Datum/Uhrzeit: bis Uhr
Art: Kolloquium, Präsenz
Ort: HS 2010 (EG), GWZ, Beethovenstr. 15, 04107 Leipzig
Veranstaltungsreihe: Philosophisches Kolloquium WiSe 25/26

Vortrag im Rahmen des Philosophischen Kolloquiums.

Lehrsatz 30 des fünften Teils der Ethik Spinozas lautet: „Unser Geist, insofern er sich und den Körper unter der Gestalt der Ewigkeit erkennt, hat insofern notwendig die Erkenntnis Gottes und weiß, dass er in Gott ist und durch Gott begriffen wird“. Zugleich evoziert diese Erkenntnis eine intellektuelle Liebe des Geistes zu Gott (amor intellectualis Dei), die indessen nichts anderes ist als die Liebe, mit der Gott sich selbst liebt. Der Vortrag untersucht vor diesem Hintergrund die Frage, welcher systematische Stellenwert dem Moment der Selbsterkenntnis in der Philosophie Spinozas zukommt. Hierzu werden die ontologischen Bedingungen für Selbsterkenntnis, die verschiedenen Ebenen ihrer epistemologischen Ausprägung (imaginatio, ratio, scientia intuitiva) sowie ihr Bezug auf und ihre Relevanz für das Gesamtunterfangen der Ethik als solcher diskutiert.

Zur Person:

Prof. Dr. Marko Fuchs ist außerplanmäßiger Professor an der Universität Bamberg und Lektor für den Bereich Philosophie des Klostermann Verlages. Seine wichtigsten Publikationen sind Metaphysik, Theologie und Ethik im Naturrecht der ‚Epochenschwelle‘ von der Spanischen Spätscholastik zur Neuzeit: Gabriel Vásquez und Baruch Spinoza. Baden-Baden: Alber, 2024; Gerechtigkeit als allgemeine Tugend. Die Rezeption der aristotelischen Gerechtigkeitstheorie im Mittelalter und das Problem des ethischen Universalismus. Berlin: de Gruyter, 2016; Sum und cogito – Grundfiguren endlichen Selbstseins bei Augustinus und Descartes. Paderborn u. a.: Schöningh, 2009.