Nachricht vom

Wir freuen uns sehr, im Wintersemester 2021/22 Prof. Dr. Iain Macdonald als Leibniz-Professor in Leipzig begrüßen zu dürfen. Die Leibniz-Professur zählt zu den höchsten Auszeichnungen der Universität Leipzig. Das Institut für Kulturwissenschaften verbindet eine langjährige Kooperationspartnerschaft zu Iain Macdonald.

Der kanadische Philosoph Prof. Dr. Iain Macdonald ist einer der führenden Vertreter der so genannten Kontinentalen Philosophie in Nordamerika. Seit 2001 forscht und lehrt Iain Macdonald als Professor am Département de philosophie der Université de Montréal zur europäischen Philosophie des 19. und 20. Jahrhunderts (u.a. zu Hegel, Marx, Heidegger und Adorno), mit Schwerpunkten in der Kritischen Gesellschaftstheorie, der Phänomenologie, der französischen Philosophie und der Ästhetik. Dabei schafft er es, in seinen Arbeiten verschiedene Traditionslinien der europäischen Philosophie äußerst produktiv miteinander in einen Austausch treten zu lassen, und verbindet sie darüber hinaus immer wieder mit film- und literaturästhetischen Überlegungen, um so eine Brücke zu aktuellen gesellschaftspolitischen Fragen zu stellen.

Aufgrund seiner Forschungstätigkeit, aber auch als Mitbegründer der Association for Adorno Studies und als Präsident der Canadian Society for Continental Philosophy, hat sich Iain Macdonald den Ruf als international anerkannter Adorno-Experte erworben. So stellt auch seine neueste Monographie „What Would Be Different“ die Quintessenz jahrzehntelanger Auseinandersetzung mit der Philosophie Adornos dar, die Iain Macdonald in die ältere philosophische Debatte über die Freiheit des Handelns einordnet, um ihr dadurch wichtige Impulse für eine kritische Betrachtung der eigenen Gegenwart abzugewinnen. An der Schnittstelle von metaphysischem und gesellschaftstheoretischem Denken versucht Iain Macdonald nichts weniger als die Voraussetzungen einer Befreiung der Möglichkeit aus der Wirklichkeit freizulegen. Das alte Motiv der Kritischen Theorie einer systematischen Blockade gesellschaftlicher Möglichkeiten, die noch ihre kleinsten Anzeichen zu verdecken vermag, aktualisiert Iain Macdonald auf überzeigende Weise als Kontrastfolie eines historisch-sozial konkretisierten Begriffs des Möglichen.

Dank seiner herausragenden Forschungsleistungen war Prof. Macdonald mehrfach Fellow und Gast an renommierten Universitäten und Forschungseinrichtungen, etwa dem King’s College Cambridge, dem Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ der Goethe-Universität Frankfurt und zuletzt am Forschungskolleg Humanwissenschaften in Bad Homburg. Er ist zudem affiliierter Professor an der McGill University in Montréal.

Im Wintersemester 2021/22 übernimmt Iain Macdonald die Leibniz-Professur, die zu den höchsten Auszeichnungen der Universität Leipzig gehört. Mit Iain Macdonald sind zahlreiche Lehr- und Forschungsveranstaltungen geplant, u.a. ein Workshop zu seiner jüngsten Monographie „What Would Be Different“.

Die Antrittsvorlesung von Iain Macdonald findet am 9. November 2021 im Vortragssaal der Albertina statt. Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier.