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Veranstaltungsort: Vortragssaal der Bibliotheca Albertina, Beethovenstraße 6, 04107 Leipzig

Die Tagung beginnt am 14. Oktober 2021 um 16 Uhr mit einem kleinen Festakt gefolgt von einem Vortrag von Robert Brandom (Pittsburgh). Anbei ein detailliertes Programm zum Druck.

Menschliche Praxis ist an Ein- und Übersichten orientiert, die mit Sprache, Erziehung und Bildung erworben, in wissenschaftlicher Arbeit auf begriffliche oder schematisch-mathematische Allgemeinheit gebracht, beständig transformiert und weiter tradiert werden. Die Geschichte dieses Wissens ist die Geschichte unserer selbst. Zu philosophieren heißt, auf dieses werdende Wissen zu reflektieren. Es heißt, nach seinen Formen, nach den Gestalten seiner Vermittlung mit dem Leben und nach seinen Grenzen zu fragen – sowie nach den Grenzen dieses Fragens selbst. Philosophische Reflexion ist wesentlich kritisch; sie entdeckt und diagnostiziert Ungereimtheiten und Selbsttäuschungen. Anders als durch solche kritische Reflexion wären Selbsterkenntnis und Orientierung in unserer wissensbasierten Lebenswelt unmöglich.

Diese Auffassung von Philosophie informiert Pirmin Stekeler-Weithofers gesamtes Schaffen: ausgehend von Grundprobleme der Logik bis hin zu Kritik der reinen Theorie. Philosophie als unablässige, mit ihrer eigenen Geschichte identische Selbstkritik; der Philosoph als ironischer Störenfried von Theorie und Praxis, dessen Analysen Wahrheit und Fortschritt erst möglich machen: niemand, so Stekeler-Weithofer, hat das besser verstanden als Hegel. Stekeler-Weithofers Auseinandersetzung mit diesem Denker ist zugleich Ausdruck des eigenen systematischen Philosophierens, eines Philosophierens, das ständig in Bewegung bleibt, sich statischer Zuschreibungen und einseitiger Ismen verweigert und starre Frontstellungen, wie analytisch vs. kontinental oder systematisch vs. historisch, zu überwinden sucht. 

Die Tagung Orientierung durch Kritik will Pirmin Stekeler-Weithofers Wirken an der Universität Leipzig feiern – mit Vorträgen von Weggefährten, Schülern und Kollegen, deren eigenes Schaffen mit seinem philosophischen Werk im Dialog steht.

 

Aufgrund der Pandemielage darf nur teilnehmen, wer geimpft, getestet oder genesen ist. Um Anmeldung wird gebeten: jonas.held@uni-leipzig.de.

Die Tagung wird organisiert von Wolfram Gobsch und Jonas Held. Für Rückfragen stehen die Organisatoren gern zur Verfügung.