogenannter „Fixer“ bei Recherchen vor Ort unterstützte.
  • 2. Februar 2022, 18:30–20:00 Uhr
    Vom Journalismus leben – How to: Einstieg in die Freiberuflichkeit
    Wie man als Freiberufler:in Themen verkauft, seine Zeit managt und auch noch das ganze Drumherum (Steuern, Versicherungen, Altersvorsorge) meistert, berichtete Nadja Bascheck, Absolventin des Leipziger Studiengangs M.A. Journalistik und Freelancerin bei WDR und Deutschlandradio. 
  • 30. November 2021, 9:15–10:45 Uhr
    Große Leaks und internationale Kooperationen: Aktuelle Methoden und Strategien in der investigativen Recherche

    Der preisgekrönte Journalist Hannes Munzinger vom Investigativ-Ressort der Süddeutschen Zeitung erzählte vom Projekt „Pandora Papers“: wie man 11,9 Millionen geleakter Dateien voller unstrukturierter Daten durchsuchbar macht und mit Namenslisten von Politikern, Superreichen und anderen Personen des öffentlichen Interesses abgleicht, um Missständen und Korruption auf die Spur zu kommen – und wie man dabei mit 600 Journalistinnen und Journalisten aus 117 Ländern unter dem Dach des International Consortium of Investigative Journalists (ICIJ) zusammenarbeitet.
  • 20. Oktober 2021, 17:00–19:00 Uhr
    Wahlen – regional und automatisiert
    Automatisierter Journalismus ist nur was für große Medienhäuser? Und überhaupt eignet sich die automatisierte Texterstellung nur für den Sport? Von wegen! Manuel Mohr und Martin Paul von MDR Sachsen-Anhalt erzählten in diesem Werkstattbericht davon, wie sie auch als Zwei-Mann-­Team mit automatisiertem Journalismus arbeiten und was das alles mit der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt zu tun hat.
  • 19. Januar 2021, 9:15–10:45 Uhr
    Digitale Selbstverteidigung zum Informantenschutz in der investigativen Recherche

    Fabian Schöppach und Rainer Rodemund sind Vorstände des Bündnisses Privatsphäre Leipzig e.V. und Experten für Datenschutz und Digitale Selbstverteidigung. Sie sprechen über sichere E-Mail-Kommunikation (Verschlüsselung mit GnuPG), Quellenschutz (Datei- und Festplattenverschlüsselung) und anonymisierte Kommunikation für Recherche (Internet via Tor, Nutzung der Live-Distribution Tails) und geben weiterführende Hinweise.
  • 6. November 2020, 9:15–12:45 Uhr
    Rettet die Reportage! Worauf es im Erzähljournalismus ankommt – auch in digitalen Zeiten

    Wie funktioniert journalistisches Erzählen im Internet-Zeitalter? Wie verändert der Medienwandel die Reportage? Der emeritierte Leipziger Journalistik-Professor Michael Haller, ehemaliger leitender Redakteur von SPIEGEL und ZEIT, zeigt in Übungen und Diskussionen, wie die literarische Sprachkraft dieser journalistischen Königsdisziplin zurückgewonnen und zu neuer Geltung gebracht werden kann.
  • 7. November 2019, 11:15–14:45 Uhr
    Grundlagen, Tricks und Tools des Fact-Checking

    Stefan Voß, Verification Officer der dpa, vermittelt: Souveränes Arbeiten mit den sozialen Netzwerken (Facebook, Twitter, Instagram etc). Beherrsche Deinen Browser (Extensions, Tools, Vorfristige Suche). Das genaue Hinschauen lernen: Was zeigen mir Fotos/Videos aus unbekannter Quelle – und was zeigen sie nicht? Deepfakes: Manipulierte Fotos/Videos/Audios erkennen. Geolocation: Orte finden mit Tools wie Mapillary, Geocode-Suche in Twitter