Soziologie ist eine Erfahrungswissenschaft, die soziale Zusammenhänge auf unterschiedlichen Ebenen (von der Paarbeziehung und der Kleingruppe bis hin zu Organisationen und Gesamtgesellschaften) theoretisch erklärt. Sie strebt eine werturteilsfreie Analyse auf der Grundlage empirischer Daten an.

Die Soziologie, wie sie in Leipzig vertreten und gelehrt wird, ist eine empirische Sozialwissenschaft mit einer eigenständigen Theorietradition und vielfältigen Anwendungsfeldern. Sie untersucht mittels systematischer Verfahren und Methoden, wie soziale Strukturen und Prozesse auf menschliches Handeln wirken und wie dieses Handeln, in Wechselwirkung mit anderen Handelnden, soziale Strukturen und Prozesse hervorbringt, erhält oder verändert. Soziologische Forschung zielt darauf ab, die sozialen Bedingungen des menschlichen Handelns und Interagierens sowie deren (häufig unerwartete oder nicht beabsichtigte) gesellschaftlichen Folgen aufzuzeigen.

Soziolog:innen beschreiben und interpretieren Muster und Regelmäßigkeiten des sozialen Handelns auf der Mikroebene von Akteur:innen und auf der Makroebene größerer Kollektive. Sie gehen theoriegeleitet vor, stellen Hypothesen auf und prüfen diese anhand empirischer Daten mit geeigneten Methoden. Auf dieser Grundlage liefert die Soziologie wissenschaftliche Analysen sozialer Verteilungs- und Beziehungsstrukturen, zu Institutionen, Organisationen, gesellschaftlichem Wandel und sozialen Dynamiken. Die Soziologie steht als kumulative empirische Wissenschaft in engem Kontakt mit ihren Nachbardisziplinen. Sowohl der Bachelorstudiengang als insbesondere auch der Masterstudiengang Soziologie haben eine stark empirische Ausrichtung. Ein Soziologie-Studium in Leipzig setzt die Fähigkeit und Bereitschaft zu analytischem Denken und zur Anwendung elementarer Techniken der Mathematik voraus. Ein wesentlicher Bestandteil des Studiums gilt der Vermittlung von empirischen Methoden, Statistik und Verfahren der computergestützten Sozialforschung.

Das Institut verfügt über sieben Arbeitsbereiche, die ein breites Spektrum an Forschungs- und Lehrgebieten abdecken. Das Angebot inhaltlicher Vertiefungen und Schwerpunkte orientiert sich an den Forschungsbereichen der Professuren. Studierende haben daher die Möglichkeit, unterschiedliche inhaltliche Schwerpunkte zu setzen, beispielsweise in der Sozialstrukturanalyse, der Bildungs- und Gesundheitssoziologie, der Analyse sozialer Netzwerke, der Untersuchung von sozialen Verbreitungsprozessen, der Umweltsoziologie, der Entstehung und Wirkung von Institutionen in nationalen und transnationalen Kontexten sowie der kultursoziologischen Analyse von kollektiven Identitäten und Solidarität.

Derzeit befinden sich pro Jahrgang rund 100 Studierende im Bachelor- und etwa 15 Studierende im Masterstudium.

B.A. Soziologie

Die Studierenden lernen relevante soziale Probleme und Forschungsfragen zu identifizieren, mit angemessenen theoretischen Ansätzen und methodischen Verfahren zu analysieren und praktische Folgerungen abzuwägen. Zu den im Bachelorstudiengang vermittelten wissenschaftlichen Kompetenzen zählen: Das Wissen um Theorien und Modelle der Soziologie, fundierte Kenntnisse in den Methoden der empirischen Sozialforschung, Grundlagen der Statistik sowie Kenntnisse der Sozialstrukturanalyse moderner Gesellschaften und ausgewählter spezieller Soziologien. In einem Forschungspraktikum wird das theoretische und methodische Wissen angewandt und der kritische Umgang mit den Ergebnissen wissenschaftlicher Forschung erlernt.

In das Studium ist ein Forschungsseminar integriert. Dieser zweisemestrige Kurs sieht die Umsetzung eines eigenen empirischen Forschungsprojekts vor und macht unsere Studierenden mit elementaren Methoden der empirischen Sozialforschung, der Anwendung statistischer Programmpakete und der Interpretation empirischer Befunde vertraut.

 

B.A. SOZIOLOGIE IM ÜBERBLICK

 

M.A. Soziologie

Der Masterstudiengang Soziologie ist forschungsorientiert und erfordert in besonderem Maße die Bereitschaft zur Arbeit mit formalen Verfahren der Theoriebildung und der Statistik. Im Kern steht die Untersuchung sozialer Verteilungs- und Beziehungsstrukturen, von Institutionen und Organisation, sozialem Wandel und Dynamiken.

Auch im Masterstudiengang ist im Rahmen eines Forschungsseminars die Durchführung eines eigenen empirischen Forschungsprojekts vorgesehen, das eine ideale Vorbereitung für eine empirisch angelegte Masterarbeit darstellt.

 

M.A. SOZIOLOGIE IM ÜBERBLICK

 

Ziel des Bachelorstudiums ist die Vermittlung von Kenntnissen und Fähigkeiten, die sowohl auf den weiterführenden Masterstudiengang als auch auf berufliche Tätigkeiten vorbereiten. Da in beiden Fällen die erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten mit anderen Wissenschaftszweigen und Praxisfeldern verflochten sind, werden durch einen fachübergreifenden Wahl- und Schlüsselqualifikationsbereich Anknüpfungspunkte zu anderen Disziplinen und Praxisfeldern hergestellt und der interdisziplinäre Austausch gefördert. Studierende sollen insbesondere befähigt werden, zentrale soziologische Erkenntnisse und Forschungsmethoden in verschiedenen Berufsfeldern anwenden zu können. Dazu zählen beispielsweise Markt- und Sozialforschung, Beratung und Weiterbildung, Verwaltung, Personalwesen, Medien und Kultur.

Ausbildungsziel des Masterstudiengangs ist insbesondere die wissenschaftlich qualifizierte Vorbereitung auf eine Tätigkeit in Forschung und Lehre oder eine andere forschungsnahe Tätigkeit. Daneben eröffnen sich weitere Beschäftigungsfelder der Absolvent:innen beispielsweise in Markt- und Sozialforschung, Verbänden und Unternehmen, Personalwesen, Medien und Kultur.

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