Der Arbeitsbereich „Politische Theorie und Demokratieforschung“ forscht zu Konstitutions- und Regressionsprozessen demokratischer Strukturen. Sie analysiert und reflektiert diese Prozesse sowohl ideengeschichtlich als auch durch aktuelle empirische Untersuchungen.

Forschungsschwerpunkte

  • Analyse und Anwendung moderner politischer Theorien und Demokratietheorien
  • Begriffsanalysen und empirische Erforschung der Entwicklung und Transformation von: 
    • Identitäten
    • Nationalismus
    • Bürgerschaft
    • Europäischer Integration
    • Entdemokratisierung
  • Der Arbeitsbereich ist an der analytischen Anwendung der Politischen Theorie und Ideengeschichte auf gegenwärtige Aspekte des Politischen interessiert.

Aktuelles Forschungsprojekt: "Deutschland und Polen in einer differenzierten Europäischen Union"

Projektbeschreibung und Forschungsmodule

Profil: Das Projekt untersucht das Phänomen der differenzierten Integration (DI) in der Europäischen Union und seine Auswirkungen auf die deutsch-polnischen Beziehungen. Unter differenzierter Integration wird ein Prozess verstanden, in dem nicht alle EU-Mitgliedstaaten bereit oder in der Lage sind, in bestimmten Politikfeldern teilzuhaben. Da Deutschland und Polen nach dem Brexit die größten voll- bzw. teilintegrierten EU-Mitgliedstaaten sind (v.a. in Bezug auf die Europäische Wirtschafts- und Währungsunion), sollen die Konsequenzen der differenzierten Integration anhand der deutsch-polnischen Beziehungen analysiert werden.

Hier finden Sie weitere Angaben zu den Forschungsmodulen:

Ziel ist die Rekonstruktion der nationalen und parteipolitischen Präferenzen und Europabilder zur Finalität der europäischen Integration, insbesondere in Bezug auf die Vertiefung und Differenzierung innerhalb der Europäischen Union. Dafür werden Idealtypen gebildet, die mit den Finalitätskonzeptionen aller im Deutschen Bundestag und im Polnischen Sejm vertretenen politischen Parteien abgeglichen werden. Die empirische Grundlage bildet eine qualitative Inhaltsanalyse von Plenardebatten von Juni 2016 bis Januar 2020 sowie Experteninterviews mit nationalen und EU-Parlamentariern der jeweiligen Parteien. Die Ermittlung der jeweiligen Interessen und Integrationsvorstellungen ermöglicht Rückschlüsse auf mögliche Konfliktpotenziale und Kompromisse bei den Verhandlungen über die künftige Verfassungsstruktur der EU.

Die Differenzierung birgt Chancen und Herausforderungen für die europäische Integration. Daher sollen konkurrierende Modelle der differenzierten Integration auf ihre Legitimationsressourcen und -defizite geprüft werden. Daraus leiten wir Handlungsempfehlungen ab, wie die Rechte und Pflichten zwischen Mitgliedstaaten in differenzierten Politikfeldern künftig besser verteilt werden sollten. Abschließend identifizieren wir die Implikationen für die deutsch-polnischen Beziehungen. 

Im Rahmen eines Szenario-Workshops werden alternative Entwicklungsmöglichkeiten der deutsch-polnischen Beziehungen im Kontext der differenzierten Integration konzipiert. Dafür werden Zukunftsannahmen geprüft (Prämissentest), Einflussfaktoren ermittelt (Konsistenzanalyse) und Entwicklungspfade entwickelt und verfeinert (TELL-IT-Verfahren). Auf dieser Grundlage entstehen vier „Zukünfte“, aus denen wir Handlungsempfehlungen für die gegenwärtigen deutsch-polnischen Beziehungen ableiten.

Output des Projekts (Veranstaltungen und Publikationen)

Im Rahmen des Projekts "Deutschland und Polen in einer differenzierten Europäischen Union" sind verschiedene Veranstaltungen und Publikationen in Vorbereitung. Informationen hierüber finden Sie hier. 

  • Mai 2022: Online-Podiumsdiskussion: "EU Finalité Conceptions After Brexit - A Comparison of German and Polish Parties" (Universität Leipzig)

Programm der Podiumsdiskussion
PDF 397 KB

Präsentation des Forschungsberichts
PDF 831 KB

 

  • November 2022: Konferenz: "United in diversity? The legitimacy of a differentiated European Union (Universität Warschau, in Kooperation mit der Konrad-Adenauer-Stiftung)

Programm der Konferenz
PDF 420 KB

Präsentation des Forschungsberichts
PDF 688 KB

 

  • Mai 2023: Szenario-Workshop „United in diversity or driven apart? Germany and Poland in the European Union“ (Konrad-Adenauer-Stiftung in Warschau)

Programm des Workshops
PDF 416 KB

 

  • September 2023: Sommerschule „Differentiated integration in the European Union. The standard modus operandi in Brussels?“ (Universität Leipzig)

Programm der Sommerschule
PDF 509 KB

 

  • Oktober 2023: Podiumsdiskussion „Polen, Europa, Deutschland. Spannungsfelder vor den Wahlen“ (Hotel Silber, Stuttgart)

Programm zur Veranstaltung
PDF 2 MB

 

  • November 2023: Online-Diskussion „German-Polish relations in the wake of the Russian war on Ukraine. Four scenarios for 2040“ (via Zoom)

Programm zur Veranstaltung
PDF 393 KB

Präsentation der Szenarien
PDF 495 KB

Zu Modul 1: „EU Finalité Conceptions after Brexit: a comparison of Polish and German parties“ (im Erscheinen)

Zu Modul 2: „E pluribus unum? On the Legitimacy of Differentiation Integration in the European Union“ (im Erscheinen)

Zu Modul 3: „Zukunftsszenarien: die deutsch-polnischen Beziehungen bis zum Jahr 2040“ (Polen-Analysen Nr. 315) (www.laender-analysen.de/polen-analysen/315) sowie „Die Zukunft der deutsch-polnischen Beziehungen im Zuge des russischen Kriegs gegen die Ukraine“ (Politisches Prisma) – Link folgt in Kürze

Team

Prof. Dr. Ireneusz Pawel Karolewski

Prof. Dr. Ireneusz Pawel Karolewski

Universitätsprofessor

Politische Theorie und Demokratieforschung
Geisteswissenschaftliches Zentrum
Beethovenstraße 15, Raum H3 0.11
04107 Leipzig

Telefon: +49 341 97-35614
Telefax: +49 341 97-35696

Sprechzeiten
Dienstag 15:00 – 17:00 Uhr nach vorheriger Vereinbarung

Dr. Thomas Mehlhausen

Dr. Thomas Mehlhausen

Wiss. Mitarbeiter

Politische Theorie und Demokratieforschung
Geisteswissenschaftliches Zentrum
Beethovenstraße 15, Raum H3 0.10
04107 Leipzig

Telefon: +49 341 97-35629
Telefax: +49 341 97-35696

Teammitglieder der Universität Warschau

Jurist, Professor für Sozialwissenschaften, Dozent für EU-Recht an der Universität Warschau im Fachbereich Europarecht der Fakultät für Recht und Verwaltung, zuvor auch an der Universität Wrocław. Seine Arbeitsbereiche liegen auf dem institutionellen Recht und dem Binnenmarktrecht der EU sowie auf dem Völker- und Verfassungsrecht. Vorsitzender des Komitees für Rechtswissenschaften der Polnischen Akademie der Wissenschaften (2020-2023), Vorsitzender des Wissenschaftsrates des Fachbereichs Rechtswissenschaften der Universität Warschau (2021-2024), Mitglied des Programmrats des Osiatyński-Archivs und des Programmrats des Programms zur Schaffung von Präzedenzfällen der Helsinki-Stiftung für Menschenrechte, Experte von Team Europe.

Weitere Informationen unter 

https://www.wpia.uw.edu.pl/pl/pracownicy/robert-grzeszczak

http://robertgrzeszczak.bio.wpia.uw.edu.pl

Student der Geschichts- und Rechtswissenschaft im vierten Jahr an der Hochschule für interdisziplinäre individuelle Studien in den Geistes- und Sozialwissenschaften der Universität Warschau (MISH UW).

Projektseite der Universität Warschau (auf polnisch):

https://wpia.uw.edu.pl/pl/granty/niemcy-i-polska-w-zroznicowanej-unii-europejskiej

Weitere Informationen zum Arbeitsbereich