Definition, Mobilisierungsnetzwerke und Beispielbewegungen

Chiara Marie Dietzel, Julia Günnel, Irina Hehedyush, Vera Näser

 

1. Soziale Mobilisierung und dazugehörige Bewegungen

“We are the ones making a difference – we the people in Extinction Rebellion and the children’s School Strike for the Climate – we are the ones making a difference.” 
(Greta Thunberg, vgl. Reuters Staff, 2019)

Greta Thunberg wurde innerhalb der letzten Jahre zum Gesicht einer ganzen Bewegung, zum Aushängeschild für diejenigen, die etwas in der Welt verändern möchten. Mit der Streik-bewegung Fridays for Future wurde die Kommunikation über Nachhaltigkeit und Umweltschutz stark geprägt. Nicht nur Schüler:innen aus aller Welt, sondern auch Wissenschaftler:innen, Politiker:innen, Prominente und viele weitere Verbündete unterstützen die Bewegung mittlerweile.  

Wenn sich Menschen zusammentun, können notwendige und nachhaltige Veränderungen erzielt werden. So hat auch die 2013 gegründete Bewegung Black Lives Matter vor allem im Jahr 2020 zum weltweiten Umdenken in Bezug auf Rassismus beigetragen.

Bewegungen wie diese bringen eine Gesellschaft dazu, sich weiterzubilden, sich zu hinterfragen und im Anschluss ihr Verhalten zu ändern. Diese Prozesse nennt man auch Social Mobilisation. Dabei werden so viele soziale Verbündete wie nur möglich zusammengebracht, um gemeinsam zu informieren und Bewusstsein für vorherrschende Probleme zu schaffen. Dies ist nicht nur auf globaler Ebene wie im Fall von Fridays for Future oder Black Lives Matter wichtig, sondern auch in einzelnen Ländern und Bevölkerungsgruppen, um vor Ort Veränderungen zu erreichen.  

Um zu verdeutlichen, wie soziale Mobilisierung funktioniert und welche Ergebnisse und Veränderungen erreicht werden können, folgt nach einer ausführlichen Begriffserklärung auch die Veranschaulichung genauer Methoden am Beispiel der Bewegungen Fridays for Future und Black Lives Matter. Dabei liegt der Fokus auf den speziellen Kommunikationsprozessen, welche in beiden Beispielen vor allem durch die sozialen Medien geprägt sind.  


2. Was ist Social Mobilisation? 

Der Begriff Social Mobilisation - im Folgenden auch als soziale Mobilisierung bezeichnet - bezeichnet eine wesentliche Strategie der Communication for Social Change (C4SC). Prozesse sozialer Mobilisierung lassen sich in diesem Feld auf der Ebene der Gemeinden (Meso-Ebene) einordnen, da sie primär darauf fokussiert sind, Partner:innen zu vernetzen, um ein spezifisches Entwicklungsziel zu erreichen (Greiner, 2018). Dabei handelt es sich nicht um ein neues Phänomen: soziale Mobilisierung lässt sich bis in das 19. Jahrhundert in den USA, Lateinamerika und einigen afrikanischen Ländern zurückverfolgen (Sam, 2015).

 

2.1 Begriff 

McKee definierte Social Mobilisation 1992 folgendermaßen: 

“the process of bringing together all feasible and practical intersectoral and social allies to raise people’s awareness of the demand for a particular development program, to assist in the delivery of resources and services, and to strengthen community participation for sustainability and self-reliance”.

Diese Definition beinhaltet fünf wesentliche Aspekte sozialer Mobilisierung, welche noch heute die Grundlagen für diese Strategie der C4SC darstellen: 1) die prozessuale Beschaffenheit der Strategie in Bezug auf 2) den Zusammenschluss verschiedener sozialer Akteure mit 3) dem Ziel, Bewusstsein für ein konkretes Entwicklungsprogramm zu schaffen unter 4) der Bereitstellung verschiedener Ressourcen mit 5) dem Ideal, langfristig die gemeinschaftliche Partizipation für Nachhaltigkeit und Selbstständigkeit zu fördern (McKee, 1992). 

 

2.2 Ziele und Methoden

Grundsätzlich basiert Social Mobilisation auf den von C4SC im Allgemeinen angestrebten Idealen, wie sozialem Wandel, Veränderung, Innovation, Integration und Gleichberechtigung. Diese grundlegenden Werte zielen auf die Überwindung von Machtungleichheiten (Campbell, 2014). 

Dabei geht es primär darum, nachhaltige Veränderungen auf verschiedenen Ebenen zu erzielen. Zentrale Methoden sind das gegenseitige Zuhören, der Aufbau von Vertrauen, das Teilen von Wissensbeständen und Fähigkeiten, das Erstellen von Richtlinien, das Führen von Debatten sowie die grundsätzliche Bereitschaft, zu Lernen (World Bank, 2007).  

Zentral für Prozesse sozialer Mobilisierung ist ein grundlegendes Verständnis von kollektiven Ideen und Bedürfnissen. Es gilt, betroffene Gruppen zu motivieren, für ihre Ziele einzustehen und diese Ideen mithilfe der Mobilisierung aller verfügbaren Ressourcen zu verwirklichen.  Sam formulierte 2015: “[…] the new social moment is a genuine bottom-up process. It is a process where citizens identify their problems, mobilize and collectively advocate for change through self-created spaces located outside the structured institutional domain“. 

Um die oben genannten Ziele umzusetzen, erfolgt in Prozessen sozialer Mobilisierung ein Zusammenspiel verschiedener Akteure. Eine wesentliche Rolle spielen die betroffenen Gruppen selbst, verschiedene NGOs, politische Akteure, Unternehmen und die Gesellschaft als Ganzes. Enghel und Wilkins stellen fest: 

“[…] for whom and for what to mobilize communication remains an open question. We propose that this question should be at the heart of future efforts to theorize and research in what ways and under which conditions communication might contribute to equitable development and social justice” (Enghel & Wilkins, 2012)."

Devcom 208: Social Mobilization

(Bejemino, 2015)

2.3 Bedeutung digitaler Medien

Die Verbreitung digitaler Medien hat einen enormen Einfluss auf Prozesse sozialer Mobilisierung. Es handelt sich um eine neue Art von Kommunikation, welche nicht länger linear und top-down funktioniert, sondern dynamische und interaktive Eigenschaften aufweist und somit neue Formen gesellschaftlichen Engagements ermöglicht (Tufte, 2013). Um die Bedeutung digitaler Medien für Prozesse sozialer Mobilisierung zu verdeutlichen, sollen beispielhaft die Ergebnisse einer Studie aus dem Jahr 2013 aufgeführt werden, welche den Nutzen verschiedener Kommunikationstechnologien für eine Protestbewegung in Guatemala analysiert (Garcia-Ruano et al., 2013). Die Resultate der Studie zeigen, dass die Nutzung digitaler Medien eine große Chance für soziale Bewegungen darstellt. 

Durch die hohe Streuweite medialer Kommunikationstechnologien wird eine weiträumige Informationsverbreitung innerhalb der Gesellschaft ermöglicht. Die betroffenen Akteure können dadurch Unterstützung und gegenseitiges Empowerment erfahren. Durch das Entstehen von Netzwerken können Gleichgesinnte miteinander verbunden und kollektive Aktionen geplant werden (Garcia-Ruano et al, 2013). Neben den zahlreichen Vorteilen der Informationsverbreitung mittels moderner Kommunikationstechnologien zeigt die Studie auch die Grenzen der sozialen Mobilisierung über diese Kanäle auf. Während die Mobilisierung innerhalb der Gruppe sich extrem stark entwickelte, war die Auswirkung auf das politische Geschehen außerhalb der Bewegung eher gering (Garcia-Ruano et al, 2013). 

In einem Interview  (Lange, 2016)] verdeutlichte die deutsche Politikwissenschaftlerin Marianne Kneuer, dass soziale Medien eine effektive Möglichkeit für Protestbewegungen darstellen, ihre kollektiven Handlungen zu organisieren und koordinieren. Die inhaltliche Debatte bezüglich der angeschnittenen sozialen Themen werde durch die Nutzung sozialer Medien als Vermittlungsinstanzen aber nicht verstärkt. Des Weiteren ließen sich die Inhalte der Beiträge vordergründig auf nationaler Ebene einordnen - der transnationale Austausch spiele also eine weniger zentrale Rolle (Lange, 2016).

2.4. Aktueller Forschungsstand 

Einen guten Überblick über den aktuellen Forschungsstand auf dem Gebiet der C4SC auch in Zusammenhang mit Social Mobilisation bietet ein Artikel von Enghel und Wilkins (2012), welcher einige Fallstudien und Ansätze des Gebietes zusammenfassend aufbereitet. Ein Großteil der Studien bezieht sich auf das Kommunikationsgeschehen in Ländern, die dem Globalen Süden zuzuordnen sind. Beispielhaft sollen im Folgenden zwei Ansätze vorgestellt werden. 

Ein zentrales Thema der Forschung stellen der Informationsaustausch, sowie die Berichterstattung innerhalb einer Gesellschaft in Prozessen sozialer Mobilisierung dar. Die Kommunikationswissenschaftlerin Rosa María Alfaro beschäftigt sich mit dem Wesen der Kommunikation auf nationaler Ebene in Peru in Bezug auf Medienverantwortung, Bürgerbeteiligung und ethische Reflexion. Sie plädiert für die Förderung eines Dialoges zwischen den Bürgern, dem Staat, Medienunternehmen und der Wirtschaft (Enghel & Wilkins, 2012). 

Ein weiterer wesentlicher Bestandteil der Forschung zu Social Mobilisation beschäftigt sich mit der Bedeutung digitaler Medien für Prozesse sozialer Mobilisierung. Ein Beispiel hierfür ist die bereits genannte Studie von Garcia-Ruano et al. aus dem Jahr 2013, welche sich mit der Bedeutung von Informations- und Kommunikationstechnologien für politische Mobilisierung beschäftig. Konkret behandelt wird das Beispiel einer Umwelt-Protestbewegung in Guatemala, die sich gegen den Bergbau im westlichen Hochland Guatemalas einsetzt. 

Weitere forschungstheoretische Ansätze befassen sich mit Aspekten der Globalisierung, Social Entrepreneurship, Machtstrukturen, der Rolle multilateraler Organisationen sowie der verantwortungsvollen Nutzung von Kommunikationstechnologien (Enghel & Wilkins, 2012).


3. Fridays for Future als Beispiel sozialer Mobilisierung 

3.1 Ursprünge und Teilnehmende in Deutschland 

„Schulstreik fürs Klima“ lauten die Worte auf dem Protest-Schild der damals 15-jährigen Greta Thunberg, die am 20. August 2018 erstmals den Unterricht ausfallen ließ, um vor dem schwedischen Reichstagsgebäude in Stockholm für eine faire Klimapolitik zu demonstrieren. Dies führte sie zunächst jeden Tag, und schließlich jeden Freitag der Woche fort (Kesper, 2019).

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CH Media, 2019

Ihre Handlung appellierte an gleichgesinnte junge Menschen, die sich organisierten und es im Laufe der nächsten Monate zu einer großen gesellschaftlichen Bewegung entfalteten, welche sich als Fridays for Future (im Folgenden kurz: FFF) etablierte und global medial, sowie politisch Aufmerksamkeit fasste. 

Das Oberziel der Streiks ist eine faire Klimapolitik. Im Genaueren ist die Einhaltung des Pariser Klimaabkommens gemeint, also der Klimaschutzmaßnahmen, welche die globale Erwärmung eingrenzen und bremsen sollen (Fridays for Future, 2020).

Seine Höhepunkte fand FFF in der Ausführung von globalen Aktionstagen. Der erste fand am 15. März 2019 statt, mit 2,3 Millionen Teilnehmenden in 130 Ländern. Darunter fanden in Deutschland 222 Demonstrationen mit insgesamt 300.000 Demonstrierenden statt (Bedall, 2019).

Ein Zuwachs der Bewegung ließ sich im Rahmen des zweiten globalen Streiks am 20. September 2019 feststellen, als 7,6 Millionen Menschen global demonstrierten, davon etwa 1,4 Millionen in Deutschland (Tagesschau, 2019).

Die Teilnehmenden setzten sich grundsätzlich aus Schüler:Innen und Studierenden zusammen, weshalb die Bewegung zunächst als Schüler-Phänomen bezeichnet wurde. Jedoch traf FFF auf große Unterstützung weiterer Bevölkerungsteile, wodurch sich Untergruppen, wie Parents for Future (Eltern), Artists for Future (Künstler) oder Scientists for Future (Wissenschaftler) abspalteten. Darin zeigt sich ein einzigartiges Mobilisierungsmuster. 

Erste Analysen und Befragungen der Bevölkerung weisen bereits auf einen „green mind shift“ in der Population hin, welcher durch die hervorgehobenen politischen Forderungen erfolgte. Nicht nur das Bewusstsein wurde geschärft, sondern auch die Resonanz und das Verständnis gegenüber dem Thema der Nachhaltigkeit stieg an (Koos & Naumann, 2019).

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König, 2020

3.2 Netzwerk der Mobilisierung und deren Faktoren

Um das hohe Mobilisierungsausmaß von global insgesamt 1,6 Millionen Menschen (Wahlström et al., 2019) nachvollziehen zu können, ist es sinnvoll, die soziale Mobilisierung anhand der einflussnehmenden Faktoren zu veranschaulichen. 

Der individuelle Mobilisierungsprozess und die Entscheidung, an einer Demonstration teilzunehmen, basieren auf Informationen und Kommunikation, weshalb im Folgenden die Untersuchung von Kommunikationsverläufen Auskunft über die Zunahme an Teilnehmer:innen liefert. 

 

3.2.1 Persönliche soziale Kontakte

An oberster Stelle stehen für diese Bewegung persönliche soziale Kontakte. Zu dem „interpersonal recruitment“ zählt nicht durch die persönliche Bitte um Teilnahme, sondern auch die Bitte, Andere darauf aufmerksam zu machen oder Freunde einzuladen, wodurch eine Interaktionskette ausgelöst wird. Dabei sind soziale Kontakte für Schüler:innen bedeutsamer als für Erwachsene. Signifikant ist hierbei der Schul-Kontext des Phänomens, denn dieser bietet jungen Menschen bereits einen Ort (wie den Pausenhof, das Klassenzimmer) und somit eine Grundlage für die Verbreitung der Informationen zu den Veranstaltungen (Wahlström et al., 2019).

Zudem eignen sich persönliche Gespräche als Rekrutierungsstrategie, da sie ein höheres Maß an Verbindlichkeit mit sich tragen, was potentiell die hohe Teilnehmer:innenzahl erklärt. Deswegen ist die soziale Dimension durch „peer networks“ (Wahlström et al., 2019) ein wichtiger Mobilisierungsmechanismus, welcher, vor allem unter Schüler:innen, einen Austausch über die kritische Sicht auf die Klimapolitik und die Bewegung selbst gewährt, wodurch wiederum Interesse an der Demonstrationsteilnahme entsteht. 


3.2.2 Soziale und kommerzielle Medien

Des Weiteren spielen soziale, sowie kommerzielle Medien eine tragende Rolle in der Verbreitung von Informationen bezüglich Fridays for Future und den stattfindenden Demonstrationen. Soziale Plattformen bieten jungen Aktivist:innen außer-demonstrative Möglichkeiten zur Organisation und der einhergehenden Katalyse von Partizipation.  In nur kurzer Zeit erlangte die Bewegungen „eine außerordentliche Medienpräsenz“ (Rucht & Sommer, 2019) und rückte ins Zentrum des öffentlichen Diskurses.

Innerhalb der medialen Darstellung werden Verantwortungsgefühle und Motivation zum einen durch Framing-Effekte, die zugleich das Krisenszenario und die kollektive Rettungsmission betonen, ausgelöst (Rucht & Sommer, 2019).

Zum anderen sind - vor allem für Schüler:innen - soziale Medien von Bedeutung, da auch in diesem Gebiet bereits Hinweise auf eine kollektive Identität zu finden sind, welche sich in den drei Bezugsgrößen der Solidarität, emotionalen Zuneigung und Gruppenkohäsion manifestiert. All diese drei Indikatoren ließen sich im Rahmen von FFF auf der Plattform Instagram wiederfinden und weisen auf starke Gefühle gegenüber FFF hin (Brünker et al., 2019). Somit trägt auch die Herstellung eines gemeinsamen Identitätsgefühls über soziale Medien wesentlich zum Mobilisierungsnetzwerk bei. 

Auf der Seite der Erwachsenen spielen weniger soziale, jedoch häufig kommerzielle Massenmedien mit ihren Berichterstattungen über die zahlreichen Proteste, Reden und Forderungen eine große Rolle (Wahlström et al., 2019). Denn laut Koos & Lautz (2019) wurden Teilnehmende ab 50 Jahren meist über Zeitungsberichte auf die Proteste aufmerksam und entschlossen sich somit zur Teilnahme. Somit wurden diese Teilnehmenden über kommerzielle Massenkommunikation, also traditionellere Wege mobilisiert.

 

3.2.3 Person Greta Thunbergs

Als dritter Mobilisierungsfaktor stelle Greta Thunberg den „Zünder“ (Rucht & Sommer, 2019) der sozialen Bewegung dar. Sie etablierte den Hashtag #FridaysForFuture, welcher die Welle an medialen Auseinandersetzungen auslöste.

Besonders jüngere Befragte sehen sie als Inspirationsquelle und als Beweis dafür, dass man sich auch als junge Person politisch für eine bessere und nachhaltigere Zukunft engagieren kann. (Wahlström et al., 2019) 

Demnach trägt sie einen „Rollenmodell“-Effekt (Rucht & Sommer, 2019) mit sich, welcher sich vor allem unter Jugendlichen bemerkbar macht (Wahlström et al., 2019, S.14) und sie in die Bewegung mitzieht, weshalb ihr Auftreten einen wesentlichen Mobilisierungsfaktor darstellt. 

Unterstützt wird dies durch ihre „medienwirksame Auftritte“ (Rucht & Sommer, 2019), wie in etwa ihre zahlreichen Reden, welche aussagekräftige Inhalte vermitteln. (Guardian News, 2019). Damit wird Thunberg als Mobilisierungsfaktor verstärkt durch den dazukommenden Faktor der (Massen-)Medien. 

Greta Thunberg to world leaders: 'How dare you? You have stolen my dreams and my childhood'

Guardian News, 2019

Damit wird Thunberg als Mobilisierungsfaktor verstärkt durch den dazukommenden Faktor der (Massen-)Medien. 

Insgesamt lässt sich ein Zusammenwirken der verschiedenen Faktoren über verschiedene Wege der Kommunikation feststellen, wodurch das massive Mobilisierungspotential der Fridays for Future – Bewegung erklärt werden kann.

4. Black Lives Matter als Beispiel für soziale Mobilisierung

4.1 Historischer Abriss

Die Bewegung Black Lives Matter (kurz: BLM) entstand 2013 als Reaktion auf den Freispruch von George Zimmerman, dem Mörder von Trayvon Martin. Ursprünglich auf dem sozialen Netzwerk Facebook als #BlackLivesMatter genannt, wo eine Datenerfassung und Quantifizierung aufgrund der verschiedenen Privatsphäre-Einstellungen der Nutzer:innen nur schwer möglich ist, wurde die Bekanntheit der Bewegung bald auf dem Netzwerk Twitter messbar. Bereits 2014 gewann die Bewegung schlagartig an Bekanntheit, nachdem zuerst im August Proteste in der amerikanischen Stadt Ferguson stattfanden und diese sich dann auf weitere Städte ausbreiteten. Ende November desselben Jahres erreichte der Hashtag #BlackLivesMatter auf Twitter seinen bisherigen Höhepunkt mit 172 772 Nennungen (Anderson et al., 2016) nachdem ein Polizist freigesprochen wurde, der im August einen jungen Mann of Color erschossen hatte. Trotz der kurzen Aufmerksamkeit, die die Bewegung erhielt, sank die Partizipation in den folgenden Monaten wieder. Im Juli 2016 kam es dann zum internationalen Durchbruch der Bewegung: Während am 5. Juli die Zahl der Nennungen von #BlackLivesMatter noch unter 10 000 lag, erreichte der Hashtag nach zwei weiteren Tötungen von People of Color durch Polizeigewalt dann am 8. Juli eine Zahl von mehr als 1,1 Millionen. Das entspricht einer Steigerung von mehr als 10 000 Prozent. 

Einen Monat später, im August 2016, begann der Footballspieler Colin Kaepernick, vor seinen Footballspielen zu knien, statt zur Nationalhymne stehenzubleiben. Er selbst gab an, dies aus Widerstand gegen die im Land herrschende gezielte Polizeigewalt gegen People Of Color zu tun: „I am not going to stand up to show pride in a flag for a country that oppresses black people and people of color“ (Allen & Nick, 2016). Es solidarisierten sich nach und nach mehr und mehr Spieler, bis schließlich Donald Trump gegen die National Football League (NFL) und die protestierenden Spieler tweetete. In den folgenden Monaten und Jahren entwickelte sich die Bewegung zu einem weltweit bekannten sozialen Thema, das auch von Musiker:innen und anderen populären Künstler:innen aufgegriffen wurde - beispielsweise von Childish Gambino mit seinem Song „This Is America“. 

Im Jahr 2020 ergab sich eine weitere Welle an Protesten, nachdem eine Frau of Color im März in ihrer eigenen Wohnung von Polizisten erschossen wurde. Keiner der Polizisten wurde in einem Maß bestraft, das dem eines Mordes entspräche. Informationen und Fotos vom Tatort werden erst im Mai veröffentlicht. Auch im Mai wird eine Person of Color, George Floyd, von Polizisten wegen dem angeblichen Gebrauch von Falschgeld durch ein andauerndes Zu-Boden-Drücken getötet. Seine von Umstehenden beobachtenden Hinweise, dass er nicht atmen könne („I can’t breathe“), wurden weltweit von Künstler:innen und Demonstrierenden aufgegriffen. Zwei Tage später startete ein junger Mann eine Petition, die mit 13 Millionen Signaturen schnell zur größten und am schnellsten wachsenden Petition seit dem Existieren der Plattform wurde.

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Zeit Online, 2020

Mit der internationalen Aufmerksamkeit, die auf die fortlaufenden Proteste in diesen Monaten folgte, gaben lokale Stellen schließlich einzelnen Forderungen der Protestierenden nach, entbanden Polizist:innen von ihrem uneingeschränkten Handlungsspielraum und entfernten Denkmäler und Statuen von historischen, rassistischen Personen. Inzwischen bewegt sich der Fokus auch auf Communities außerhalb von People Of Color, indem beispielsweise „White Allies“ bezüglich möglicher Hilfestellungen instruiert werden.


4.2 Methoden der Mobilisierung

Betrachtet man den Verlauf der #BlackLivesMatter-Bewegung, so fällt schnell auf, dass sie einerseits erst durch soziale Medien sehr an Bekanntheit gewonnen hat, und andererseits in engem Zusammenhang mit bestimmten „Triggermomenten“ steht. Die Bewegung ist für sich einzelnstehend in jedem Fall als sinnvoll und wichtig zu betrachten, doch reichte allein das nicht, dass sie sich langfristig durchsetzte. Als mobilisierendes Hauptmerkmal der Bewegung kann der fließende Übergang von anfassbarer Realität zur digitalen Welt gesehen werden, der in beide Richtungen stattfindet. Geschehnisse in der Realität bewirkten eine Welle ähnlichen Ausmaßes in der digitalen Welt (z.B. Hashtag-Trends), und digitale Stimulantien bewirkten Wellen in der Realität (z.B. Verbreitung von Informationen und darauffolgende Demonstrationen).

Damit einher geht die Wichtigkeit bestimmter zeitlicher Gleichzeitigkeit, sowohl von direkt für die Bewegung relevanten Ereignissen (z.B. Tötungen durch Polizist:innen) als auch von gleichzeitig stattfindenden Bewegungen in der übrigen Bevölkerung. Als Beispiel ist hier das steigende Engagement von Feminist:innen zu nennen. Während der Feminismus lange Zeit nur einen beschränkten Anteil von Erfahrungen erfasste und problematisierte – den von weißen Frauen – zeichnete sich auch hier allmählich eine Inklusion von Mitgliedern der Trans- und Black-Communities ab. Eine Annahme ist daher, dass die schon lange existierende und laut gewordene Bewegung des Feminismus gleichzeitig als Schnittmenge mit der BLM-Bewegung dienen konnte, und die Thematik damit in einer weiteren aktivistischen Bewegung verstärkt wurde.

Von besonderer Bedeutung ist außerdem die digitale Affinität der vergleichsweise jungen Hauptakteuren in der BLM-Bewegung. Durch den Zugang und die Kenntnisse im Umgang mit sozialen Medien etablierten sich Wege, die Berichtserstattung der Geschehnisse von Bürger:innen/People of Color direkt an Bürger:innen/People of Color zu gewährleisten. So wurden beispielsweise Live-Features verschiedener sozialer Netzwerke (Facebook, Twitter, Instagram) genutzt, um eine Löschung des Materials bei Konfiszierung der Geräte zu verhindern. 

Durch die Live-Ausstrahlungen konnte das Material ähnlich einer Cloudfunktion entweder durch eigens vorbereitete Technik oder anderen Endnutzern gesichert werden, die ihrerseits nicht nachverfolgt oder dafür geahndet werden konnten. 

Auch die Multiplikation der BLM-Ideale durch bekannte Sportler:innen, Politiker:innen und Künstler:innen erwies sich als wichtiges Hilfsmittel für das Erreichen einer weitläufigen Mobilisierung. Der Konzern Nike griff die Initiative des Footballers Colin Kaepernick auf, um ihn zum Gesicht einer neuen Werbekampagne zu machen, nachdem er nach seines fortwährenden Beistandes mit der Black Community keine Verträge mehr im Sport erhielt. Zahlreiche Musiker:innen, Schauspieler:innen und Politiker:innen sprachen sich für BLM aus. Auch hier ist abermals der Weg über die sozialen Medien ein wichtiger Multiplikator mit hoher Reichweite und unter Ausnutzung einer bestehenden Voreingenommenheit der „Follower“. 

Die teilweisen Erfolge der Proteste beflügelten außerdem stets eine weitere Welle von Aktivität – nachdem die Polizei in einzelnen US-amerikanischen Städten in ihrem Handlungsspielraum eingeschränkt wurde und gar Bürgermeister zurückgetreten waren, folgte weniger später der konsequente Abriss von Denkmälern weißer rassistischer Persönlichkeiten.

Mit jeder dieser auf Proteste folgenden und Proteste bewirkenden Wellen wächst die Bekanntheit und Ausdauerfähigkeit von Black Lives Matter – und mit dem Wachstum sinkt die Toleranz der Bevölkerung für eine weitergehende Oppression von People Of Color. Was 2013 mit drei Aktivist:innen, begann ist nun eine globale Bewegung, die weit über die unterdrückte Gruppe hinaus durch alle sozialen Schichten hindurch Menschen mobilisiert.

5. Zusammenfassung der Ergebnisse

Social Mobilisation ist zu einem wichtigen Bestandteil der Communication for Social Change geworden. Vor allem durch soziale Medien ist es möglich, Gruppen auf der ganzen Welt zu erreichen. Bewegungen wie Fridays for Future oder Black Lives Matter machen deutlich, wie schnell eine Bewegung international an Bedeutung gewinnen kann. Durch interpersonal recruitment und einem fließenden Übergang von der Realität zur digitalen Welt schaffen es beide Bewegungen, Interaktionsketten zu bilden, die sich nicht nur über die ganze Welt erstrecken, sondern auch nachhaltig die Kommunikation über Themen wie beispielsweise Klimaschutz und Rassismus prägen. Die Nutzung sozialer Medien kann daher als große Chance für soziale Veränderungen gesehen werden. Social Mobilisation macht es außerdem möglich, die Meinungen verschiedener Bevölkerungsgruppen wahrzunehmen und auf diese einzugehen. Durch die vorherrschende Bottom-Up-Struktur können Menschen so zeigen, was ihnen wichtig ist und sich im Nachhinein auch selbst organisieren. Der größte Vorteil liegt darin, dass sich auch ausgegrenzte oder benachteiligte Gruppen mobilisieren können und somit nicht machtlos sind. 

Trotz aller Möglichkeiten gibt es auch Herausforderungen, denen sich gestellt werden muss. Zum einen wird argumentiert, dass das Feld der Social Mobilisation geprägt sei von bestimmten Vorstellungen, die eine Bevölkerungsgruppe mit sich bringen muss. Es wird angenommen, dass alle Menschen die gleichen Werte teilen und das gleiche Ziel verfolgen. 

Zum anderen kann es leicht vorkommen, dass bei Projekten im globalen Süden oder Osten westliche Werte auf Bevölkerungsgruppen vor Ort angewendet werden, obwohl diese nicht zu dem Lebensstil der Menschen dort passen. Aufgrund dessen ist es wichtig, im Vorhinein mit verschiedenen Gruppen vor Ort zu sprechen, um herauszufinden, welche Ziele genau verfolgt werden sollen. Social Mobilisation kann auch an seine Grenzen stoßen, wenn geplante Veränderungen bei komplexen Problemen nicht funktionieren. Oft sind „planned social changes“ (Campbell, 2014) zu offensichtlich und genau durchdacht, um zu positiven Veränderungen zu führen und unauffällige Wege bewirken mehr. Durch die leichte Möglichkeit zur Mobilisierung können sich mittlerweile viele verschiedene Gruppen organisieren. Am Beispiel von linken und rechten (progressiven und regressiven) Bewegungen kann man heutzutage deutlich erkennen, dass vor allem Konflikte immer stärker werden. Es entstehen viele kleine Gruppen, welche sich in ihren Interessen deutlich abgrenzen. 

Während der letzten Jahre bildete sich die so genannte „neue Linke“ („new left“) (Campbell, 2014). Diese erkennt, dass Machtunterschiede beseitigt werden müssen, jedoch in Form von kleineren lokalen Veränderungen. Diese sollen als eine Art Patchwork zu großen sozialen Veränderungen führen. Diese Gruppen bewegen sich weg von traditionellen sozialistischen Denkweisen und finden vor allem durch geteilte Einstellungen zur Umwelt, Nachhaltigkeit oder Gleichberechtigung zusammen. Es ist zu beobachten, dass sich diese linken Bewegungen, vor allem in westlichen Ländern, stärker mobilisieren als beispielsweise rechte Bewegungen. Dies kann unter Anderem damit erklärt werden, dass in vielen Ländern linke Parteien nicht besonders stark vertreten sind (Koopmans & Rucht, 1995). Für viele dieser Bewegungen ist die außerparlamentarische Mobilisierung daher die einzige Möglichkeit auf ihre Interessen aufmerksam zu machen. 

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Social Mobilisation ein wichtiger Bestandteil für das Feld der Communication for Social Change ist. Mit Hilfe von Menschen auf der ganzen Welt können, besonders über soziale Netzwerke, nachhaltige Veränderungen erzielt werden. 

Auch weiterhin werden sich Bevölkerungsgruppen auf verschiedene Art und Weise organisieren, um ihre Interessen zu vertreten. In unserer heutigen, komplexen Welt kann es jedoch keine einheitliche Methode geben, um soziale Veränderung zu erzielen. Daher ist es besonders wichtig, die verschiedenen Ansätze der Communication for Social Change weiterzuentwickeln, um auch in Zukunft Bewusstsein für verschiedene Probleme zu schaffen und Lösungen zu finden.

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  • Zeit Online (2020, 6. Juni). "Black Lives Matter"-Schriftzug vor dem Weißen Haus. Zeit Online. 
    Online unter: www.zeit.de/gesellschaft/2020-06/washington-d-c-black-lives-matter-usa-proteste-anti-rassismus-bewegung-platz-fs.
    Zuletzt abgerufen am: 29.09.2020