Datum/Uhrzeit: bis Uhr
Veranstaltungsreihe: Studentisches Kolloquium

Vortrag im Rahmen des studentischen Kolloquiums.

Im Rahmen meiner Bachelorarbeit beschäftige ich mich einer physikalistischen Subjektivitätstheorie des deutschen Philosophen Thomas Metzinger. Den Vortrag möchte ich dazu nutzen, die philosophischen Hintergründe dieser Theorie zu besprechen - der Fokus wird also nicht auf Metzinger selbst liegen.

Metzinger vertritt eine physikalistische Theorie, deren Annahme schnell notiert ist: Bewusstsein - also phänomenales Erleben - ist auf physikalische Prozesse reduzierbar.

Er behaupten also, dass unsere Empfindungen, unsere innerlichen Erlebnisse, sogar unser Selbst vollkommen physikalisch erklärbar sind.

Diese Intuition speist sich vielleicht aus dem historischen Vormarsch der Naturwissenschaft. Gewissenhafte Empirie bezwingt unsere Umwelt, unsere Körper, ja sogar die Beschaffenheit unserer Galaxie. Physikalist:innen glauben, dass diesem Vormarsch nichts standhalten wird - nicht einmal unser phänomenales Bewusstsein.

Gegenstimmen sind diesbezüglich skeptisch. Mit einer neurophysikalischen Theorie kann vielleicht erklärt werden, wie Reizverarbeitung oder andere kognitive Prozesse neuronal realisiert werden, aber die eigentliche Frage wird dabei außer Acht gelassen: Warum sollten physikalische Prozesse zu einer Art Erleben führen? Warum führt das Ausschütten von Dopamin auch zu einem spezifischen Erleben davon?

Die „eigentliche Frage“ wurde von David Chalmers unter der Bezeichnung „hard problem of consciousness“ gestellt und sie scheint eine prinzipielle Grenze physikalischer Erklärungen zu bilden. Neurowissenschaften können Aussagen über Funktionen und Strukturen treffen. Unser Erleben scheint aber prinzipiell anders beschaffen zu sein, so dass wir für jede noch so präzise physikalische Theorie fragen können, inwiefern sie Erleben hervorrufen soll.

In dem Vortrag werde ich mich mit der Plausibilität beider Positionen auseinandersetzen und erwägen, welche Rolle sie in der Erforschung unseres Erlebens spielen können.

 

Alle sind herzlich willkommen! Im Anschluss an den Vortrag gibt es eine Diskussion, in der Raum für Fragen und Kritik ist.