Nachfolgend finden Sie Informationen über die Filmarbeitsstelle des Instituts.

Nahaufnahme einer Filmrolle vor orange-gelbem Hintergrund.
Foto: Colourbox

Filmarbeitsstelle am Institut für Kulturwissenschaften

Die Filmarbeitsstelle, mit deren Aufbau im SoSe 2014 begonnen wurde, geht auf eine Initiative von Prof. Maren Möhring zurück. Sie steht allen Studierenden und Lehrenden der Kulturwissenschaften offen. Ihr Ziel ist es, die kulturwissenschaftliche und kulturgeschichtliche Arbeit mit Filmen und TV-Serien in Lehre und Forschung des Instituts für Kulturwissenschaften zu fördern.

Dokumentar- und Spielfilme stellen perspektivische Interpretationen der Welt dar und gestalten durch Narration, Kamera- und Tontechnik sowie Montage „Realität“ auf je spezifische Weise. Insbesondere Spielfilme lassen sich als – noch immer zu wenig genutztes – Quellenmaterial gewinnbringend für eine Vielzahl historischer Fragestellungen heranziehen. Denn Filme erzählen Geschichten der Gesellschaften und Kulturen, die sie hervorgebracht haben, und zwar nicht nur auf der Ebene der jeweiligen Handlungen sondern vor allem auf subtextuellen Bedeutungsebenen. Damit erlauben sie die Rekonstruktion von prägenden Diskursen und Imaginationen ihres Entstehungszeitraumes, die über die Analyse allein schriftlicher Quellen oft weniger zugänglich sind. So verhandeln Heimatfilme auf vielschichtige Weise zentrale Transformationenprozesse der frühen Bundesrepublik wie die Integration von Flüchtlingen und Vertriebenen oder den Übergang zur Massenkonsum- und Freizeitgesellschaft. Nationalsozialistische Propagandafilme ermöglichen einen Blick in hegemoniale Entwürfe „deutscher“ Männlichkeit und Weiblichkeit. Filmische Adaptionen literarischer Vorlagen oder Genre-Entwicklungen in verschiedenen Ländern erlauben komparative Untersuchungen; über die Analyse der Synchronisation ausländischer Filme lassen sich Prozesse des Kulturtransfers rekonstruieren. Darüber hinaus ist der Film ein populäres Medium für Geschichtsdarstellungen, die sich in Hinblick auf Vergangenheitspolitik und Erinnerungskultur befragen lassen.

Der geschichtswissenschaftliche Umgang mit Filmen als Quelle stellt ein kontinuierliches Arbeitsfeld in den kulturgeschichtlichen Lehrveranstaltungen am Institut für Kulturwissenschaften dar. Auf diese Weise erlernen die Studierenden sowohl die theoretischen Grundlagen als auch das methodische Handwerkszeug einer historisch kontextualisierenden Filmanalyse.

 

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