Datum/Uhrzeit: bis Uhr
Art: Kolloquium, Präsenz
Ort: HS 2010 (EG), GWZ, Beethovenstr. 15, 04107 Leipzig
Veranstaltungsreihe: Philosophisches Kolloquium WiSe 25/26

Vortrag im Rahmen des Philosophischen Kolloquiums.

Wer ein fremdes Land erobern will und dafür als Umsetzungsmittel die Wahl hat zwischen einer modernen Armee und einer antiken griechischen, tut gut daran, die moderne zu wählen. Wer zum Mond fliegen will und die Wahl hat, dafür die antike Technik zu nutzen oder die moderne, ist gut beraten, die moderne Technik zu wählen.

Wer die Welt rational erklären will und die Wahl hat zwischen der antiken Philosophie und der modernen, tut aber womöglich gut daran, sich für die antike zu entscheiden. Oder zumindest: Der kommt an der Antike dafür nicht vorbei. Aber warum ist das eigentlich so? Es liegt nicht daran, dass alles philosophisch Gedachte sich auf Fußnoten zu Platon reduzieren ließe. Ausgehend von einigen wenigen Grundsätzen lässt sich aber eine plausible Vermutung darüber anstellen, warum die Philosophie die Antike nicht aus ihrem System bekommt.

Zur Person:

Prof. Dr. Christian Schäfer ist Inhaber des Lehrstuhls für Philosophie I an der Universität Bamberg und Mitherausgeber der Quellen und Studien zur Philosophie in Neuspanien sowie der Werke des Bernhard von Waging. Zu seinen bedeutendsten Publikationen zählen Xenophanes von Kolophon. Ein Vorsokratiker zwischen Mythos und Philosophie. Stuttgart/Leipzig: Teubner 1996; Unde malum? Die Frage nach dem Woher des Bösen bei Plotin, Augustinus und Dionysius vom Areopag. Würzburg: Königshausen & Neumann, 2002; The Philosophy of Dionysius the Areopagite, Leiden/Boston/Köln: Brill, 2006; Thomas von Aquins gründlichere Behandlung der Übel. Eine Auswahlinterpretation der Schrift De malo, Berlin: Akademie Verlag, 2013; Der Dämon der Philosophie. Eine Lesebegleitung zum Verständnis von Platons Symposion, Düsseldorf: onomato, 2022.