Forschungs­schwerpunkte

Das Team der Professur für Kommunikationsmanagement forscht zu aktuellen Themen in den Bereichen Unternehmenskommunikation, Finanzkommunikation, politische Kommunikation, Online-Kommunikation und digitale Partizipation.

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Forschungsprojekte

Die anfängliche öffentliche Euphorie über die Sharing Economy beruhte auf dem Versprechen, durch Klima- und Wirtschaftskrise aufgeworfene Probleme über plattformvermittelte Tauschtransaktionen zu lösen. Anfang der 2010er Jahre entstanden mehrere aktivistisch und/oder unternehmerisch argumentierende Arbeiten, die diese Versprechen wirkungsvoll propagierten. Der Wind hat sich in der Zwischenzeit gedreht: Diesen Manifesten der Sharing Economy werden zunehmend kritischere Einschätzungen entgegengestellt, die die Auswirkungen großer Plattformen wie Airbnb oder Uber auf verschiedene Lebensbereiche hinterfragen. Das Projekt „Future Imaginaries der Sharing Economy“ von Sebastian Jürss und Nils S. Borchers rekonstruiert anhand der Theoriefolie des „Soziologischen Fiktionalismus“ die Narrative von Befürwortern und Gegnern der Sharing Economy. Ziel des Projekts ist es, auf dieser Grundlage zu verstehen, wie verschiedene Akteure versuchen, gesellschaftliche Zukunftsvorstellungen zu prägen.

Das EU-Forschungsprojekt „Ps2Share“ befasste sich mit Unterschieden in der Beteiligung der (europäischen) Internetbevölkerung an der sogenannten Sharing Economy. Darunter werden Internetplattformen verstanden, auf denen private Anbieter bspw. Wohnraum (Airbnb, Couchsurfing) oder Transportleistungen (Blablacar, Uber) für private Nutzer zur Verfügung stellen. Neben soziodemographischen Unterschieden untersuchten Professor Christian Hoffmann, Thomas Eichhorn und Sebastian Jürss die Bedeutung des Schutzes der Privatsphäre sowie Machtunterschieden zwischen Anbietern, Nutzern und Plattformbetreibern. Das Projekt umfasste einen umfassenden Literaturüberblick, Fokusgruppen mit insgesamt 94 Personen an den sechs Standorten der beteiligten Projektpartner sowie breit angelegte quantitative Befragung von insgesamt etwa 6.000 Personen in zwölf europäischen Ländern. Das Projekt wurde Anfang 2018 mit einem Abschlussbericht beendet, der Empfehlungen für diverse Anspruchsgruppen der Sharing Economy herausarbeitete. Ergebnisse der Untersuchungen wurden von Prof. Hoffmann und seinem Team unter anderem auf der ECREA-Konferenz 2018 in Lugano präsentiert. Der Abschlussbericht ist verfügbar unter: bit.ly/2ROJLch.

Das Forschungsprojekt von Professor Hoffmann zur „Beteiligung im Internet“ wird in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Institut für Vertrauen und Sicherheit im Internet (DIVSI) durchgeführt. Ziel des Projektes ist es, die Beteiligung im Internet zu quantifizieren und einen genaueren Blick darauf zu werfen, in welcher Form und Quantität sich die Deutschen im Internet beteiligen. Das nunmehr dritte Teilprojekt widmet sich aufbauend auf den Erkenntnissen der vorherigen Arbeiten der Quantifizierung der Beteiligung in den zu identifizierenden Bereichen. In einem zweistufigen Vorgehen führten Professor Christian Hoffmann,
Sebastian Jürss und Thomas Eichhorn zunächst eine umfangreiche Vorbefragung durch, die der Analyse angemessener Maße für die Untersuchung der Online-
Beteiligung in Bereichen wie Bildung, Gesundheit oder Kultur ermöglichen. Die Ergebnisse dieser Vorbefragung wurden schrittweise veröffentlicht („Beteiligungslandkarte Deutschland“). Der zweite Schritt des Forschungsprojektes umfasste eine breit angelegte Befragung von mehr als 2000 Internetnutzern/
innen in Deutschland. Derzeit werden die Ergebnisse dieser Befragung ausgewertet und 2019 der Öffentlichkeit präsentiert.

Startups sind ein wichtiger Wirtschaftsfaktor und haben eine hohe Relevanz für Deutschland als Innovations- und Wachstumsstandort. Deshalb hat auch die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Startup-Unternehmen in den letzten Jahren deutlich an Bedeutung gewonnen. Insbesondere ökonomische Teilaspekte und unternehmerische Strategien werden dabei regelmäßig aufgegriffen und bearbeitet. Eine vergleichsweise untergeordnete Rolle spielt dagegen – in Wissenschaft wie Praxis – die systematische Analyse der strategischen Kommunikation von Startups. Dabei ist gerade die externe Kommunikation mit Stakeholdern wie Investoren und (potenziellen) Kunden, aber auch die interne Kommunikation in den frühen Stadien der Institutionalisierung (Seed Stage, Startup Stage) sowie in der Wachstumsphase (Growth Stage) von hoher Relevanz für den Erfolg des Unternehmens. Ein gemeinsames Projekt der Professoren Alexander Godulla, Christian Hoffmann, Cornelia Wolf und Ansgar Zerfaß erfasst in einem ersten Schritt die Onlinekommunikation deutscher Startups und untersucht dazu deren Kommunikation auf ihren Webseiten und in sozialen Netzwerken.

Das Radiologische Lagenzentrum des Bundes hat zur Aufgabe, die Strahlenexpositionen durch natürliche und künstliche Strahlenquellen mit entsprechenden wissenschaftlichen Methoden zu ermitteln und zu überwachen, sowie die Notwendigkeit und Wirkung technischer und organisatorischer Maßnahmen im Bereich des radiologischen Notfallschutzes einzuschätzen. Hierzu zählt auch die Kommunikation mit relevanten Zielgruppen sowie die Information der Öffentlichkeit. In einem Forschungsvorhaben will die noch neue Einheit des Bundesamts für Strahlenschutz untersuchen, welche Möglichkeiten der Krisenkommunikation insbesondere in digitalen Medien bestehen. Zu diesem Zweck befragten Christina Ruess, Katharina Heger und Professor Christian Hoffmann 2018 Repräsentanten der Zielgruppen zu ihren Informations- und Kommunikationsbedürfnissen. Gemeinsam mit der Stiftung Risiko-Dialog wurde ein groß angelegter Expertenworkshop in München durchgeführt, um die Erhebungsergebnisse zu diskutieren und validieren. Ein dritter Untersuchungsschritt in Form einer Evaluation digitaler Kommunikationskanäle erfolgt in Kooperation mit Professorin Wolf im kommenden Jahr.

Seit etwa 20 Jahren werden empirische Untersuchungen zur politischen Beteiligung im Internet durchgeführt. Mit der Veränderung der medientechnologischen
Infrastruktur verändern sich auch Fokus und Intensität der Forschung zu diesem Gegenstand. Christina Ruess und Professor Christian Hoffmann führen derzeit eine Analyse der internationalen Forschung durch und untersuchen dabei insbesondere wie sich das Verständnis und die Messung der politischen Beteiligung im Internet entwickelt und verändert hat. Dabei kann festgestellt werden, dass sich die Intensität der empirischen Forschung über die Jahre kontinuierlich erhöht hat. Gleichzeitig findet eine Ausdifferenzierung der Forschung statt, die sich immer mehr auf spezifische Online-Plattformen, wie etwa Facebook oder Twitter, fokussiert. Verbunden ist diese Entwicklung mit einer konzeptionellen Debatte, welche Online-Aktivitäten tatsächlich eine Form politischer Beteiligung darstellen – oder lediglich eine Art von Konsum oder weitgehend passives Verhalten.

Studie "Integrierte Finanzkommunikation"

Die aktuelle Studie „Integrierte Finanzkommunikation“ des Center for Research in Financial Communication beschäftigt sich mit der Kooperation und Koordination zwischen Investor Relations und Corporate Communications beim Thema Finanzkommunikation. Im Mittelpunkt stehen die Fragen mit welchen Zielen, wie intensiv und mit welchen Mitteln sich die Funktionen abstimmen. Darüber hinaus bietet die Studie von Professor Hoffmann Aufschluss darüber, was die Funktionen voneinander wissen, wo es zu Konflikten kommt und wie diese gelöst werden können. Grundlage der Studie ist ein Methodenmix aus 14
qualitativen Experteninterviews mit Vertretern aus dem DAX und MDAX sowie einer breit angelegten Online-Befragung der Verantwortlichen für Investor
Relations und Finanzkommunikation (auf der Corporate Communications-Seite) der größten börsennotierten Unternehmen in Deutschland, Österreich und
der Schweiz. Die Ergebnisse wurden von Sandra Tietz und Professor Christian Hoffmann erstmalig im Rahmen des 2. Financial Communication Summit im
September 2018 präsentiert, weitere Veröffentlichungen werden derzeit vorbereitet. Die vollständige Studie findet sich auf www.financialcommunication.org.

Am 10./11. September 2018 fand der 2. Financial Communication Summit auf Einladung der Deutsche Börse AG in der Alten Börse in Frankfurt am Main statt. 40 geladene Gäste – darunter Leiter der Investor Relations und Unternehmenskommunikation aus dem DAX und MDAX sowie ausgewählte Kommunikationsexperten aus Wirtschaft und Wissenschaft – diskutierten aktuelle Forschungsergebnisse und Herausforderungen sowie Trends der Kapitalmarktkommunikation. In einer Keynote am Vorabend sprach Olaf Zapke (Thomson Reuters) zum Thema „Unternehmensberichterstattung im Zeitalter von Fake News und Storytelling“. Sandra Tietz (Universität Leipzig) gab einen Einblick in die aktuelle Forschung zur Kommunikation des Aufsichtsrats, anschließend
diskutierten Tobias Atzler (Siemens AG), Ingo Speich (Union Investment) und Prof. Dr. Christoph H. Seibt (Freshfields) über Erwartungen, Fallstricke, Best Practices in der Corporate Governance. Jörg Eigendorf und Dr. Robert Vollrath (beide Deutsche Bank) teilten ihre Erfahrungen und Erkenntnisse zur Finanzkommunikation im Spannungsfeld zwischen Medien- und Investoreninteressen. Zudem wurde die Studie „Integrierte Finanzkommunikation“ des Kompetenzzentrums vorgestellt. Eine Zusammenfassung der Veranstaltung gibt es auf www.financialcommunication.org.

Während CEO- und Führungskräftekommunikation zu aufstrebenden und anerkannten Teildisziplinen der Unternehmenskommunikation geworden sind, fehlt es in der Forschung bislang an Ausführungen mit Blick auf den Aufsichtsrat und dessen Vorsitzenden. Doch die globalen Finanz- und Wirtschaftskrisen, die veränderte Unternehmensumwelt und die Diskussion um Corporate Governance haben und werden das traditionelle Rollenverhältnis der Aufsichtsräte im  Umgang mit der Öffentlichkeit spürbar verändern. Die Erwartungen der Stakeholder in Bezug auf Transparenz sind allgegenwärtig; der Fokus erweitert sich auf den Aufsichtsrat – insbesondere in der Frage der sachgerechten Kontrolle. Das Dissertationsprojekt von Sandra Tietz beschäftigt sich umfassend mit der Rolle des Aufsichtsratsvorsitzenden im Rahmen der strategischen Unternehmenskommunikation/Investor Relations. Die Relevanz des Themas wurde dieses Jahr u.a. in Beiträgen bei der ECREA-Konferenz in Lugano, dem DPRG-Arbeitskreis Finanzkommunikation und dem Financial Communication Summit diskutiert.

Die Studie „Digital Leadership in Investor Relations – Wie digital ist die Investor Relations in Deutschland?“ entstand im Rahmen eines Forschungs- und Transferprojekts des Master Communication Management unter der Leitung von Christian Hoffmann und Sandra Tietz in Kooperation mit dem DIRK – Deutscher
Investor Relations Verband sowie der Deutsche Post DHL Group, Deutsche Telekom, innogy und SAP. Die Ergebnisse aus einer breit angelegten empirischen
Untersuchung von börsennotierten Unternehmen in Deutschland zeigen, wie – und auch wie unterschiedlich – Investor Relations-Abteilungen den digitalen Wandel gestalten. Analysiert wurden unter anderem Voraussetzungen, Herausforderungen und Trends der digitalen Investor Relations. Zudem wurde erhoben, welche digitalen Instrumente in welcher Intensität Anwendung finden. Daraus konnten der State of the Art der digitalen IRLandschaft in Deutschland abgeleitet sowie vier unterschiedliche Typen im Umgang mit der Digitalisierung im IR-Bereich identifiziert werden. Abgeleitete Erfolgsfaktoren leiten IR-Manager durch den Digitalisierungsdschungel. Die Studie wurde im Rahmen der 21. DIRK-Konferenz im Juni 2018 in Frankfurt vorgestellt sowie in Gastbeiträgen in der Börsen-Zeitung und The Reporting Times veröffentlicht. Die vollständige Studie findet sich auf www.financialcommunication.org.

Studie "Crossmediale Geschäftsberichterstattung"

Die Studie „Crossmediale Geschäftsberichterstattung I Von Sendern und Empfängern – wie zielgruppengerecht publizieren Unternehmen“ gemeinsam mit
MPM Corporate Communication Solutions definiert die Anforderungen an die crossmediale Berichterstattung und liefert fundierte, empirische Erkenntnisse
zu den Zielen der Unternehmen und zu den Nutzungsbedürfnissen der Zielgruppe Kapitalmarktteilnehmer. Wie wählen Unternehmen Berichtsportfolio,
Inhalte und Formate – und entspricht dies auch den Bedürfnissen der Zielgruppen? Dazu beleuchteten Sandra Tietz und Christian Hoffmann die Berichtsperspektive von Sender wie Empfängern gleichermaßen: In einem ersten Schritt wurden publizierende Unternehmen zu ihren Zielen und Zielgruppen im Rahmen der Berichterstattung befragt. Die Sichtweisen von 100 Analysten und Investoren wurden durch vertiefende Expertengespräche und Telefoninterviews eruiert. Die Ergebnisse der Studie wurden auf der 21. DIRK-Konferenz sowie auf der MPM Corporate Reporting Conference vorgestellt. Die vollständige Studie erschien Anfang 2019.

In der Vergangenheit kam es immer wieder zu Kooperationen zwischen dem CRiFC und dem Center for Corporate Reporting in Zürich, das unter anderem
Veranstalter des jährlichen Geschäftsberichte Symposiums und Herausgeber von The Reporting Times ist. 2018 vereinbarten beide Partner eine vertiefte
und strukturierte Kooperation. So wurde neu ein „Center for Corporate Reporting“-Promotionsstipendium für Finanzkommunikation geschaffen, das erstmals
an Lea Knabben vergeben wurde. Lea Knabben ist Absolventin des Master für Kommunikations- und Medienwissenschaft der Universität Leipzig. Sie verstärkt
das Team des CRiFC. Ab 2019 soll jährlich in Form des „Corporate Reporting Monitor“ eine neue empirische Untersuchung durchgeführt werden, welche basierend auf einer Befragung von Reportingverantwortlichen Herausforderungen, Steuerung und Trends der Unternehmensberichterstattung erhebt. Hinzu kommen diverse Veröffentlichungen und Vorträge.

Gemeinsames Doktorandenkolloquium vom CRiFC und HHL

Am 16./17. August 2018 fand im Rahmen der vierten RIC-Konferenz des Lehrstuhls für Rechnungswesen, Wirtschaftsprüfung und Controlling der HHL
Leipzig Graduate School of Management (Professor Dr. Henning Zülch) ein gemeinsames Doktorandenkolloquium mit dem Center for Research in Financial Communication (Christian Hoffmann) statt. Unter dem Titel „Research on Reporting, Communication and Perception at the Capital Market“ diskutierten Doktoranden aus den Bereichen Accounting und Finance in Mitteldeutschland aktuelle Forschungsvorhaben.

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