Die Forschung am Institut für Politikwissenschaft widmet sich dem Dachthema „Demokratie – Bildung – Europa”. Sie richtet sich auf die systematische Beobachtung und Erklärung politischer Institutionen (polity), politischer Interaktionen und Prozesse (politics) sowie von Politikfeldern und politischen Sachentscheidungen (policies), wobei die verschiedenen Arbeitsbereiche des Instituts jeweils spezifische Schwerpunkte setzen. Wir nutzen unterschiedliche sozialwissenschaftliche und regionalwissenschaftliche Methoden mit einem Schwerpunkt auf qualitativer Methodik.

Bibliothek, Foto: Christian Hüller

Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind auf vielfältige Weise in universitäre und außeruniversitäre Kooperationszusammenhänge eingebunden. Beispiele sind die Mitwirkung:

Die Professuren sind national und international vernetzt, was sich unter anderem in Leitungsfunktionen fachwissenschaftlicher Organisationen und Zeitschriften, Gutachtertätigkeiten, der Beteiligung an gemeinsamen Forschungsprojekten und Publikationen und der Organisation von Fachtagungen manifestiert.

Beispiele für laufende und abgeschlossene Forschungsvorhaben

Projektverantwortliche: Prof. Dr. Ireneusz P. Karolewski (Universität Leipzig), Dr. Thomas Mehlhausen (Universität Leipzig), Prof. Dr. Robert Grzeszczak (Universität Warschau)

Das durch die Deutsch-Polnische Wissenschaftsstiftung (DPWS) von 2021 bis 2023 geförderte Forschungsprojekt untersucht die differenzierte Integration in der Europäischen Union (EU) im Kontext der deutsch-polnischen Beziehungen. Im ersten Schritt werden die Parlamentsdebatten im Bundestag und Sejm hinsichtlich der Präferenzen zur künftigen Struktur der EU identifiziert, da Deutschland und Polen seit dem Brexit die größten voll- bzw. teilintegrierten EU-Mitgliedstaaten sind. In einem zweiten Schritt werden Legitimationsstandards für eine differenzierte Integration definiert, um legitimatorische Defizite offenzulegen und Reformvorschläge zu formulieren. In einem dritten Schritt entstehen alternative Szenarien zur Zukunft der deutsch-polnischen Beziehungen in Zeiten differenzierter europäischer Integration. Die Forschung mündet in Publikationen sowie Veranstaltungen in Leipzig und Warschau in Kooperation mit der Konrad-Adenauer-Stiftung.

Projekt „Soziale Integration ohne Eliten? Ausmaß, Ursachen und Folgen personeller Unterrepräsentation bestimmter Bevölkerungsgruppen in den bundesdeutschen Eliten” (Dr. Lars Vogel)

Inhalt

Das durch das Bundesfamilienministerium (BMFSFJ) von 2018-2020 geförderte Projekt untersucht Ausmaß, Ursachen und Folgen der personellen Unterrepräsentation von Ostdeutschen sowie von Personen mit Migrationshintergrund in den bundesdeutschen Eliten in Politik, Verwaltung, Wirtschaft und weiteren Sektoren. Ausgangspunkt ist der Befund, dass beide Bevölkerungsgruppen deutlich seltener in höchsten Führungspositionen anzutreffen sind als es ihrem Bevölkerungsanteil entspricht. Die Unterrepräsentation von Ostdeutschen in Elitenpositionen hat seit 1990 in einigen Bereichen sogar zugenommen. Neben dem aktuellen Stand und seinen Ursachen wird nicht nur analysiert, wie die personelle Unterrepräsentation durch die Bevölkerung und die Eliten selbst wahrgenommen und bewertet wird, sondern auch nach den Folgen für die soziale Integration der Bevölkerungsgruppen gefragt.

Projektmodule

  • Projektmodul I strebt eine umfassende Erhebung biografischer Daten der bundesdeutschen (und darin speziell auch ostdeutschen) Eliteangehörigen an, um in einem ersten Zugriff Ausmaß und strukturelle Ursachen der Unterrepräsentation der Ostdeutschen wie Personen mit Migrationshintergrund zu erfassen.
  • Projektmodul II untersucht die Wahrnehmung, Erklärung und Bewertung der personellen Unterrepräsentation in der Bevölkerung, um deren Folgen für die politische Kultur Ostdeutschlands und in migrantischen Milieus zu analysieren. Darüber hinaus liefert das Modul durch die Untersuchung der Einstellungen zu Eliten und Aufstiegsorientierungen komplementäre Daten zu möglichen Ursachen der personellen Unterrepräsentation.
  • Projektmodul III vermittelt das Projekt und seine Ergebnisse in die (politische) Öffentlichkeit und in die Fachdiskussion.

Methodik

Erstens werden biografische Angaben der InhaberInnen von Elitepositionen mittels öffentlich bzw. halböffentlich zugänglicher Quellen erhoben, um Ausmaß und strukturelle Ursachen der Unterrepräsentation zu klären. Diese werden ergänzt durch qualitative Interviews. Zweitens werden Fokusgruppengespräche und eine repräsentative Bevölkerungsumfrage durchgeführt, um die Wahrnehmung von Eliten, aber auch die Beurteilung der Legitimität des gegenwärtigen Zustandes hinsichtlich der ostdeutschen und migrantischen Elitenrekrutierung zu messen. Drittens sind verschiedene öffentliche Kommunikationsformate geplant, um die Ergebnisse zu diskutieren und Handlungsempfehlungen zu entwickeln.

      

Projekt „Fremde im eigenen Land? Eine Studie über die Veränderbarkeit nationaler Narrative mithilfe Politischer Laboratorien” (Prof. Rebecca Pates PhD)

  • Laufzeit: 2018-2021
  • Finanzierung: BMBF

Das Forschungsprojekt unter der Leitung von Prof. Rebecca Pates geht der Frage nach, welche Narrative einer gemeinsamen gesellschaftlichen Identität im Raum stehen und inwieweit gesellschaftlicher Zusammenhalt auch über unterschiedliche kulturelle Codes hinweg möglich ist.

Das mehrstufige Forschungsvorhaben startet zunächst mit einer Analyse von Vorstellungen über kollektive Identität in unterschiedlichsten sozialen Gruppen. In vier Bundesländern (Sachsen, Thüringen, Berlin, Schleswig-Holstein) werden exemplarisch teilnehmende Beobachtungen und Interviews durchgeführt. Ziel ist es, ein möglichst breites Verständnis von zeitgenössischen Erzählungen über „die Nation“, „das Gemeinwesen“ und „die Gesellschaft“ zu erlangen. Die Ergebnisse dieser Analyse werden in einem nächsten Schritt mit Menschen in ganz Deutschland in Bürgerversammlungen, sogenannten „politischen Laboratorien“ (kurz auch: PoliLab), diskutiert. Ziel ist es, in eine Verhandlung über die unterschiedlichen Aspekte einer gemeinsamen gesellschaftlichen Identität zu treten.

Das praxisorientierte Format der politischen Laboratorien ist eine neue Forschungsmethode, die den Teilnehmern Impulse für eine aktive politische Teilhabe liefern soll. In Diskussionsforen kommen Vertreter unterschiedlichster gesellschaftlicher Gruppierungen zusammen, um über Gemeinsamkeiten und Differenzen ihrer Vorstellungen von „Nation“ und „Gesellschaft“ zu debattieren. Auf diese Weise soll zwischen verschiedenen, vermeintlich unvereinbaren Positionen im politischen Diskurs vermittelt werden.

Projektleitung

Prof. Rebecca Pates PhD Projektleitung
Julia Leser Stellvertretung

Team

Mario Futh Projektmanagement
Jamela Stratenwerth Lehrforschung
Philipp Lemmerich Kommunikation
Johannes Fenske Projektassistenz
Julien Pietzko Projektassistenz
Jan Korr Projektassistenz
Ronja Morgenthaler Projektassistenz

Fellows

Florian Spissinger  
Salma Moustafa Khalil  

Wissenschaftlicher Beirat

Dr. Anne Dölemeyer HAWK Hildesheim
Prof. Dr. Wolfgang Fach Universität Leipzig
Dr. Daniel Schmidt Universität Leipzig
Dr. Dirk Schuck Centre Marc Bloch
Dr. Lars Vogel Universität Leipzig

Projekt im Rahmen des Jean Monnet Chair „Aktuelle Krisen und EU-Integration/EU-CRIS” (Prof. Dr. Astrid Lorenz, mit Dr. Lisa H. Anders)

Projekt „Möglichkeiten und Grenzen einer transnationalen deutsch-tschechischen Nachbarschaftspolitik“ von Hana Formánková

BMBF-Projekt NetKuB, geleitet von Prof. Dr. Nina Kolleck im Verbund mit Prof. Dr. Reinwand-Weiss (Universität Hildesheim)

BMBF-Projekt „Passungsverhältnisse Kultureller Bildungsnetzwerke und Kultur(en) in ländlichen Räumen im Kontext sozialer Teilhabe“ (PaKKT) von Prof. Dr. Nina Kolleck im Verbund mit Prof. Dr. Bender (Universität Bielefeld)

DFG-Projekt „CONNECT: Connections and Levels of Influence in Multilateral Treaty Negotiations Over Time“ von Prof. Dr. Nina Kolleck im Rahmen der DFG-Forschergruppe „International Public Administration” Prof. Dr. Christoph Knill (Sprecher, LMU München), Verbundpartner: Prof. Dr. Arthur Benz (Technische Universität Darmstadt), Prof. Dr. Klaus Goetz (Ludwig-Maximilians-Universität München), Prof. Dr. Andrea Liese (Universität Potsdam), Dr. Per-Olof Busch (Universität Potsdam), Prof. Dr. Michael Bauer (Universität Speyer), Prof. Dr. Stephan Grohs (Universität Speyer), Prof. Dr. Steffen Eckhard (Universität Konstanz)

internationales Verbundprojekt „The Influences of Policy Actors on UN Policy Programs on Climate Change Education”, gefördert vom Social Sciences and Humanities Research Council SSHRW der Verbundpartner: Prof. Marcia McKenzie (University of Saskatchewan, Kanada, Chief Investigator), Prof. Dr. Nina Kolleck, Prof. Alan Reid (Monash University, Australia), Dr. Aaron Benavot, Prof. Fazal Rizvi (Monash University, Australia), Prof. Stefan Bengtsson (Uppsala University)

internationales Projekt „The ‘start of a beautiful friendship?’ – Comparative study of German and Israeli school-NGO interactions across different socio-economic strata” von Prof. Dr. Nina Kolleck zusammen mit Dr. Miri Yemini (Tel Aviv University), gefördert von der Minerva Stiftung, Max-Planck-Gesellschaft

DFG-/ANR-Forschungsprojekt Menschenhandel im Lichte institutioneller Praktiken. Ein deutsch-französischer Vergleich
(Prof. Rebecca Pates PhD, in Kooperation mit Dr. Mathilde Darley, Centre Marc Bloch, HU Berlin/CNRS)

BMBF-Projekt „Migration und Institutionenwandel im deutschen Gesundheitswesen im Feld der psychiatrischen und psychotherapeutischen Versorgung von Geflüchteten“ von Dr. Renate Reiter (mit Annette E. Töller/FernUniversität in Hagen, Thomas Gerlinger/Universität Bielefeld und Konstanze Janda/Verwaltungsuniversität Speyer)

SMWK-Forschungsprojekt Neue Regionalismen in einer sich wandelnden Weltordnung – die Zuordnung Lateinamerikas und Afrikas (Prof. Heidrun Zinecker und Prof. Ulf Engel, Institut für Afrikanistik)

Die Professuren sind national und international vernetzt, was sich unter anderem in Leitungsfunktionen fachwissenschaftlicher Organisationen und Zeitschriften, Gutachtertätigkeiten, der Beteiligung an gemeinsamen Forschungsprojekten und Publikationen und der Organisation von Fachtagungen manifestiert.

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